LMBV: Lebensnotwendige Ressource zum Internationalen Weltwassertag im Fokus

Am 22. März ist Internationaler Weltwassertag

Leipzig/Senftenberg. Um auf die Bedeutung dieser lebensnotwendigen Ressource aufmerksam zu machen, initiierten bereits 1993 die Vereinten Nationen den Internationalen Weltwassertag, welcher jedes Jahr am 22. März stattfindet. Der diesjährige Wassertag ist auch für uns Anlass, einen Überblick zur aktuellen Flutungssituation der Bergbaufolgeseen im Sanierungsgebiet der LMBV zu geben und das Jahr 2018 aus hydrologischer Sicht zu bewerten.

Lausitzer Revier
Das vergangene Jahr gehörte zu den trockensten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881. Im Einzugsgebiet der Spree fielen nur rund 60 Prozent des mittleren Jahresniederschlages. Bei gleichzeitig überdurchschnittlich hohen Temperaturen führte diese Situation im Laufe des Jahres 2018 zu extremen hydrologischen Verhältnissen in Flüssen und Seen des Lausitzer Reviers und stellte die Flutungszentrale Lausitz vor besondere Herausforderungen. In der Spree floss im Vorjahr trotz massiver Stützungsabgaben aus den Speichern der LMBV sowie den sächsischen Talsperren nur halb so viel Wasser wie sonst üblich. Auch für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen konnte in 2018 nur halb so viel Wasser gewonnen werden wie unter Normalbedingungen. Die erreichte Jahresmenge von nur 58 Millionen Kubikmeter bildet den Negativrekord seit Bestehen der Flutungszentrale in Jahr 2000.

Der Jahresbeginn 2019 gibt aber Anlass zum Optimismus. Die nassen Monate Dezember und Januar minderten die Defizite des Vorjahres deutlich. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 konnten bereits 35 Millionen Kubikmeter aus den Vorflutern der Lausitz für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt werden. Mit Ausnahme des SB Lohsa II sind die Speicher der LMBV und die Talsperren Ostsachsen und Brandenburgs wieder gut gefüllt und damit für die kommende Niedrigwassersaison gerüstet.

Bergbaufolgeseen auch in Mitteldeutschland wieder gut gefüllt
Der Geiseltalsee, ein Bergbaufolgesee der LMBV, hat wieder seinen Zielwasserstand von 98,20 m NHN erreicht, daher wurde Ende Januar 2019 die Überleitung von Wasser aus der Saale eingestellt. Zuvor wurde seit Herbst 2018 Saalewasser über die 2005 verlegte Flutungsleitung von Leuna bis Frankleben in den See nachgespeist. Grund war auch hier der extrem trockene Sommer 2018, wodurch der Wasserspiegel auf bis zu 97,68 m NHN (Stand 09/2018) sank. Die Nachspeisung von Saalewasser wurde erstmals seit Abschluss der Flutung 2011 notwendig. Es wurde zeitweise ein Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den See eingespeist. Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten zehn Millionen Kubikmeter Wasser in den Geiseltalsee und eine Million Kubikmeter Wasser in die Geisel eingeleitet. Zum Vergleich: Der Geiseltalsee fasst ein Gesamtvolumen von 423 Millionen Kubikmeter Wasser bei einem mittleren Wasserstand von 98,00 m NHN. Einen halben Meter höheren Wasserstand konnte mit dem Stützwasser aus der Saale erreicht werden. Damit liegt der Wasserstand nun bei 98,20 m NHN. Der Puffer von 20 Zentimeter wird auch benötigt – für den nächsten anstehenden Sommer.

Auch die anderen Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland sind nach den Wintermonaten und aufgrund des „nassen Januars 2019“ wieder aufgefüllt. Noch schneller wiederaufgefüllt als der Geiseltalsee war der Zwenkauer See. Seit Ende Dezember 2018 wurden bereits 4,8 Mio. Kubikmeter Weiße-Elster-Wasser eingeleitet. Der Wasserstand stieg somit von anfänglich 112,33 m NHN (12/2018) auf 112,74 m NHN. Allein im Zeitraum vom 15.01. bis 28.01.2019 stieg der Wasserspiegel des Zwenkauer Sees von 112,42 m NHN um 32 Zentimeter. Die Seewasserstände befinden sich derzeit wieder weitgehend im geplanten Bereich. Es sind mittlerweile keine nennenswerten Wasserdefizite mehr festzustellen. Derzeit wird in der LMBV daran gearbeitet, die Bergbaufolgeseen unter Berücksichtigung freizuhaltender Hochwasserspeicherräume auf den kommenden Sommer vorzubereiten. Ziel ist es, die vorgesehenen Seenutzungen sowie die geforderten ökologischen Mindestabgaben abzusichern.

Zurück