LMBV: Sichern von Filterbrunnen im Geiseltal durch Bergbausanierer kommt voran

Relikte des Tagebaus Mücheln werden schrittweise verwahrt

Leipzig/Mücheln. Um das Grundwasser abzusenken, wurden im aktiven Tagebaubetrieb über mehrere Jahrzehnte hinweg Filterbrunnen errichtet. So geschehen auch im Geiseltal. Nachdem man diese Brunnen nicht mehr benötigte, wurden entsprechende Rohrleitungen und Pumpen entfernt. Übrig blieben Brunnenröhren, die nicht immer verfüllt wurden. Teilweise wurden diese überbaggert, mit Kies verfüllt oder sind inzwischen vom Seewasser überdeckt.

Im Rahmen ihrer Sanierungsverpflichtung ist die LMBV dafür verantwortlich, die sichere Verwahrung, also Verfüllung, der verbliebenen Röhren nachzuweisen. Sind die Brunnen nach außen hin noch sichtbar, wird der Filterbrunnen aufgebohrt und mit entsprechendem Füllstoff, beispielsweise Braunkohlenfilterasche, verwahrt. Sind Filterbrunnen nicht mehr lokalisierbar, werden im Gelände flächig Geogittermatten verlegt, welche die Brunnenöffnungen abdecken. Damit wird effektiv ein mögliches Nachsacken des Hohlraums bis zur Oberfläche verhindert.

Für einzelne Filterbrunnenstandorte in ökologisch sensiblen Bereichen in denen kein öffentlicher Zugang erfolgt – wie Inseln und Naturschutzgebiete – ist die Sicherung mittels Dreibock geplant. Die in der Regel aus Metall gefertigte und mit Signalfarbenanstrich versehene Rohrkonstruktion markiert den Brunnenstandort deutlich. Alle drei angewandten Sicherungsverfahren stellen den aktuellen Stand der Technik dar. Bereits in den vergangenen Jahren wurden entsprechend ihrer Dringlichkeit einzelne Filterbrunnenstandorte z. B. in den Ortslagen Mücheln und Braunsbedra sowie in deren Häfen und zuletzt im Frühjahr 2016 am Standort Beuna verwahrt.

Für die abschließende Sicherung wird seit 2014 eine umfassende Planung ausgeführt. Neben aufwendigen Archivrecherchen zur Sichtung und Auswertung von Risswerks- und Standortunterlagen mussten Bohrprofile ausgewertet und mit Hilfe vorhandener Koordinaten die Brunnen vor Ort aufgesucht werden. Innerhalb der laufenden Planungen kam es bei den Datenrecherchen nicht selten zu widersprüchlichen Aussagen insbesondere zu Lage, Zustand und noch vorhandenem Gefahrenpotential der Brunnen, was für einige Filterbrunnenstandorte zu verändertem Sicherungsbedarf führte.

Im Ergebnis der Planungen wurden bisher 284 zu sichernde Filterbrunnen zur Genehmigung beim zuständigen Landesamt für Geologie und Bergwesen eingereicht. Geplant ist, auch unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher sowie eigentums- und genehmigungsrechtlicher Belange, die Verwahrung bereichsweise beginnend in 2016 auszuschreiben. Durch das Weiterführen der Bestreifung der noch nicht abschließend gesicherten Filterbrunnenstandorte kann eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ausgeschlossen werden.

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