LMBV: Tag des Wassers – Wasser als wichtiges Element zum Herstellen der Bergbaufolgeseen

Ausgewählte Daten und Fakten aus der LMBV-Wasserwelt 2016

Senftenberg/Leipzig. Entsprechend des erreichten Sanierungsstandes hat die LMBV im zurückliegenden Jahr 2016 das Fluten und die Gewässernachsorge der Bergbaufolgeseen mit rund 115 Millionen Kubikmeter Wasser in der Lausitz und in Mitteldeutschland fortgeführt. Mit einer Jahressumme von rund 89 Millionen Kubikmeter für Flutung und wasserwirtschaftliche Nachsorge konnte im LMBV-Teil des Lausitzer Reviers die Menge des Vorjahres um ein Drittel überboten werden. Im selben Zeitraum konnten im mitteldeutschen Revier insgesamt 26 Millionen Kubikmeter zur Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen genutzt werden.

Aus meteorologischer Sicht war das Jahr 2016 überdurchschnittlich warm mit Niederschlägen im Bereich der Normalwerte. Der Winter zeigte sich mild aber ausdauernd. Kalte Phasen mit Schneefällen reichten bis in den April. Der Sommer begann relativ unbeständig mit zum Teil sehr heftigen Unwettern und verabschiedete sich mit einem hochsommerlichen September. Einem nassen Herbst folgte ein trockener und schneearmer Dezember, so die Einschätzungen des Deutschen Wetterdienstes. Hinsichtlich der Niederschlagssummen zeigte sich ein deutlich zweigeteiltes Bild zwischen der Lausitz und dem mitteldeutschen Revier. Während in der Lausitz insgesamt leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen registriert wurden (Ø + 5 Prozent) war es in Mitteldeutschland deutlich zu trocken.

Das Wasserdefizit in der Lausitz mit den Einzugsgebieten der Spree, Schwarzen Elster und Neiße verringerte sich im Jahr 2016 bei leicht wachsendem Füllstand der Seen und fortschreitendem Grundwasserwiederanstieg weiter. Im Vergleich zum ursprünglichen Defizit von 7,0 Milliarden Kubikmetern beträgt das Gesamtdefizit nur noch circa 1,0 Milliarden Kubikmeter. In Mitteldeutschland mit den Einzugsgebieten der Mulde, Pleiße, Selke, Weißen Elster und Saale konnte das ursprüngliche Wasserdefizit von 5,7 Milliarden Kubikmetern auf ein Defizit von 1,2 Milliarden Kubikmetern im Jahr 2016 reduziert werden. Insgesamt wurden in den zurückliegenden 20 Jahren bereits 3,8 Milliarden Kubikmeter Wasser für die seit 1996 laufende Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen der LMBV genutzt. Der größere Anteil von fast 2,1 Milliarden Kubikmeter konnte in die Tagebaurestlöcher der Lausitz geleitet werden.

Im Lausitzer Sanierungsrevier wurden im Jahr 2016 zudem ca. 56 Millionen Kubikmeter bergbaulich beeinflusstes Wasser in vier betriebseigenen Wasserbehandlungsanlagen der LMBV behandelt. Rund 79 Mio. Kubikmeter kamen dabei in der Lausitz aus der Vorflut. Im Jahr 2016 wurden bilanzseitig insgesamt 104 Millionen Kubikmeter Fremdwasser sowohl aus der fließenden Welle der Vorfluter als auch aus den Tagebauen der MIBRAG für die LMBV bereitgestellt. Gleichzeitig wurden auch insgesamt rund 105 Millionen Kubikmetern Wasser wieder in die Vorflut im Jahr 2016 eingeleitet. Die Wasserabgaben setzen sich aus dem Abschlag sanierungsbedingter Wasserhaltungen an die Vorflut und der in Erfüllung von wasserrechtlichen Auflagen zur Aufrechterhaltung des Fließcharakters der Vorflut getätigten Abgaben zusammen.

In der Lausitz wiesen vor der Flutung von den entstehenden 30 Bergbaufolgeseen mit geplanter Fremdwasserflutung 20 Seen saure und stark saure Verhältnisse auf. Im Jahr 2016 waren dieser Kategorie nur noch elf Seen zuzuordnen. Die Zahl der nicht mehr sauren Seen stieg zwischenzeitlich von anfänglich neun auf aktuell 17. Der bisher erreichte Stand der Wasserbeschaffenheit ist das Ergebnis langjähriger Flutung der Bergbaufolgeseen sowie zielgerichteter Konditionierungsmaßnahmen der LMBV. In Mitteldeutschland waren vor Flutungsbeginn von 20 Seen und Teilseen acht Seen mit saurem oder stark saurem Wasserkörper vorhanden. Aktuell ist die Mehrzahl der mitteldeutschen Bergbaufolgeseen bereits neutral und gut bzw. sehr gut gepuffert (18 von 20). Ausführlichere Informationen wird die LMBV auf ihrem für den 1. Juni 2017 geplanten Jahresrückblick geben können.

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