LMBV: Vorstellen der Sanierungsmaßnahmen im Umfeld des Sedlitzer Sees erfolgt

Fluten auf einen Zielpegel von +100 m NHN voraussichtlich bis Ende 2019 / Anfang 2020 geplant

Sedlitzer See - Gegen Wellenschlag gesichertes Nordostufer bei Lieske

Senftenberg. Am 3. November 2016 fand auf Einladung von Andreas Fredrich, Bürgermeister der Stadt Senftenberg, und des Ortschaftsbeirates eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger und Bürgerinnen im Bürgerhaus Sedlitz statt.

Seitens der Stadtverwaltung informierte Geschäftsbereichsleiter Carsten Henkel über die Schnittstellen zur Sedlitzer Bucht und das Gewerbegebiet Nordufer Sedlitzer See. Der dazu geladene LMBV-Sanierungsbereich Lausitz informierte über die laufenden und geplanten Sanierungsvorhaben am Restloch Sedlitz, dem Sedlitzer See. Wesentliche Aspekte des LMBV-Vortrags vom zuständigen Abteilungsleiter Sanierungsmanagement Michael Matthes waren u.a.:

Der Ortsteil Sedlitz der Stadt Senftenberg steht auf einer quasi gewachsenen Insel und ist umgeben von vormaligen Tagebauen und künftigen Bergbaufolgeseen. Mit dem aufgehenden Grundwasser nach der Einstellung der Tagebaue und der noch andauernden Sanierung und Flutung der Restlöcher sind noch einige angrenzende Flächen im Umfeld gesperrt und derzeit nur mit Sondergenehmigungen und Verhaltensanforderungen bewirtschaftbar. Erst nach Vorliegen der notwendigen Gutachten und dem erfolgten Verwahren von alten Filterbrunnen können schrittweise weitere Flächen entsperrt werden.

Derzeit laufen verschiedene bergbauliche Sanierungsmaßnahmen an den Ufern des Restloches Sedlitz. Dazu gehört das Fortführen der Filterbrunnen-Verwahrung an mehreren Stellen. Fortgeführt wird auch das Sichern von Böschungsabschnitten mit Geotubes und Wasserbausteinen im 2. Bauabschnitt im Nordostbereich bei Lieske. Fortlaufend erfolgen das Bergen von Totholz im Restloch im südwestlichen und nördlichen Seebereich und das Verbringen des geholzten Materials, u.a. als zusätzliches Wellenschutzmaterial vor vormaligen Auslaufkesseln am Skadodamm.

Baubeginn für das Sichern eines 1.900 Meter langen Uferbereiches an der Ostböschung im Südfeld war im September 2016. Dabei wird der Uferbereiches auf ca. 50 m Breite durch Geländeabtrag bzw. Geländeauffüllung sicher profiliert. Dazu werden Wasserbausteine auf einer Fläche von ca. 22.000 Quadratmeter verbaut und eine Feinprofilierung zum Schutz vor Erosion umgesetzt.

Ab Februar 2017 startet die Verfüllung eines Randschlauches im östlichen Böschungssystem. Hier erfolgt zudem eine Sicherung der Böschung im Unterwasserbereich durch Unterwasservorschüttung von Kippenboden auf ca. 500 Meter Länge, wofür derzeit noch das Genehmigungsverfahren beim LBGR läuft. Rund 250.000 Kubikmeter Massen sollen dazu im Randschlauch zudem noch verklappt werden.

Zu den geplanten Projekten gehören ab März 2017 auch das Beseitigen der Kliffbildungen unterhalb der Pumpstation Bahnsdorf auf einer Länge von rund 1.300 Metern mit dem dortigen Verbau von Wasserbausteinen und dem Abflachen der künftigen Uferböschung sowie der landseitigen Angleichung der Endböschung an den Bestand.

Eine weitere Sanierungsmaßnahme findet im südlichen See im Bereich der gekippten Nordböschung des Skadodamms auf einer Länge von ca. vier Kilometer statt. Geplanter Baubeginn für diese Böschungsgestaltung ist der März 2017. Dort wird dann eine Ausgleichsneigung von 1:18 bis 1:20 hergestellt und teilweise ein Steinverbau stattfinden.

Eine wichtige Baumaßnahme der LMBV stellt das Herstellen der Trasse für den künftigen Ableiter aus dem Sedlitzer See über gekippten Boden und sein Anbinden an die Rainitza dar. Bereits im Jahr 2015 sind dazu vorbereitende Arbeiten gestartet. Nach einer noch anstehenden Verdichtung der Trasse müssen sowohl ein Wehrbauwerk am Ufer, ein Sielbauwerk in Richtung Schwarze Elster und Querungsbauwerke hergestellt werden. Zuvor musste beginnend ab Herbst 2016 die Arbeiten zum Umverlegen der Rainitza temporär in eine 1000er Rohrleitung erledigt werden, um Baufreiheit zu gewinnen.

Eine weitere Flutung wird in Abhängigkeit des Sanierungsfortschrittes in mehreren Stufen über die Wasserhöhen von +96 mNHN bzw. dann auf +97 m NHN bis zu einem Zielpegel von +100 m NHN – dies dann voraussichtlich bis Ende 2019 / Anfang 2020 - vollzogen werden können. Beim benachbarten Großräschener See wird die Zielmarke von +97,5 m NHN – dies ist auch die Hafensohle – bereits Ende 2017 / Anfang 2018 erreicht werden können, sofern ausreichende Flutungsmengen verfügbar gemacht werden können und ebenso die derzeit noch laufenden notwendigen Sanierungsmaßnahmen an den Ufern des Restloches des Tagebaus Meuro termingerecht finalisiert werden können.

LMBV: Rosendorfer Kanal am Skadodamm
Rosendorfer Kanal am Skadodamm zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See

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