LMBV: RDV und RSV für L 60-Brückenbauwerk über Ableitergraben - FGV für Graben notwendig

Vorort-Termin mit Frank Sauer an der L 60–Baustelle und der Schwarzen Keute

Senftenberg/Lauchhammer. Nördlich von Lauchhammer erstreckt sich die Landstraße 60 von Kostebrau kommend entlang des ehemaligen Tagebaus Klettwitz und des Bergheider Sees in Richtung Finsterwalde.

Ungefähr am Abzweig nach Kleinleipisch gibt es derzeit eine Umfahrung, um Platz für eine Brückenbaustelle an der L 60 zu haben. Dort wird gegenwärtig mit Rütteldrucktechnik und später noch mit Rüttelstopfen der Untergrund für die Fundamente eines Brückenbauwerkes vorbereitet. Dazu wird mit einer etwa 30 Meter langen Rüttellanze im Raster von drei mal drei Metern der Kippenuntergrund im Auftrag der LMBV von Bergbausanierern der Fa. BUG Dienstleistungen verdichtet.

Der Seilbagger mit der angehängten Rütteltechnik arbeitet im Garbenverlauf seit Mai 2018. Voraussichtlich bis zum 31.07.2019 sollen rund 850 000 Kubikmeter Kippenboden verdichtet sein, so der so der zuständige LMBV-Projektmanager Frank Sauer in einem Vorort-Gespräch auf Nachfrage. Das Gelände zeigte dabei Absenkwerte von bis zu zwei Meter im Verlauf des Grabens. Rund 18.000 Kubikmeter Zufuhrboden, vor allem Kies, werden als Zufuhrgabe für die Verdichtung benötigt. Zunächst wird ein 30 Meter breiter und 30 Meter langer Bereich an der L 60 bis Ende Februar tiefenverdichtet. Nach einer Konsolidierungsphase wird dann die Rüttelstopfverdichtung (RSV) von März 2020 bis August 2020 zeitlich folgen. Das Brückenbauwerk selbst soll von September 2020 bis 2021 entstehen.

Unter dem Brückenbauwerk wird sich ein Ablaufgraben über insgesamt rund zehn Kilometer erstrecken, der einmal das Überschusswasser aus den Feuchtgebieten der Schwarzen Keute im Osten zum Koynesee bzw. Schmalen See im Westen ableiten können wird. Derzeit wird parallel zu den Verdichtungsarbeiten der Boden im Grabenbauwerk ausgehoben und weiter nördlich zum Auffüllen von Kippen-Tieflagen genutzt. Zuvor wurden rund 3.000 Meter Amphibienschutzzäune mit rund 200 Sammeleimern um die Baustelle eingerichtet: diese werden zudem von Beauftragten regelmäßig geleert und beobachtet, um den ökologischen Anforderungen gerecht zu werden.

Die beiden Senken der Schwarzen Keute wurden in den vergangenen Jahren bereits ringsherum mit Walzen oberflächennah verdichtet. Nach dem Dürrezeit in 2018 füllen sich die beiden Flachgewässer Schwarze Keute Ost und West bereits wieder auf werden langfristig den Ableiter speisen. Diese feuchten Senken werden bereits gern von durchziehenden Kranichen als Rastplätze genutzt. Der entstandene Graben wird künftig neben der Wasserabführung auch als Wilddurchgang unter der L 60 dienen.

Ein paar 100 Meter weiter westlich wird ebenfalls verdichtet. Der dortige Seilbagger, in unmittelbarer Nähe der vernässten Mastkippe, sorgt mittels eines zehn Tonnen schweren Fallgewichts für Sicherheit. Dieses fällt aus etwa 20 Metern Höhe immer wieder auf den Boden. Als Fallgewichtsverdichtung (FGV) bezeichnen Fachleute dieses Verfahren. „Damit werden auch die oberen Bodenschichten stabilisiert, die durch die Rütteldruckverdichtung nur tangiert werden“, erklärt Frank Sauer.

Ab 2. Mai 2019 soll dann auch der letzte noch zu sanierende Abschnitt der L 60 auf Kippenuntergrund mit der Bezeichnung C2 sanierungstechnisch begonnen werden. Auf 3.200 Metern muss der Untergrund vorbereitet, teilweise ausgetauscht und mit Schotter und Geogittern gesichert werden. Bis Ende 2019 soll der eine Straßenbau geschafft sein, so der zuständige LMBV-Projektmanager Frank Sauer. Die Gesamtmaßnahme soll bis Ende 2021 geschafft sein. Parallel dazu wird auch noch die ehemalige 1.200er Flutungsleitung entlang der L 60, die den Bergheider See gespeist hatte, im Auftrag der LMBV zurückgebaut.

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