LMBV: Mobile WBA für Minderung der Eisenbelastung in der Kleinen Spree wächst

Bau der modularen Wasserbehandlungsanlage Burgneudorf geht nach Plan voran

LMBV: Sedimentationscontainer der neuen Wasserbehandlungsanlage Burgneudorf (WBA) (2017)
Senftenberg/Burgneudorf. Ab Oktober geht die neuartige, modulare, containergestützte Wasserbehandlungsanlage (WBA) am Standort der ehemaligen Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf nach einjähriger Bauzeit in den Probetrieb.
Sven Radigk, Leiter der LMBV-Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz: „Für die Spree wäre die Reinigung ein erster wichtiger Schritt zur Reduzierung der Eisenbelastung“.
 
Insgesamt werden zehn Brunnen als Abfangriegel südöstlich von Burgneudorf an der Kleinen Spree errichtet. Sie werden künftig das mit Eisen belastete Grundwasser sammeln und zur modularen WBA abschlagen. Diese Aufbereitungsanlage setzt sich aus mehreren Containern mit verschiedenen Funktionen zusammen. Entsprechend der eruierten Eisengehalte kann die Größe der Anlage durch Erweiterung der Containeranzahl angepasst werden. Die WBA wird zunächst für eine Wasseraufbereitungskapazität von 100 l/s ausgelegt.
 
Die WBA ist ein modulares Anlagensystem, das bei der Reinigung (d.h. Enteisenung) der im geplanten Abfangriegel gehobenen, stark eisenhaltigen Grundwässer durch den Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln einen Wirkungsgrad der Eisenretention von 90 Prozent garantiert. Der abgetrennte Eisenhydroxidschlamm (EHS) wird maschinell entwässert und soll dann einer Verwertung statt einem Entsorgungsweg zugeführt werden. Diese flexible Lösung ist die erste ihrer Art in der Lausitz.
 
Zielstellung ist es, mit Hilfe der Gesamtanlage ca. 400 Kilogramm Eisen pro Tag vor Eintritt in die Kleine Spree aus dem Grundwasseranstrom abzufangen. 2.500 bis 3.500 Tonnen des anfallenden Eisenhydroxidschlamms können pro Jahr herausgefiltert werden.
 
Die WBA ist eine Weiterentwicklung stationärer Wasserbehandlungsanlagen. Sie nutzt die bewährten Verfahrensschritte der Belüftung, Flockung und Sedimentation wie sie in Grubenwasserbehandlungsanlagen üblicherweise genutzt werden. Das flexible Verfahren funktioniert in einer Art Baukastenprinzip. Die Anlage besteht grundsätzlich aus Reaktions-, Flockungs- und Sedimentationscontainern sowie einem Schlamm-Eindicker. Die containerbasierte Anlage kann durch den modularen Aufbau beliebig angepasst werden. Diese Flexibilität erlaubt es, die Module an wechselnden Standorten mehrfach einzusetzen. Der hohe Vorfertigungsgrad gewährleistet kurze Zeiträume für den Auf-, Ab- und Umbau. Dadurch werden Kosten sowie der Aufwand und Zeitbedarf für den Genehmigungsprozess reduziert.
 
Die Bau- und Entwicklungskosten der WBA belaufen sich auf ca. 5 Mio. Euro. Ab dem Jahr 2018 soll die Anlage dann acht bis zehn Jahre in Betrieb sein. Ähnliche Anlagen in unterschiedlicher Ausführung sind bei Neustadt/Spree und an der Ruhlmühle ab 2019 in Planung.

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