LMBV-Revierbericht Lausitz: Vielfältige Projekte 2013 wieder ein gutes Stück vorangebracht

LMBV-Chef blickte auf das Jahr 2013 zurück

Cottbus/Senftenberg. In guter Tradition informierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Prof. Dr. Mahmut Kuyumcu in seinem Revierbericht 2013 über die besonderen Herausforderungen, die Fortschritte und die aktuellen Ereignisse in der Braunkohlesanierung am 3. Dezember in Cottbus. „2013 war für uns ein sehr anspruchsvolles Jahr. Unsere vielfältigen Projekte haben wir weitgehend planmäßig wieder ein gutes Stück vorangebracht. Am Ende des Jahres werden der Bund und die Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 264 Millionen Euro investiert haben, davon 175 Millionen Euro im Lausitzer Revier.“

Nach umfangreichen Untersuchungen der letzten Jahre haben die Gutachter der LMBV und der Bergbehörde des Landes Sachsen-Anhalt ihre Abschlussberichte zu Nachterstedt Mitte des Jahres fertiggestellt. Am 9. Juli wurden die Ergebnisse zusammen mit dem Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts der Öffentlichkeit präsentiert und im Internet zugänglich gemacht. „Die Gutachter kommen zu weitgehend übereinstimmenden Ergebnissen und führen kurz gesagt das Unglück auf eine zuvor unbekannte, lokal begrenzte geohydrologische Anomalie im Bereich des obersten Liegendgrundwasserleiters direkt unter dem Rutschungskessel zurück.“ Die darin befindlichen hohen Wasserdrücke, lokale geologische Schwächezonen und ein messtechnisch erfasstes seismisches Initial, sind aus Sicht der LMBV ursächlich. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse konnten inzwischen die Häuser der Siedlung Am Ring zurückgebaut werden. Die erforderlichen Maßnahmen zur Neugestaltung der Böschung wurden zur Genehmigung eingereicht und damit die reguläre Sanierungsphase eingeleitet. In der Region setzen die Menschen große Hoffnungen auf eine angekündigte zeitlich-lokal begrenzte Zwischennutzung des Concordia Sees. Das erfordert von der LMBV und von der Bergbehörde ein anhaltend hohes prioritäres Engagement.

„Auch bei der Konzipierung von ergänzenden Sanierungsmaßnahmen für die langzeitsichere Gestaltung von Innenkippen im Lausitzer Revier sind wir ein gutes Stück vorangekommen. Nach den seit 2009 verzeichneten Geländeeinbrüchen hatte die LMBV vorsorglich zusätzlich zu den noch nicht abschließend sanierten Flächen rund 17.000 Hektar Flächen gesperrt, die bereits öffentlich genutzt wurden. In unserem geotechnischen Beirat haben wir seit 2011 alle Ereignisse eingehend analysiert und Feldversuche zur Bestimmung geeigneter ergänzender Sanierungstechnologien durchgeführt. Im Ergebnis wurde die schonende Sprengverdichtung als eine wirksame Maßnahme zur Beseitigung der Verflüssigungsneigung in Kippen massiven ausgearbeitet. Die Zielstellung ist, die oberen wassergesättigten Kippenpartien so zu verdichten, dass dabei die Geländeoberfläche nur geringfügig beeinträchtigt wird. Wir wollen dieses Verfahren in der ersten Hälfte 2014 auf den Innenkippen Seese-West, Seese-Ost und Spreetal großflächig auf insgesamt rund 500 Hektar anwenden. Darüber hinaus laufen vorbereitende Planungen für Schwerpunktflächen in den Bereichen Lohsa und Lugteich. Wir sind zuversichtlich, dass wir vor allem hiermit bald hinreichend sichere Bedingungen für die Innenkippenflächen herstellen werden. Im Lichte der aktuellen Erkenntnisse werden wir zudem rund 650 Hektar gesperrte Flächen zum Jahresende für eine eingeschränkte Nutzung freigeben. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen der LMBV bei allen Betroffenen und Beteiligten für das Verständnis zu Flächensperrungen und für das Vertrauen zur zeitnahen und raschen Problemlösung sowie für die aktive Unterstützung durch die Bürgermeister, Landräte, Verbände und Institutionen sowie der Ministerien bedanken.“

