LMBV: Kontrollbefahrung am Fördergerüst der ehem. Schachtanlage „B. Koenen II“ Nienstedt

Fördergerüst Bernard Koenen Schacht II mit den ehem. Schachtgebäuden und der Spitzkegelhalde (Foto: Danny Bodenstab)

Sicherungsarbeiten auf der unteren Seilscheibenbühne des Doppelbock-Fördergerüstes erfolgt

Sondershausen | Nienstedt. Direkt an der Autobahn 38 liegend, präsentiert sich das Fördergerüst der ehemaligen Schachtanlage Nienstedt in Verantwortung der LMBV als weithin sichtbarer, landschaftsprägender Fixpunkt im Mansfelder Land. Das Fördergerüst am Bernard Koenen Schacht II ist eines der letzten noch erhaltenen Doppelbock-Fördergerüste und neben der Spitzkegelhalde Zeugnis des regionalen Kupferschieferbergbaus in Mitteldeutschland. Die 60 Meter hohe Landmarke wurde bereits in den 1990er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Nienstedt ist ein Ortsteil der Stadt Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Im Jahr 1956 war mit den Teufarbeiten des Schachtes, mit einem lichten Durchmesser von sechs Meter, begonnen worden. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die Endteufe von 871 Meter des zukünftigen Wetter-, Flucht- und Förderschacht erreicht. Durch den VEB Thüringer Stahlbau erfolgte dazu das Herstellen eines genieteten Fördergerüsts ab 1960. Mit der Einstellung der Förderung nach 1990 erfolgte schrittweise die Verfüllung des Schachtes und der Rückbau der beiden Fördermaschinen einschließlich Fördergestelle und Führungsgerüst in späterer Verantwortung der GVV, heute des LMBV-Sanierungsbereiches KSE.

Mittlerweile weist das Fördergerüst fortschreitende Korrosionsschäden auf. Das Gerüst wird daher turnusmäßig von der LMBV und Sachverständigen der Nordhäuser Bauprüfinstitut GmbH befahren, um Gefahren für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

So fand am 9. Juni 2020 eine Befahrung mittels eines Hubsteigers statt. Mit einem 64 Meter langen Ausleger konnten der Sachverständige alle Seilscheibenbühnen und Hilfsbühnen sowie Stützen befahren und begutachten sowie anschließend durch die Mitarbeiter des Zentralen Grubenwassermanagements die potenziellen Gefahrenquellen beseitigt werden. Dazu wurden unter anderem Ketten als Abfangsicherung angebracht. Ein nächster Schritt wird der Rückbau des Portalkrans auf dem Fördergerüst sein. In zwei Jahren erfolgt dann im Jahr 2022 voraussichtlich eine erneute Begutachtung des Gerüstes mit einer technischen Bewertung. Fotos: FILMART für LMBV|KSE

Sicherungsarbeiten auf der unteren Seilscheibenbühne des Fördergerüstes Nienstedt (Foto: Danny Bodenstab)

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