LMBV: Planer Rolf Schlottmann im Interview mit MDR-Sachsenspiegel-Reporter Hengst

Im Waldgebiet Neue Harth zeigen sich Folgen des Grundwasserwiederanstiegs

Leipzig. Am 16. Juni 2016 informierte sich der MDR Sachsenspiegel bei der LMBV und bei der Stadt Markkleeberg über die großflächigen Vernässungen in der Neuen Harth – einem aufgeforsteten Waldgebiet zwischen Cospudener, Zwenkauer und Markkleeberger See. Dazu wurde Rolf Schlottmann, LMBV-Leiter Planung Westsachsen-Thüringen, am Leipziger Verwaltungsstandort durch Steffen Hengst interviewt.

Auslöser für die Vernässungen ist der Grundwasserwiederanstieg, also der natürliche Anstieg des Grundwassers nach Einstellung des Braunkohletagebaus. Dieser bedingt gleichzeitig eine verringerte Versickerung des Oberflächenwassers. Es handelt sich demnach um Oberflächen- und um Grundwasser auf der Waldfläche.

Die LMBV kommt ihrer bergrechtlichen Verpflichtung laut Abschlussbetriebsplan nach, in der Neuen Harth die Wiedernutzbarmachung der Tagesoberfläche herzustellen. Diese Aufgabe wurde bereits von Vorgängerbetrieben in DDR-Zeiten begonnen. Der Standort wurde in den 1970er Jahren verkippt, in den 1980er Jahren wurden im Auftrag des Bergbaus durch den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Grimma erste Aufforstungen vorgenommen. Daher gibt es dort 30 Jahre alte Baumbestände. Die Aufforstung lief damals allerdings unter anderen Rahmenbedingungen, denn der Standort war trocken.

Im Jahr 2010 wurde durch die LMBV eine erste Studie in Auftrag gegeben, die 2013 noch einmal präzisiert wurde. Ziel war es herauszufinden, wie man mit technischen Möglichkeiten die gekippte Mischbodenkippe entwässern kann, um die aufgeforsteten Baumbestände zu sichern. In den Ergebnissen ließen sich Entwässerungsmaßnahmen wie Drainage und Gräben durch den hohen Unterhaltungsaufwand wirtschaftlich und nachhaltig nicht darstellen. Insofern hat sich die LMBV gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst und der Landesdirektion Sachsen zur Untersuchung einer möglichen Neugestaltung des Waldbereichs verständigt. Es wurde – in Abstimmung mit beiden Institutionen – eine Aufgabenstellung formuliert und in Auftrag gegeben. Sie wird die Nutzungsmöglichkeiten unter den derzeitigen Bedingungen untersuchen. Die Ergebnisse der Studie werden Ende des Jahres vorliegen.

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