Anfang Juni dieses Jahres beeinträchtigte erneut ein Hochwasserereignis vielerorts das Leben der Menschen, so auch unsere Seen. Im Südraum Leipzig hat das Hochwasserentlastungbauwerk am Zwenkauer See mehrfach für positive Schlagzeilen gesorgt. „Am 8. Mai wurde es von uns zusammen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Tillich und unserem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Dr. Hartmann mit den Worten eingeweiht, dass es nicht so schnell genutzt werden möge. Bereits einen Monat später bestand das Bauwerk mit Bravour die erste Bewährungsprobe. 21 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Weißen Elster wurden binnen 56 Stunden in den Zwenkauer See abgeleitet. So wurde die Stadt Leipzig vor schweren Schäden wie beim Hochwasser im Jahr 1954 bewahrt. Vergleicht man die Baukosten von rund 11 Millionen Euro mit prognostizierten Schäden von 35 Millionen Euro, so hat sich das Bauwerk bereits mehrfach amortisiert. In anderen Flusseinzugsgebieten wie zum Beispiel der Mulde sind die Bergbaufolgeseen mit ihren wasserbaulichen Anlagen kein Bestandteil der Landeshochwasserkonzeptionen. Ein Vergleich von Luftbildern des Gebietes Goitzschesee, hier vor dem Hochwasser und nun mit den überfluteten Gebieten verdeutlicht das katastrophale Ausmaß. Deichdurchbrüche der Mulde fast an derselben Stelle wie im Jahr 2002 sowie fehlende Retentionsräume hatten hier mit rund 54 Millionen Kubikmetern Wasser die Stadt Bitterfeld ernsthaft gefährdet. Die LMBV wirkte mit hohem Engagement in den Katastrophenstäben mit. Bundeskanzlerin Dr. Merkel und Ministerpräsident Dr. Hasselhoff verschafften sich vor Ort einen Überblick. In Auswertung der Ereignisse besteht Einvernehmen zwischen dem Bund und den Ländern, dass überall dort, wo es sinnvoll ist, die Bergbaufolgeseen in die Hochwasserschutzkonzepte der Länder integriert werden. Die LMBV wirkt hierzu bereits in den länderübergreifenden Ausschüssen mit. Dieser Grundsatz  gilt auch für unsere Bergbaufolgeseen in der Lausitz.“

„Ich komme nun zum Sachstand der Maßnahmen gegen die diffusen Zuflüsse stark eisenhaltiger Wässer in die Spree und deren Zufließe. Sie sehen auf der Karte die Bereiche, die früher als prognostiziert davon bereits betroffen sind. Unterstützt von der Initiative der Landesregierung Brandenburg haben die zuständigen Berg-, Wasser- und Umweltbehörden sowie die LMBV einen Aktionsplan gegen die Zutritte eisenhaltigen Grundwassers in die Vorfluter aufgelegt und hierzu so genannte 10-Punkte-Programme für den Nordraum Spree verabschiedet. Die Koordinierung dieser umweltschutzrechtlich äußerst diffizilen Maßnahmen wurde dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg (LBGR) übertragen. Bei der Umsetzung der Sofortmaßnahmen für dieses Jahr haben wir durchaus gute Ergebnisse erzielt. Unterstreichen möchte ich die Inbetriebnahme der ehemaligen Grubenwasserreinigungsanlage am Vetschauer Mühlenfließ bereits im Mai dieses Jahres. Hier zusammen mit Minister Christophers. Sie hält 70 Prozent der Eisenfracht des Vetschauer Mühlenfließes zurück. Das Bild zeigt, wie in den drei Absetzbecken die Rotfärbung des Wassers von links nach rechts abnimmt. Die Vorbereitungen zum Bau einer Bekalkungsanlage mit Fertigstellungstermin in der ersten Hälfte 2014 werden fortgesetzt.

Eine analoge Anlage für das Eichower Fließ konnte bisher leider aus verschiedenen Gründen noch nicht umgesetzt werden. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass dies noch in der ersten Hälfte 2014 erfolgt. Positiv erwähnen möchte ich auch die begonnene Initialneutralisation des Schlabendorfer Sees. Hier wurden, wie im Bild zu sehen ist, mittels Sanierungsschiff rund 6.500 Tonnen Kalkprodukte eingebracht. Die Maßnahme wird voraussichtlich bis Mitte 2014 laufen. Für den Südraum Spree sind wir zu den geplanten drei Sofortmaßnahmen mit den sächsischen Behörden in enger Abstimmung. Unter anderem wird die Wiederinbetriebnahme der Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf und die Fassung und Ableitung von hocheisenhaltigem Grundwasser vor dem Eintritt in die Kleine Spree und die Überleitung in die Grubenwasserreinigungsanlage Schwarze Pumpe vorbereitet. Sie werden im nächsten Jahr ihre Wirkungen entfalten. Es besteht Einvernehmen, dass das Staubecken Spremberg so bald wie möglich entlastet wird.

