LMBV: Temporäre Rohrleitung für Rainitza entsteht auf 2,5 Kilometer oberirdisch

Bauzeitliche Umverlegung der Rainitza in Senftenberg geht voran

Senftenberg. „Für den Ausbau der Rainitza als künftigen Ableiter aus der Seenkette in die Schwarze Elster muss das Fließgewässer temporär über eine Rohrleitung umverlegt werden“, informierte Michael Matthes, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter. „Die Umverlegung der Rainitza ist die Grundlage für die dann folgende geotechnische Sicherung des Rainitza-Bettes.“

Die Umverlegung der Rainitza erfolgt östlich der Stadt Senftenberg und der B 96/169 sowie des Gewerbegebietes Laugkfeld. Dort umfasst der Unterlauf der Rainitza eine Länge von ca. zwei Kilometer, beginnend an der Einmündung zur Schwarzen Elster in Senftenberg. Den Auftrag führt die Firma TWB Tief- und Wasserbau GmbH aus Boblitz aus.

„Bereits im Jahr 2015 sind dazu vorbereitende Arbeiten für den künftigen „Stöpsel“ aus der Restlochkette gestartet. Nach einer noch anstehenden Verdichtung der Trasse müssen sowohl ein Wehrbauwerk am Ufer des Sedlitzer Sees, ein Sielbauwerk an der Mündung in die Schwarze Elster und Querungsbauwerke hergestellt werden“, ergänzt der verantwortliche LMBV-Projektmanager Jens Bäcker.

„Seit Herbst 2016 werden nun im Auftrag der LMBV die Arbeiten zur temporären Umverlegung der Rainitza in eine 1.000er Rohrleitung durchgeführt, um Baufreiheit zu gewinnen.“ Das Wasser der Rainitza wird nach Fertigstellung der Rohrleitung im Bereich der Brückenquerung B 169 / Rainitza mit einer Pumpstation in einen Hochbehälter gehoben und fließt dann der Schwarze Elster außerhalb der geotechnisch notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu.

Rohrleitung mit Straßendüker im Entstehen

Die temporäre Überleitung des Rainitza-Wassers ist für eine Wassermenge von bis zu 1.000 l/s ausgelegt. Entsprechend wurde die Ableitungsrohrleitung hydraulisch auf einen Durchmesser DN 1000 bemessen. Die gesamte zu bauende Rohrleitungslänge beträgt 2.505 m. Da es sich um eine temporäre Rohrleitungsanlage handelt, erfolgt eine oberirdische Verlegung. Die Trassenverlegung gliedert sich in drei Teilabschnitte:

  1. Teilabschnitt – von Pumpwerk Rainitza (Bauanfang) bis Straßendüker „Grünstraße“
  2. Teilabschnitt – von Straßendüker „Grünstraße bis Straßendüker „B 96“
  3. Teilabschnitt – von Straßendüker „B96“ bis Auslauf „Rainitza“ (Bauende), ca. 80 m oberhalb der Einmündung der Rainitza in die schwarze Elster

Hintergrund

Durch die Beendigung der Braunkohleförderung in der Region Senftenberg entsteht aus den Restlöchern der ehemaligen Tagebaue eine Seenkette im Lausitzer Seenland. Diese „Restlochkette Sedlitz, Skado, Koschen“ wird aus dem aufsteigendem Grundwasser und der vorhandenen Vorflut gefüllt. Die Verbindungskanäle zwischen den herzustellenden drei Bergbaufolgeseen, dem Geierswalder See, dem Partwitzer See und dem Sedlitzer See sind bereits weitestgehend fertiggestellt. Nach dem Fluten der Restlöcher wird der Zielwasserstand in allen drei Bergbaufolgeseen bei 100,00 bis 101,00 m NHN liegen. Zusätzlich soll ein Teil der Wassermengen der Restlochkette als Stützungswasser der Schwarzen Elster genutzt werden.

Die einzige Verbindungsmöglichkeit der Restlochkette zur Schwarzen Elster besteht über einen neu zu schaffenden Ableiter aus dem Restloch Sedlitz und dem Anschluss an die vorhandene Rainitza. Neben dem Schaffen des neuen Ableiters aus dem Restloch Sedlitz ist die Rainitza auch für die neuen hydraulischen Gegebenheiten um- und auszubauen. Das heißt, für das Ableiten der Wässer über die Rainitza in die Schwarze Elster sind der Neubau eines Ableiters aus dem Sedlitzer See bis zur Einmündung in die Rainitza sowie ein Vertiefen und Verbreitern der Rainitza in deren weiteren Verlauf bis zur Schwarzen Elster erforderlich. Das Vorflutgewässer ist dafür aus dem Gewässerbett temporär umzuverlegen und das Oberflächenwasser über eine Freispiegel-Druckleitung DN 1000 der Schwarzen Elster zuzuführen.

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