LMBV: Rückbau der Auflastschüttungen für den Harthkanal geplant

LMBV: Blick auf die Trasse für den künftigen Harthkanal

Umsetzen erfolgt nach derzeitiger Planung ab Ende 2018

Leipzig/Senftenberg: Die zwischen Zwenkauer See und Cospudener See im Auftrag des Freistaates Sachsen zu errichtende Gewässerverbindung mit dem Namen Harthkanal nimmt schrittweise weiter Gestalt an. Die Baugrundvergütungs- und Baugrundstabilisierungsmaßnahmen und das Errichten von Auflastschüttungen nördlich und südlich der BAB 38 zum Provozieren von Setzungen im Bereich der zukünftigen Ingenieurbauwerke der Gewässerverbindung im Auftrag der LMBV sind abgeschlossen.

Der Rückbau der beiden Auflastschüttungen erfolgt nach derzeitiger Planung ab Ende 2018 bis voraussichtlich Mitte 2019. Nachfolgend soll ab 2019 sukzessive mit dem Herstellen von Teilbauwerken des Harthkanals begonnen werden. Nach den letzten Abstimmungen mit der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion Sachsen, wird seitens des Projektträgers die Erteilung der Plangenehmigung in 2019 erwartet.

Hinsichtlich von Befürchtungen, dass sich mit dem Kanalbetrieb Bedingungen in den beiden Bergbaufolgeseen verändern, hier zunächst die derzeitig vorliegenden Messergebnisse zu den Gewässern:

  • Aktuelle Daten vom Zwenkauer See 2018: pH-Wert: 6,6;  Sulfat: 1.200 mg/L;  Eisengelöst: 0,01 mg/L;  Aluminium: 0,09 mg/L
  • Aktuelle Daten vom Cospudener See 2018: pH-Wert: 7,7;  Sulfat: 910 mg/L;  Eisengelöst: 0,02 mg/L;  Aluminium: nicht bestimmt.

Um welche Mengen geht es künftig beim Überleiten? Die zukünftige Überleitungsmenge des Harthkanals ist von der zukünftig vorgesehenen Bewirtschaftung, der Intensität der gewässertouristischen Nutzung, dem allgemeinen Wasserdargebot sowie etwaigen Hochwasserereignissen (Zwenkauer See wurde mit Hochwasserrückhaltefunktion planfestgestellt) abhängig. Damit wird sich die Überleitungsmenge nach Inbetriebnahme des Harthkanals in einer prognostizierten Größenordnung von 0 bis 2,5 m³/s bewegen.

Von externen Kritikern des Kanal-Vorhabens wird u.a. eine „gravierende Veränderung der Wasserqualität des Cospudener Sees“ nach Inbetriebnahme des Harthkanals erwartet. Aus Sicht der Auftraggeber sind jedoch schon heute bereits Güteparameter für das Überleitwasser aus dem Zwenkauer See vorgegeben, die nach Einschätzung von Hydrologen zu keinen nennenswerten Veränderung des pH-Wertes im Cospudener See führen werden. Die Sulfatkonzentration im Cospudener See wird sich in Abhängigkeit des Bewirtschaftungsregimes des Seenverbundes Zwenkauer See – Cospudener See entwickeln. Die LMBV geht davon aus, dass zur Sicherstellung der Wasserqualität des Cospudener Sees keine gesonderten Maßnahmen erforderlich werden. Entsprechende limnologische Bewertungen liegen vor und sind Bestandteil des Plangenehmigungsantrags der LMBV.

Ergänzend für den Zwenkauer See muss festgehalten werden: ohne Einleitung von Weiße-Elster-Wasser in den Zwenkauer See erhöht sich dort sukzessive der Sulfatwert* auf ca. 1.100 mg/L. Mit Einleiten von Weiße-Elster-Wasser wird langfristig eine deutliche Reduzierung der Sulfatkonzentration in Abhängigkeit der Mengensteuerung eintreten können. Die Erhöhung der Sulfatkonzentration hat daher insgesamt keine gravierenden negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität des Cospudener Sees. Sulfat ist zudem kein Kriterium für die Badewasserqualität.

Eine aktive Verbesserung der Wasserqualität im Zwenkauer See ist aus heutiger Sicht nicht notwendig. Die planfestgestellten Güteparameter sind nach Auffassung der LMBV hergestellt. Um die bestehende Qualität zu sichern, wird derzeit noch Sümpfungswasser aus dem Tgb. Profen und sowie Weiße-Elster-Wasser eingeleitet. Ab dem Jahr 2019 ist - wenn erforderlich - der Einsatz eines Bekalkungsschiffes eingeordnet, um den pH-Wert im See zu stabilisieren. Die Einleitung von Weiße-Elster-Wasser ist weiterhin vorgesehen und wird damit die Sulfatkonzentration im Zwenkauer See reduzieren helfen.

*Sulfatwerte: Zum Vergleichen und Einordnen dieser Sulfatwerte ist ein Foto vom Etikett einer handelsüblichen REWE-Mineralwasserflasche beigefügt – die 2018 in der Eifel gekauft wurde - mit rd.1.100 mg/L Sulfat. Sulfatwerte lassen sich derzeit technisch gesehen im großen Maßstab nur durch Verdünnen verringern.

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