LMBV: Von der „Weiten Bleiche“ bis zur „Großen Tränke“ - Vieles im Blick der FZL

Die Flutungszentrale der Bergbausanierer ist seit 2000 in der Lausitz aktiv

Senftenberg. Die Flutungszentrale der LMBV (FZL) ist in Senftenberg am Sitz des Bergbausanierers angesiedelt. Mit fünf qualifizierten Mitarbeitern werden dort u.a. Flutungswasser-Prognosen erarbeitet, Stellhandlungen vorbereitet, abgestimmt und überwacht, in Fach-Arbeitsgruppen mitgearbeitet, das GRMSTEU gepflegt sowie verschiedene Auswertungen und Wasserberichte erstellt.

Die FZL betrachtet insbesondere das Flussgebiet der Spree von der „Weiten Bleiche“ – ein Pegel oberhalb von Bautzen - bis zur „Großen Tränke“ vor Berlin. Die Steuerzentrale wirkt im Flussgebiet ausgleichend und vermittelnd hinsichtlich der verschiedenen Nutzer, wobei die hoheitlichen Aufgaben bei den Behörden der Länder Brandenburg bzw. beim Freistaat Sachsen verbleiben. Das Betrachtungsgebiet der FZL ist rund 8.000 Quadratkilometer groß, also rund viermal so groß wie der bergbauliche Lausitzer Absenkungstrichter von etwa 2.000 Quadratkilometern. In LMBV-Verantwortung sind davon 730 Quadratkilometer; in LEAG-Verantwortung etwa 1.210 Quadratkilometer.

Die FZL verarbeitet neben Wetterdaten von acht Lausitzer Stationen des Deutschen Wetterdienstes auch wasserbezogene Meldedaten von rund 200 Meldestellen entlang von Lausitzer Neiße, Spree und Schwarzer Elster. Von 50 Anlagen aus dem Revier mit etwa 10.000 Betriebsdaten täglich kommen eine Fülle von Informationen bei den Mitarbeitern der FZL an, die rechnergestützt verarbeitet werden. Derzeit können theoretisch maximal 72 Kubikmeter pro Sekunde über 38 errichtete oder vorhandene Steuer-Anlagen in die Bergbaufolgeseen abgeleitet werden. Jedoch ist die Verfügbarkeit in den Lausitzer Fließgewässern bei weitem im Durchschnitt nicht so hoch. In der Spree fließen im Mittelabfluss etwa 14,4 Kubikmeter pro Sekunde, in der Schwarzen Elster sind es etwa 3,0 Kubikmeter pro Sekunde. So müssen vor allen die Überschussmengen im Frühjahr nach der Schneeschmelze abgenommen werden.

Lag anfänglich das Lausitzer Wasserdefizit im Revier um 1990 bei rund 7,0 Mrd. Kubikmetern, verringerte es sich im Jahr 2000 auf noch 1,7 Mrd. Kubikmeter und ist heute nur noch 0,4 Mrd. Kubikmeter groß. Die FZL muss bei beim Fluten der Bergbaufolgeseen auch immer eine Rangfolge beachten: zunächst sind die höherrangigen Nutzer wie die Fischerei und die Kühlwassernutzung der Kraftwerke zu beachten, dann hat das Wiederauffüllen der Speicher und Talsperren zunächst Priorität vor dem Fluten der Bergbaufolgeseen. Auch das Speisen der Scheitelhaltung für den Oder-Spree-Kanal ist vorrangig. Das Hauptaugenmerk der FZL lag die ersten fünf Jahre auf der mengenmäßigen Auffüllung der vom Braunkohlenbergbau hinterlassenen Hohlformen. Seit 2005 befasst sich die LMBV verstärkt auch mit Gütefragen bei der Flutung und Bewirtschaftung der entstehenden Bergbaufolgeseen.

Innerhalb der Lausitz wird der Flutungsprozess von 30 künftigen Seen durch die LMBV begleitet. Bereits bei 8 auf ostsächsischem und ebenfalls bei 8 auf brandenburgischem Territorium ist die Flutung abgeschlossen. War das Jahr 2002 mit 182 Mio. Kubikmeter ein sehr gutes Jahr zum Fluten, folgten 2003 und 2004 sogenannte Trockenjahre mit nur 64 bzw. 65 Mio. Kubikmetern. 2005 und 2008 waren mit 190 bzw. 170 Mio. Kubikmetern wiederum sehr gute „Flutungsjahre“ für die FZL. In den Jahren 2001 bis 2017 konnten nur durchschnittlich 70 Mio. Kubikmeter verfügbar gemacht werden. Dies war aber auch durch den Fortgang bzw. noch andauernden Sanierungsarbeiten an den künftigen Seen bedingt. 2017 erzielte die FZL ihr bisher drittbestes Flutungsergebnis mit 162 Mio. Kubikmetern, was den Füllstand der Seen auf etwa 84 Prozent ansteigen ließ.

2018 steht zunächst weiter das Fluten des Großräschener Sees im Mittelpunkt; nach 2021 folgen dann vorrangig der Sedlitzer See sowie um 2026 der Altdöberner See. Parallel wird das Speichersystem Lohsa II befüllt und auch zur Niedrigwasseraufhöhung der Spree bereits genutzt. Damit rückt ein bedarfsgerechtes Ausleiten sowie das Begleiten des Konditionierens und Nachsorgens immer mehr in den Fokus der Arbeit der FZL. Das Fluten wird zunehmend auch zum Stützen der angestrebten und bereits erreichten Wasserqualitäten genutzt, wobei das Bewirtschaften der Bergbaufolgeseen eng abgestimmt wird. Seitens der Behörden gibt es nach mehr als 17 Jahren erfolgreichen Arbeitens der FZL ein großes Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter der Flutungszentrale unter Leitung von Doris Mischke.

Im Foto: Das Team der FZL in der Leitstelle Anfang März 2018 (Fotos: Steinhuber/LMBV)

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