LMBV: Schwimmende Architektur auf bereits mehreren Bergbaufolgeseen ermöglicht

Dutzende Ferienappartements und Forscherstuben schwimmen bereits in der Lausitz und in Mitteldeutschland

Senftenberg/Leipzig. Seit 2006 hat sich die Zahl von Schwimmenden Ferienappartements und Forscherstuben auf Bergbaufolgeseen stetig erhöht.

An fünf Bergbaufolgeseen in der Lausitz schwimmen bereits Häuser und Ferienquartiere, an vier Bergbaufolgegewässern in Mitteldeutschland kann man sich auf Schwimmenden Häusern einmieten.

Ein echter „Hingucker“ ist seit 2019 mit dem schwimmenden AUTARTEC-Haus der Fraunhofer-Forscher vom Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI aus Dresden am Bergheider See unweit der F 60 entstanden (Siehe auch Foto oben). Erst kürzlich hat eine private Firma ein zweites Ferienhaus auf dem Bärwalder See einsetzen können. Das Unternehmen Floating House aus Berlin hat die Genehmigung, im Bereich Klitten insgesamt bis zu 25 dieser schwimmenden Häuser auf dem LMBV-Gewässer Bärwalder See einzusetzen.

Floating House hatte im Frühjahr auch schon in Sachsen-Anhalt am Großen Goitzschesee – vormals der LMBV-Tagebau Goitsche – bei Bitterfeld weitere schwimmende Einheiten auf das Wasser gebracht. Der Bau der beiden letzten schwimmenden Häuser für das Goitzsche Resort in Bitterfeld-Wolfen begann 2018. Die Pontons wurden schrittweise im Bitterfelder Stadthafen ausgestattet. Das Goitzsche Resort hat die letzten beiden „floating houses“ am 18. April 2019 in Empfang genommen.

Ein weiterer Bergbaufolgesee der LMBV, der Geiseltalsee, wurde ebenfalls mit mehreren Schwimmhäusern attraktiv gemacht. Bei Braunsbedra entstand eine Steganlage für 8 Hausboote. Hunderte Gäste kommen damit zusätzlich in der Saison an den gefluteten LMBV-See und erholen sich auch in den mietbaren schwimmenden Ferienwohnungen. Anfang Juli 2019 konnten die Investoren die ersten 4 Hausboote in Braunsbedra am Geiseltalsee planmäßig einkranen. Mittlerweile liegen 6 Hausboote in der Marina und diese werden bald an den neuen Steg im Hafen verlegt, sobald dieser fertig ist.

Auch in Brandenburg ist die Firma Floating House aktiv: hier schaukeln bereits die ersten Musterhäuser bei Laasow auf dem Gräbendorfer See, ebenfalls ein Bergbaufolgesee „aus dem Hause LMBV“. „Gotha, Elbe-Elster, Eichsfeld, Salzlandkreis, Südliche Weinstraße – die Kennzeichen der Autos auf dem Parkplatz verraten, dass der Wohnhafen Scado am Geierswalder See mit aktuell fünf schwimmenden sowie zwei Strandhäusern Gäste aus ganz Deutschland anzieht.

„Inzwischen ist der Anblick der imposanten Anlage vielen Gästen vertraut – immerhin besteht der Wohnhafen nun zehn Jahre“ berichtete kürzlich die Sächsische Zeitung. Autorin Anja Wallner erinnerte daran, dass vor zehn Jahren im Juni 2009 das erste Modulhaus des Brandenburger Familienunternehmen Wilde am Südufer des Bergbaufolgesees montiert und übers Wasser zu seinem angestammten Platz auf dem See gezogen wurde.

Es war jedoch nicht das erste schwimmende Haus im Lausitzer Seenland, aber sein modernes Design sowie die hochwertige Ausstattung des Musterhauses im heutigen „Lausitz Resort“ zogen viel Aufmerksamkeit auf sich. Laut Plan und Genehmigung könnten noch bis zu insgesamt 20 derartiger Bauten für touristisches Wohnen entstehen. Bisher sind fünf Schwimmhäuser bei Geierswalde bisher nach und nach entstanden. Die beiden ähnlich designten Strandbauten an Land mit mehreren Appartements ergänzen das Ensemble.

Den Ruhm des ersten schwimmenden Hauses im Lausitzer Seenland konnte der damals noch nicht fertig geflutete und noch unfertig sanierte Partwitzer See, das LMBV-Restloch Skado, für sich beanspruchen. Es wurde 2006 von den Investoren Mietke und deren Firma Aqua Terra Lausitz finanziert und zu Wasser gebracht. Seitdem ist es immer gut gebucht  und wird zudem auch von der BTU Cottbus Senftenberg für Forschungszwecke genutzt.

Maritimes Flair und nordischer Chic inmitten der Dübener Heide bietet der Bergwitzsee – südlich der Lutherstadt Wittenberg gelegen – an und vermietet bereits auch seit mehreren Jahren vier moderne Ferienunterkünfte auf dem Wasser an. „Mit den schwimmenden Häusern gleiten Sie auf dem glitzernden Wasser des Bergwitzsees und genießen einen grandiosen Panoramablick auf unser Resort und das facettenreiche Landschaftsensemble. Die charmante Kombination aus traumhafter Lage und hochwertig eingerichtetem Ferienhaus garantiert dabei Wohlfühlerlebnisse der besonderen Art,“ heißt es dazu beim Vermieter. Der Bergwitzsee ist das Tagebaurestloch des Tagebaus Bergwitz. 1955 wurde der Braunkohlenabbau im dortigen Tagebau Bergwitz eingestellt. Bereits in den 1960er Jahren wurde die Kippe rekultiviert und die Böschungen gestaltet. Parallel dazu wurde das Restloch durch natürlichen Zulauf geflutet.

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