LMBV: Start für Dichtwandbau für künftige WBA Plessa mit Medientermin zu 1. Baggerbiss

Einladung zu Medientermin vor Ort an WBA-Baustelle am 25. April 10:00 Uhr

Senftenberg/Plessa. Derzeit laufen intensiv die Vorbereitungsarbeiten für den Start des Dichtwandbaus für die künftige LMBV-Wasser-Behandlungs-Anlage (WBA) bei Plessa.

Nach Errichten der Baustraßen und der Leitwände als vorbereitende Arbeiten kann nun mit dem eigentlichen Bau der die Anlage umringenden Dichtwand für die WBA begonnen werden. Dazu kommt ein größerer Schlitzgreifseilbagger zum Einsatz, der die rund 60 Zentimeter breite Wand in den Untergrund Lamelle für Lamelle einbauen wird.

Wir laden Sie daher ein, sich bei Interesse gemeinsam vor Ort auf der Baustelle der WBA Plessa am 25. April 2019 ab 10:00 Uhr vom „Ersten Baggerbiss“ ein Bild zu machen.

Die WBA Plessa erreichen Sie über die B 169 aus Senftenberg in Richtung Elsterwerda kurz vor der Ortslage Plessa. Bitte melden Sie sich unter Pressesprecher@lmbv.de dafür bei mir an.

Hintergrund:

Die WBA Plessa wird seit vielen Jahren geplant und ist ein wichtiger Baustein der vielfältigen Bergbausanierungsvorhaben der LMBV m Süden der Lausitz. In der Anlage wird das mineralsaure und eisenhaltige Oberflächenwasser der Vorfluter Floß-, Binnen- und Hammergraben künftig behandelt, das heißt von einem Großteil seiner Eisenfracht entlastet, bevor es in die Schwarze Elster weiterfließt. Damit wird möglichen temporären negativen Auswirkungen, je nach anfallender Eisenfracht in den Gräben und Fließen - vorrangig auf die aquatischen Lebewesen, aber auch auf das Schutzgut Mensch, entgegengewirkt und die vorhandene Eisenfracht erheblich reduziert.

In der Wasserbehandlungsanlage wird dann über einen langen Zeitraum das aus natürlichen und bergbaulich bedingten Quellen stammende eisenbelastete Wasser einer gesamten Region – vom Bergheider See, der Kleinen Restlochkette bis über Lauchhammer nach Plessa gesammelt aufgenommen, behandelt und aufbereitet und kann dann in einem guten chemischen Zustand der Schwarzen Elster wieder zugeführt werden und ist damit ein wichtiger Umweltschutzbeitrag der Bergbausanierer von der LMBV.

Der eigentliche Anlagenbau erfolgt voraussichtlich ab dem II. Quartal 2020. Die geplante Inbetriebnahme und der Beginn des Probebetriebes sind aus heutiger Sicht auf Mitte 2022 datiert. Die Wasserbehandlungsanlage erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 4,5 ha und umfasst folgende Bauwerke:

  • Wehranlage
  • Ablaufturbine
  • Reaktionsbecken
  • Kalkanlage
  • Betriebswasseranlage
  • Sedimentationsbecken
  • Brauchwasseranlage
  • EHS-Pumpwerk
  • Schlammeindicker
  • Trübwasserpumpwerk
  • Schlammsilo
  • Zentrales Maschinenhaus
  • Betriebsgebäude (mit Aufenthaltsräume)
  • Gebäude Schlammentwässerung
  • Gebäude Elektroenergieversorgung
  • Mittelspannungsanlage: Schalthaus, Netzersatzanlage

Funktionsprinzip der künftigen WBA Plessa:

  • Das Oberflächenwasser (OW) aus dem Floß- und Hammergraben werden oberhalb der Wehranlage über das Entnahmepumpwerk mit 3 (+1) Pumpen gefördert/gehoben (bis max. 1,6 m³/s). Über drei Zulaufleitungen wird das Wasser weiter zur Eisenoxidation in das Reaktionsbecken (3-straßig) geleitet.
  • Dort wird Kalkmilch zugegeben, die vorab in der Kalkanlage im Maschinenhaus zubereitet wird. Dem oxidierten OW wird Flockungshilfsmittel (FHM) zudosiert. Anschließend erfolgt die Weiterleitung über Verteilerbecken in die drei Sedimentationsbecken (Rundbecken mit d = 18 m). Dort wird der Eisenhydroxid-Rohschlamm (EHS) abgetrennt.
  • Das Klarwasser wird an der Oberfläche abgezogen und über die Ablaufleitung und Ablaufturbine (dient der Energierückgewinnung) in den Hammergraben unterhalb der Wehranlage eingeleitet. Der EHS wird über das EHS-Pumpwerk zur Aufkonzentration den 3 statischen Schlammeindickern zugeführt. Dort erfolgt ggf. die Zugabe von weiteren FHM.
  • Im Anschluss wird der eingedickte EHS über eine die Pumpstation abgezogen und es erfolgt die Schlammentwässerung mittels zwei Bandfilterpressen sowie die Zugabe von FHM. Das Trübwasser wird der erneuten Wasserbehandlung und der entwässerte EHS dem Schlammsilo zugeführt. Dort erfolgt ggf. die Zugabe von Branntkalk, Flugasche oder die Direktverladung zur Verwertung/Entsorgung.

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