Anhand von ausgewählten Beispielen soll hier die planmäßige Umsetzung der regulären Sanierungsprojekte erwähnt werden. Wie die Sicherung der gekippten Nordböschung des Südrandschlauches Jänschwalde, dem unweit von hier gelegenen zukünftigen Klinger See. Und die Abwehr von Gefährdungen aus dem Grundwasserwiederanstieg für das Gewerbegebiet Laugkfeld und das östliche Stadtgebiet Senftenberg. Wie Sie hier im Bild sehen, wurde der erste Horizontalfilterbrunnen auch im Beisein unseres Gesellschafters BMF, vertreten durch Dr. Kahl, in Betrieb genommen. Zwei weitere Brunnen werden 2014 fertiggestellt. Mit der Anlage sollen rund 180 Häuser, bauliche Anlagen und Infrastruktureinrichtungen in der Stadt vor dem Grundwasser geschützt werden. Im mitteldeutschen Revier zeigt der Ausbau des Lober im Stadtgebiet von Delitzsch, hier der zweite Bauabschnitt, bereits positive Wirkungen. Die Komplexmaßnahme wird im Jahr 2014 zum Abschluss gebracht.

Auch im Jahr 2013 haben die Bundesländer, insbesondere Sachsen und Brandenburg wieder zusätzliche Finanzmittel für Investitionen zur verbesserten Nutzungsfähigkeit der Bergbaufolgelandschaften bereitgestellt. So wurde der Überleiter 12 im Juni von den Ministerpräsidenten Platzeck und Tillich seiner Bestimmung übergeben. Damit ist das Lausitzer Seenland seiner Vision einen großen Schritt näher gekommen, 10 Seen mit schiffbaren Verbindungen zu 7.000 Hektar Wasserflächen für den Tourismus zu erschließen. Das ist eine einzigartige und nachhaltig positive Infrastrukturmaßnahme für die Lausitz. Im mitteldeutschen Revier konnte Mitte Mai eine weitere Seenhochzeit gefeiert werden. Die Kanupark-Schleuse wurde eröffnet. Sie überwindet 4 Meter Höhenunterschied zwischen Markkleeberger und Störmthaler See und verbindet damit rund 1.000 Hektar Wasserfläche.

Besonderer Dank der LMBV geht die Finanziers, den Bund und die Braunkohleländern dafür, dass erneut 16 junge Leute ausgebildet werden können. Derzeit bauen 55 Jugendliche aktiv ihre und damit auch unsere Zukunft auf. Seit 2007, verstärkt ab 2009, hat die LMBV konsequent neue Mitarbeiter mit einer hohen fachlichen Kompetenz und Qualifikation eingestellt, um zum einen Altersabgänge zu ersetzen und zum anderen die aktuell und künftig anstehenden Aufgaben weiterhin planmäßig und sachgerecht umzusetzen. Inzwischen besteht die Belegschaft fast zur Hälfte aus Neuzugängen, die dank ihres jungen Alters das Durchschnittsalter im Unternehmen positiv beeinflussen, oder mit anderen Worten, das Unternehmen um rund fünfeinhalb Jahre verjüngt haben. Noch plastischer wird diese Entwicklung bei einem Vergleich der Altersgliederung der Jahre 2008 und 2013. „Unterstreichen möchte ich auch, dass unser Gesellschafter und unsere Finanziers uns bei der Bewältigung der schwierigen und auch neuen Herausforderungen stets voll unterstützt haben. Die LMBV und ihre kompetente Belegschaft sind stolz auf dieses Vertrauen und danken dem Bund und den Braunkohleländern. Dies ist für uns ein Ansporn, unsere Aufgaben auch in Zukunft hochwertig umzusetzen. Ich danke auch allen Akteuren des Gemeinschaftswerkes Braunkohlesanierung, den Kommunen und Vertretungen der Berg- und Umweltbehörden, den für uns zuständigen Ministerien und unseren zahlreichen Geschäftspartnern.“

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