LMBV: Tag der offenen Denkmale in Thüringen wird am Petersenschacht eröffnet

Thüringenweite Eröffnung findet für geladene Gäste am 9. September 2017 um 10 Uhr am Fördergerüst des Petersenschachtes in Sondershausen statt

Erfurt/Sonderhausen. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "Macht und Pracht".

Das Motto bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden: prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen.

Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern.

Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff informierte, dass 2017 in Thüringen über 500 zum Teil sonst nicht zugängliche Denkmale teil nehmen und sich den interessierten Besucherinnen und Besuchern präsentieren. „Denkmale geben unserem Land ein Gesicht. Sie stehen für die Unverwechselbarkeit und die Thüringer Identität“, so der Thüringer Kulturminister. Hoff würdigte das große gemeinschaftliche Engagement von Betreibern und ‎Denkmaleigentümern. Gemeinsam mit dem Staat würden die Bürgerinnen und Bürger eine große Leistung vollbringen, um das historische Erbe zu bewahren.

Die thüringenweite Eröffnung findet am Samstag, 9. September 2017, um 10 Uhr, mit geladenen Gästen am Petersenschacht in Sondershausen statt - dort sind jedoch keine öffentlichen Führungen möglich. Anschließend finden Denkmaltouren durch den Kyffhäuserkreis statt. Am 10. September öffnen am europaweiten Tag des offenen Denkmals in ganz Deutschland rund 7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen. Quelle: Staatskanzlei Thüringen Medieninformation 150/2017 v. 5.9.2017

Hintergrund zum Tag des offenen Denkmals

Die Eröffnungsveranstaltung des Tages des offenen Denkmals wird von der Thüringer Staatskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie dem Förderverein Denkmalpflege in Thüringen e. V. durchgeführt. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Denkmalförderverein Thüringen gehören zu den Förderern des Tages des offenen Denkmals. Die Eröffnungsveranstaltung wird vor dem europaweiten Tag des offenen Denkmals durchgeführt, damit in der Denkmalpflege Beschäftigte oder Interessierte auch an dem zentralen Programm teilnehmen können, was am Sonntag aufgrund des Engagements in den Regionen nicht möglich wäre.

In Thüringen wird seit 1993 der Tag des offenen Denkmals begangen. Der Tag will Bewusstsein für die erbaute Geschichte Thüringens schaffen, die Bürger für den Erhalt des Kulturguts sensibilisieren und die Identifikation mit der Heimatregion fördern. Durch die Einzigartigkeit des Dialogs zwischen Fachdenkmalpflegern, Restauratoren, Architekten, Denkmaleigentümern, Bürgern und Politikern in Thüringen wurde die Denkmalpflege als Teil der Kulturpolitik etabliert. Im Freistaat gibt es mehr als 30.000 Baudenkmale und 3.000 Bodendenkmale. Hiervon sind ca. 27.000 Profandenkmale, 2.000 Kirchen, 7 Synagogen, 1.600 historische Orgeln, 82 Burgen, 173 Schlösser, Residenzen sowie 330 Edelhöfe und Adelssitze. Weitere Informationen zum Denkmaltag finden Sie unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Fotos: Archiv der LMBV - Fotos von anderen Veranstaltungen

Zur Historie des Petersenschachtes auf dem Gelände des LMBV-Sanierungsbereiches KSE in Sondershausen

Um neue Förder- und Absatzquoten für das Werk zu erzielen, setzte sich der Schwarzburg-Sondershäuser Staatsminister Hermann Petersen (* 5. Oktober 1844 in Oldenburg in Holstein; † 1. Mai 1917 in Hamburg) für einen zweiten Schacht ein. Im Oktober 1909 wurde der Schacht II in 790 m Teufe in der Nähe vom Sondershäuser Hauptbahnhofs und des Dorfes Bebra niedergebracht. Damit zählte der Schacht II zu den ersten vier in Deutschland geteuften „Zweitschächte“ in der Kaliindustrie. Da das Werk am Einfallstor der Residenzstadt – dem Bahnhof – entstand, sollte nach fürstlicher Anordnung die Bergwerksanlage eine ästhetisch anspruchsvolle Gestaltung erhalten. Es wurde eine besondere Komposition aus traditioneller Haus- und Industriearchitektur geschafften, die Gestaltungsprinzipien des Jugendstils in sich vereint. Insbesondere das 44 Meter hohe Gerüst des Förderturms gilt als herausragendes seiner Art. Es wurde auf Wunsch des Fürsten vom Pariser Eiffelturm inspiriert und zählt heute neben dem Residenzschloss zu den Wahrzeichen der Stadt Sondershausen. Zu Ehren des Staatsministers wurde dem Schacht der Name „Petersenschacht“ übertragen. Heute hat am Petersenschacht in Sondershausen der LMBV-Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz seinen Sitz. Quelle: Wikipedia

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