LMBV: Südgraben Altdöbern als Grundwasser-Wiederanstiegsschutz ist in Betrieb

Komplexlösung zum Schutz vor wieder ansteigendem Grundwasser errichtet

Senftenberg/Altdöbern. Am 11. April 2018 wurde der Südgraben Altdöbern offiziell in Betrieb genommen. Im Beisein der Financiers, Vertretern von Bund und des Landes Brandenburg, hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH den Südgraben offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Der Südgraben ist der wichtigste Bauabschnitt des errichteten flächenhaften Drainagesystems, der den Ort Altdöbern und die potentiell betroffenen Bauwerke dauerhaften Schutz vor wieder aufsteigendem Grundwasser bieten wird. Vor dem Bau wurden 448 potentiell betroffene Bauwerke identifiziert.

Mit der favorisierten Flächenlösung werden nun über 90 Prozent der betroffenen Bauwerke vor ansteigendem Grundwasser geschützt sein. Das sind über 430 Bauwerke und Wohngebäude, die von der Lösung profitieren. Sechs weitere Eigentümer erhielten bereits in den vergangenen Jahren Einzelhauslösungen. Die noch ausstehenden Gebäude werden falls nötig und je nach Wirkleistung des Südgrabens zu einem späteren Zeitpunkt geeigneten Sicherungsmaßnahmen unterzogen. Das zuströmende Grundwasser aus dem Südgraben wird gefasst und oberflächlich über das von der LMBV errichtete Vorflutsystem in Richtung Neues Vetschauer Mühlenfließ und Gräbendorfer See abgeleitet.

Der Südgraben wurde in den Jahren 2016 bis 2017 errichtet. Er ist 1.285 Meter lang, 20 bis 50 Meter breit und zwischen drei und bis zu zwölf Meter tief. Ca. 188.000 m³ Boden wurden dafür ausgehoben, 2.100 m³ Kies eingebaut und 40.000 m² Erosionsschutzmatten verlegt. Beauftragt mit der Planung und Bauüberwachung war die G.U.B. Ingenieur AG; bauausführend war die SGL Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH. Zudem wurde aufgrund zahlreicher naturschutzfachlicher Belange das Bauvorhaben von der IPROconsult GmbH ökologisch begleitet.

 

Hintergrund:

Die Bundesrepublik Deutschland sowie die betreffenden Bundesländer haben sich frühzeitig dazu verständigt, Betroffenen bei der Bewältigung der Probleme mit dem tagebaubedingten Grundwasserwiederanstieg zu helfen. Die endgültige Klärung der Verantwortlichkeit wurde bei dieser Beschlussfassung zurückgestellt. 

Zu jeweils 50 Prozent teilen sich Bund und Land die Kosten für die Gefahrenabwehr. Die LMBV mbH ist als Projektträger benannt worden und erhielt den Auftrag, Lösungen zur Abwehr von Gefahren in Folge des wiederansteigenden Grundwasser zu finden.

Nach sechs Jahrzehnten Braunkohleförderung im Tagebau Greifenhain (1936-1994) begann 1998 die Flutung des Altdöberner Sees. Schrittweise steigt das Grundwasser in der Umgebung wieder an. Das Grundwasser erreicht Altdöbern vor allem aus Richtung des Niederlausitzer Grenzwalls.

Weitere Bauabschnitte für die Gesamtmaßnahme

Ausbau des Chransdorfer Fließ

Das 1.331 Meter lange Chransdorfer Fließ vom Michlenzteich bis zum Südgraben wurde bereits ausgebaut. Mit einer Sohlanpassung in der Breite und Tiefe musste das Flussbett für die neuen Anforderungen erweitert werden.

Ertüchtigung der Verbindung zwischen Michlenzteich und Salzteich

In mehreren Bauabschnitten wurde der Verbindungsgraben zwischen Michlenzteich und Salzteich vorbereitet. Das Flussbett musste zwischen der Straßenbrücke Calauer Straße und dem Salzteich im Schlosspark vertieft sowie verbreitert werden.

Entschlammen des Salzteichs und Michlenzteichs

Die bestehenden Teiche werden 2018 ertüchtigt, um ihrer neuen Aufgabe gerecht zu werden. 1.700 Kubikmeter Schlamm werden dem Michlenzteich entnommen, dem Salzteich 38.000 Kubikmeter.

Umfeldgestaltung am neuen Südgraben Altdöbern

Neben dem Südgraben erfolgt abschließend eine §4-Maßnahme. Das sind Baumaßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzens. Finanziert wird dieses Vorhaben sowohl durch das Amt Altdöbern und dem Land Brandenburg.

Der vorhandene Wirtschaftsweg entlang des Südgrabens wird an das bestehende Wegenetz angebunden und zusätzlich asphaltiert. Ergänzt wird der Radweg durch drei Rad-Wander-Rastplätze mit Freiraummöbeln. Die Bereiche rund um den Weg und an der „Neuen Wasserfläche“ werden anschließend noch bepflanzt und begrünt.

Im Zuge des Gewässeraus- und Neubaus waren sechs Durchlassbauwerke zu erneuern bzw. neue Durchlässe zu errichten und ökologisch durchgängig zu gestalten.

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