LMBV-Konferenz zeigt wasserwirtschaftliche Sanierungsergebnisse in Mitteldeutschland

Rund 150 interessierte Teilnehmer verfolgten Fachvorträge

Leipzig. Im Rahmen einer Fachkonferenz mit rund 150 Gästen lud der Bergbausanierer LMBV am 10.03.2016 nach Leipzig ein, um die bereits erreichten Ergebnisse der wasserwirtschaftlichen Sanierung im mitteldeutschen Raum zu erörtern und sich zu noch anstehenden Aufgaben und weiterführenden Projekten auszutauschen. Die Maßnahmen zur Flutung und zur Entwicklung der Gewässerbeschaffenheit in der entstehenden Bergbaufolgelandschaft sind für die LMBV und ihre Partner von großer Bedeutung. Das Umsetzen der Maßnahmen unter sich stetig verändernden Randbedingungen hat zu Veränderungen in der Beschaffenheit des Grund- und Oberflächenwassers der bergbaulich beeinflussten Gebiete geführt. Die Weiterentwicklung der bestehenden Flutungs- und Wasserbehandlungskonzepte in Mitteldeutschland berücksichtigt diese und weist in die Zukunft. „In den Gebieten des Sanierungsbergbaus ist neben der bergrechtlichen Verpflichtung zur Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau beanspruchten Flächen und der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit die Rehabilitierung des Wasserhaushaltes nach Menge und Beschaffenheit eine wesentliche Aufgabe der LMBV,“ so der LMBV-Chef Klaus Zschiedrich zur Eröffnung.

Kernpunkte der Wiedernutzbarmachung und Wiederherstellung eines sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes sind die Herstellung von Bergbaufolgeseen in den Hohlformen der ehemaligen Braunkohlentagebaue durch Fremdflutung und durch Grundwasseraufgang. Ebenso wichtig sind deren Anbindung an die Gewässersysteme durch den Bau geeigneter Zu- und Ableiter. Hierbei zu lösende Aufgaben sind nach weitgehendem Erreichen der mittleren Endwasserstände der Bergbaufolgeseen u. a. die Stabilisierung des Wasserstandes zur Abwehr von Vernässungsschäden in der Umgebung der Seen, ihre Vorbereitung für die Speicherbewirtschaftung durch Berücksichtigung von Bewirtschaftungslamellen sowie ihre Vernetzung untereinander bzw. mit den Fließgewässern für die künftige Wassermengen- und Wassergütebewirtschaftung der Flusseinzugsgebiete. Ein hervorragendes Beispiel der gewinnbringenden Zusammenarbeit von aktivem Bergbau und Sanierungsbergbau in Mitteldeutschland stellt das integrierte Wassermanagement (Wasserüberleitungsvertrag) zur Nutzung von Sümpfungswässern des Bergbautreibenden zur aktiven Flutung der Bergbaufolgeseen dar. Mit seiner relativ hohen Alkalinität hat das Überleitungswasser zu wesentlichen Kosteneinsparungen bei der Neutralisation der Wasserkörper in den zu flutenden Tagebaurestlöchern geführt. Die bewährte Nutzung der Sümpfungswässer soll mindestens bis zum Auslaufen des Liefervertrages zum Jahresende 2018 fortgesetzt werden.

Der Hochwasserschutz der Unterlieger an der Weißen Elster konnte durch die Errichtung eines Ein- und Auslaufbauwerkes in den Zwenkauer See wesentlich verbessert werden; die dem See beigemessene wasserwirtschaftliche Funktion der Hochwasserentlastung wurde damit umgesetzt. Die Vorflutfunktion der bergbaulich beeinflussten Fließgewässerabschnitte in den Sanierungsgebieten wird durch Maßnahmen zur hydraulischen Ertüchtigung (Gewässerausbau, Gewässerberäumung, Rückbau von Sohldichtungen) verbessert. Das qualifizierte montanhydrologische Monitoring und die Weiterentwicklung problemadäquater Prognosewerkzeuge bilden wesentliche Grundlagen für die Wasserbewirtschaftung in der nachbergbaulichen Landschaft und für sachgerechte Planungen von Maßnahmen zur Abwehr schädlicher Einflüsse.

Die Wasserbeschaffenheit der Gewässer erlangt zunehmend eigenständige Bedeutung für die Sanierung des Wasserhaushaltes in der Bergbaufolgelandschaft. Zu den maßgeblichen Herausforderungen gehören die Versauerung der Bergbaufolgeseen sowie die Eisen- und Sulfatbelastungen der Fließgewässer. Durch die konsequente Weiterentwicklung mobiler und stationärer Technologien der In-lake-Wasserbehandlung in den letzten Jahren ist die Versauerung der Bergbaufolgeseen inzwischen gut beherrschbar. Als nachhaltige und selbstregulierende Lösungen werden alternative Möglichkeiten der Einbindung bzw. Wiederanbindung von natürlichen Fließgewässern an die künstlich hergestellten Bergbaufolgeseen untersucht.

Zur Lösung der Beschaffenheitsproblematik in den Fließgewässern werden in Schwerpunktbereichen wie der Pleiße Maßnahmen zum Rückhalt zur Minderung der Versickerung geprüft. Aufgrund der diffusen Stoffeinträge und gemäß vorliegender Prognosen ist die Erreichung der Bewirtschaftungsziele für die bergbaubeeinflussten Fließgewässer bis 2027 aber unwahrscheinlich. Da auf die zu erwartenden Wasserbeschaffenheitsänderungen in Folge des Grundwasserwiederanstiegs durch den Sanierungsbergbau nur in Schwerpunktbereichen reagiert werden kann, wird im Rahmen zukünftiger Bewirtschaftungszyklen bei der Erstellung der Bewirtschaftungspläne die Aufnahme von bergbaubedingt weniger strengen Bewirtschaftungszielen und besonderen Ausnahmen in den Bewirtschaftungsplänen unumgänglich werden. Der aktuelle 2. Bewirtschaftungsplan für den Zeitraum 2016 bis 2021 schließt eine mögliche künftige Inanspruchnahme von weniger strengen Bewirtschaftungszielen und Ausnahmen nicht mehr aus. Mit dem zur Fachkonferenz vorliegenden Konzept und den erarbeiteten Maßnahmendatenblättern gab die LMBV einen Überblick zum aktuellen Stand der Planungen und der Vorbereitung geeigneter Maßnahmen zur Gestaltung der Gewässersysteme in der Bergbaufolgelandschaft Mitteldeutschlands. Die Konferenz zeigte gleichzeitig, dass die wasserhaushaltliche Sanierung kein statischer Vorgang ist, sondern permanent an veränderte Entwicklungen angepasst werden muss. Die LMBV wird den Prozess der wasserwirtschaftlichen Sanierung in Mitteldeutschland mit allen Beteiligten deshalb zu gegebener Zeit fortschreiben und weiterentwickeln müssen.

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