LMBV: Wichtige Verkehrsader in Lauchhammer-Mitte nach Sanierung freigegeben

Bergbausanierer haben Wort gehalten und imnerstädtische Verbindungsstraße fristgemäß gesichert und neu aufgebaut

Senftenberg/Lauchhammer. Auf diesen Tag hat der Bergbausanierer LMBV gemeinsam mit Partnern lange hingearbeitet: Ab dem 2. September 2019 konnte der innerstädtische Verkehr in Lauchhammer wieder über die Ortrander Straße rollen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung konnte die LMBV den fristgerechten Abschluss der langfristigen Arbeiten an der im Herzen der südbrandenburger Stadt gelegenen Ortrander Straße zum 31. August 2019 vermelden.

Auftragnehmer der LMBV war dafür die Fa. SGL Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer. Die Ortrander Straße, die im Zuge der Sanierung des Kuthteiches im Auftrag der LMBV gesperrt und auf einen gesicherten Rütteldamm verlegt wurde, ist nun wiederhergestellt. Aus diesem Anlass wurde gemeinsam vom Bürgermeister der Stadt Lauchhammer, Roland Pohlenz und Michael Matthes, zuständiger LMBV-Abteilungsleiter Projektmanagement, am Vormittag des 02.09.2019 symbolisch ein Band durchgeschnitten. Die verkehrsrechtliche Freigabe für Nutzer erfolgte ab 12:00 Uhr.

Hintergrund:

Im Stadtgebiet Lauchhammer gibt es 23 Kippenstandorte auf etwa 180 Hektar Fläche. Die Ursachen für die Erneuerung der Ortrander Straße liegen auch in den Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Mit dem benachbarten Restloch 38, auch als Kuthteich bekannt, ergaben sich im Zuge des sich wiedereinstellenden Grundwassers in der Stadt auch Standsicherheitsprobleme am Ufer des LMBV-Restloches. Der Tagebau „Kuth“ war der westliche Teilbereich der ehemaligen Grube „Emanuel“. Hier wurde von 1918 bis 1922 Braunkohle gefördert. Von 1938 bis 1993 erfolgte das Einspülen von Kohletrüben aus Brikettfabriken in das Tagebaurestloch, welches sich durch den Grundwasserwiederanstieg zu einem neuen Gewässer, dem heutigen Kuthteich, entwickelte.

Bereits frühzeitig hat der Bergbausanierer schrittweise ab 2011 verschiedene Planungen zum Herstellen der Sicherheit am Kuthteich entwickelt und mit der Stadtspitze abgestimmt. Dazu gehörte auch das Umsiedeln des Allgemeinen Hundesportvereins Lauchhammer in unmittelbarer Nachbarschaft des Restloches. Vorlaufend erfolgte bereits 2015 ein temporäres Umverlegen von Medien. Die Demontage der alten Absperrung des geotechnisch äußerst sensiblen Bereiches erforderten eine halbseitige Sperrung der Verkehrsader im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und dem Gewerbegebiet an der Ortrander Straße. Nach dem Jahreswechsel 2015/2016 folgte das Abholzen des Waldgürtels zwischen Ortrander Straße und Uferlinie des Kuthteiches. In dem Bauabschnitt 1.1 wurden bis zum 30.06.2016 dann alle weiteren vorbereitenden Maßnahmen zur Sicherung des Restloches 38 ergriffen. Mit dem Beginn der bergtechnischen Rodungs- und Verdichtungsarbeiten musste die Ortrander Straße ab dem 27.03.2017 dann vollständig gesperrt werden

Die eigentliche Sicherung des Restloches 38 mittels Rütteldruckverdichtung – der Bauabschnitt 1.2 – dauerte bis zum 31.03.2018. Hierfür wurden auf einer Länge von ca. 520 Meter und einer Breite von ca. 57 bis 66 Meter der Untergrund als versteckter Damm kompaktiert. Die Mitarbeiter der SGL nutzten für diese Arbeiten zwei Seilbagger der Firma Liebherr: Ein Seilbagger war dazu mit einem Greifer ausgestattet. Mit diesem wurden die Rodungsarbeiten in der Frühschicht durchgeführt. In der Spätschicht erfolgten dann die Verdichtungsarbeiten per Rüttellanze mit dem zweiten Trägergerät. Diese Arbeiten standen im besonderen Fokus des Interesses der Lauchhammeraner. Mit einem gemeinsamen Tag der offenen Baustelle der Bergbausanierer von LMBV und SGL am 22. Juli 2017 am Kuthteich konnte hier gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Besonders Eindruck machten der 50 Meter hohe Rüttelbagger und der Hydroseilbagger zur Wurzelrodung mit einer Auslegerhöhe von 60 Metern. Der notwendige Nachweis nach Abschluss der erfolgreich durchgeführten Verdichtungsmaßnahme lag nach Auswertung eines umfangreichen Nachsondierungsprogramms und von Laboruntersuchungen Ende September 2018 vor.

Danach konnte die parallel zu den laufenden Sicherungsarbeiten durch die LMBV geplante Wiederherstellung der benachbarten Ortrander Straße – als Bauabschnitt 1.3 – beauftragt werden. Die infolge der Sicherungsmaßnahme beeinträchtigte Ortrander Straße musste auf dem mittels Rütteldruckverdichtung gesicherten Damm gelegt und dort wiederhergestellt werden. Dazu wurde abschließend ein Fahrstreifen von sechs Meter Breite auf einer Länge von 665 Meter asphaltiert. Die Straße ist nun für eine Tonnage von 40 Tonnen zugelassen.

Ziel der LMBV und der SGL war es, mit dem Straßenbau der Ortrander Straße noch Ende 2018 zu beginnen und Ende August 2019 abzuschließen. Dies ist gelungen. Der Bau eines straßenbegleitenden Radweges inkl. Rückverlegung der Medien wird noch andauern. Der Radweg hat eine Länge von 1.409 Meter bei einer Breite von zwei Metern. Im Nordosten des Restloches 38 folgt noch ein Bauabschnitt zum Herstellen der Trittsicherheit im Rahmen der Grundsanierung. Anschließend wird noch die Umfeld-Gestaltung des Kuthteiches durchgeführt. Die ausstehende Rekultivierung wird im Einklang mit den weiteren Maßnahmen umgesetzt.

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