LMBV-konkret 03/2012: Goitzschesee und Geiseltalsee sind nicht nur aus der Vogelperspektive interessant

Senftenberg/Leipzig. Für die von den Bergbausanierern geschaffenen Bergbaufolgeseen erarbeitet das Institut für Binnenfischerei e. V. im Auftrag der LMBV u. a. ein Leitbild des Fischbestandes. Gegenwärtig wird zum Beispiel der Fischbestand des Geiseltalsees erneut untersucht. Seine Leitfischart ist die Kleine Maräne. Diese Freiwasserfischart ist optimal an die vorhandenen Gewässerbedingungen angepasst. Da Kleine Maränen nicht selbstständig in den See gelangen können, setzte man sie 2009 und 2010 in das Gewässer ein: Die Larven von etwa einem Zentimeter Länge wurden in Sachsen-Anhalt von Elterntieren dieses Sees in dem ansässigen Fischereibetrieb erbrütet. Im Anschluss wurden sie in mit Wasser gefüllten Plastiksäcken zum Geiseltalsee transportiert und ins Gewässer entlassen. Dort ernähren sie sich von Zooplankton, dessen größere Vertreter landläufig auch als „Wasserflöhe“ bezeichnet werden. Die Kleinen Maränen haben sich inzwischen im Geiseltalsee eingewöhnt, vermehren sich bereits selbstständig und wachsen gut. Da der große See vielfältige Lebensräume aufweist, finden neben der Kleinen Maräne bereits auch Aal, Barsch, Blei, Hecht, Plötze, Schleie, Rotfeder und in geringerem Umfang Zander sowie verschiedene Kleinfischarten gute bis ausreichende Lebensbedingungen. Möglicherweise kann auch der Mensch den See noch ab Ende Juli, wenn auch noch zeitlich und räumlich eingeschränkt touristisch nutzen, sobald die zuständige Bergbehörde dazu ihre Zustimmung erteilt. Das Titelfoto aus 2012 zeigt die Goitzsche mit dem Pegelturm im Vordergrund und dem Spring Break Festival auf der Halbinsel Pouch im Hintergrund. Viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen LMBV konkret!

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