LMBV: Sind Bergbaufolgeseen mit verantwortlich für das lokale Wetter?

Lokaler Einfluss von Seen nach dem Bergbau im Südraum Leipzig laut des Deutschen Wetterdienstes sehr gering

Leipzig. Seit Entstehung der künstlichen Seenlandschaften nach dem Bergbau kommt immer wieder die Frage nach deren Einfluss auf das lokale Wetter auf. Doch sind die Bergbaufolgeseen wirklich für das teils niederschlagsarme Klima verantwortlich? Der Experte Robert Scholz, Leiter der Außenstelle Leipzig-Holzhausen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigte gegenüber der Leipziger Volkszeitung, was der Bergbausanierer LMBV bereits angenommen hat: Der lokale Wettereinfluss der Bergbaufolgeseen wird häufig über- oder falsch eingeschätzt.

Der Einfluss von Bergbaufolgeseen auf das lokale Wetter sei demnach als gering einzuschätzen. Die Seen weisen lediglich eine Art Mikroklima auf. Das heißt laut Scholz: "In unmittelbarer Nähe unserer Seen sind die Temperaturen im Frühling und im Sommer am Tage geringer als anderswo in Leipzig, weil sich Wasser viel langsamer erwärmt als Luft. Im Herbst und im Winter stellen wir dann den umgekehrten Effekt fest. Der See braucht länger, um sich abzukühlen. In der Nähe des Kulkwitzer oder des Cospudener Sees ist es deshalb in den Nächten dann oft viel milder als in der Stadt. Zusätzlich kann sich im Herbst Nebel bilden, weil sich die Luft abkühlt und die Feuchtigkeit kondensiert."

Der wenige Niederschlag in der Region Leipzig sei nicht auf die Seenlandschaft, sondern auf die geographische Lage zurückzuführen. "Die Leipziger Tieflandsbucht, aber auch das Thüringer Becken und große Teile Sachsen-Anhalts gehören zu den trockensten Regionen Deutschlands. Leipziger Regen hat seinen Ursprung in den meisten Fällen in Niederschlagsgebieten, die zumeist vom Atlantik, also aus Westen oder Südwesten, zu uns gelangen. Leipzig befindet sich im sogenannten Regenschatten verschiedener Mittelgebirge", so Scholz.

Es sei anzunehmen, dass die Erkenntnisse auch auf andere Bergbaufolgeseen in der Lausitz und in Sachsen-Anhalt weitestgehend übertragbar sind. Das komplette LVZ-Interview mit dem Leiter der Außenstelle Leipzig-Holzhausen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom 5.8.2019 können Sie hier nachlesen.

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