LMBV: Würdigung des Braunkohlenausschuss-Arbeitskreises Lauchhammer an der F 60

100. Beratung des Arbeitskreises Lauchhammer und Tröbitz/Domsdorf im Besucherbergwerk

Lichterfeld. Am Nachmittag des 14. März 2018 kam der Arbeitskreis Lauchhammer und Tröbitz/Domsdorf des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg zu seiner 100. Sitzung in Lichterfeld unter Leitung des Vorsitzenden Reinhard Herrmann zusammen.

Anlässlich der Jubiläumssitzung nahmen auch der Vorsitzende des Braunkohlenausschusses Holger Bartsch, der Bürgermeister der Stadt Lauchhammer Roland Pohlenz sowie der Amtsdirektor des Amtes Kleine Elster Gottfried Richter teil. Die LMBV war mit den Abteilungsleitern Reiner Kula und Michael Matthes vertreten.

Die Einladung zur 100. Sitzung hatten die 28 stimmberechtigten ständigen Mitglieder von betroffenen Kommunen, Ämtern, Verbänden, Stiftungen und Vereinen, zehn ständige nichtabstimmungsberechtigte Teilnehmer wie die Landkreise Oberspreewald Lausitz und Elbe/Elster, das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg und die LMBV mbH sowie ca. 20 weitere interessierte Bürger und Firmen erhalten.

Mit der Gründungssitzung des Arbeitskreises am 10. Juni 1991 in Lauchhammer wurde der Aufgabe Rechnung getragen, die umfangreichen, tiefgreifenden Veränderungsprozesse im Braunkohlerevier Lauchhammer, die der politischen Wende folgten, durch eine breite mitwirkende Basis begleiten zu lassen. Ging es zuerst um die räumliche Abgrenzung zwischen LAUBAG und BVL sowie um ABM-Maßnahmen der BVL waren z. B. erste Aussagen der LAUBAG zur Stillsetzung der F 60 auch Eckpunkte für landesplanerische Grundzüge.

Die Fragen zur Aufhebung von Baubeschränkungsgebieten, der Sanierungsplanentwurf mit drei Sanierungsvarianten zum Restloch Kostebrau - See oder Schließung - aus dem Jahr 1992 sind heute lange Geschichte. Im Juli 1993 wurde der Sanierungsplan Lauchhammer I diskutiert, im November 1994 folgte der Disput um den ABP Lauchhammer I und das Vorstellen des Sanierungsplanes Lauchhammer II.

Die in den frühen 90iger Jahren erarbeiteten und beschlossenen Sanierungspläne seien noch heute Basis der Arbeit, so der Vorsitzende Reinhard Herrmann. Besonders begrüßte er Peter Sohst, der im März 1995 als Vertreter der Gemeinsamen Landesplanung GL die Betreuung des AK Lauchhammer von Katrin Schneider – heutige Infrastrukturministerin des Landes Brandenburg - übernommen hatte und diese Funktion als Ansprechpartner der Landesregierung fast 20 Jahre lang ausgeübt hatte.

Neben den praktischen, sichtbaren Sanierungsleistungen mit dem Abbruch und der Entsorgung von Veredlungsanlagen sowie der Sanierung von Kippen mit Massenbewegungen und Sicherungsleistungen wurden auch Studien und Planungen im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg realisiert. So ging man schon im Jahr 1995 im Raum Lauchhammer/Schwarzheide der Frage nach: Sind die Vernässungsprobleme durch den Grundwasser-Wiederanstieg allein durch die Vorflut beherrschbar? In dieser Zeit leitete ab November 1994 der Bergmann Peter Rössiger den Arbeitskreis, bevor er ihn nach 12 Jahren an Joachim Müller übergab, der im November 2006 als Vorsitzender gewählt wurde.

Das abrupte Ende der bergbaulichen Tätigkeit verlangte sowohl von den Planungen, den Genehmigungsverfahren bis hin zur Sicherung von Arbeitsplätzen eine schnelle und verantwortungsvolle Handlungsweise. Die Grundsanierung laut Bergrecht sowie die Erhöhung des Folgenutzungsstandards und die Abwehr von Gefahren durch den Grundwasseranstieg mussten dabei inhaltlich, rechtlich und finanziell differenziert geplant, genehmigt und auch umgesetzt werden. Dabei wurden in den folgenden Jahren insbesondere die Probleme im Zusammenhang mit dem Grundwasseranstieg und der Herstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes immer stärker im Gremium behandelt. Unter Ägide des Fachmannes Joachim Müller, der zuvor die LMBV-Geotechnik Lausitz leitete, wurden viele dieser Fragen mit Fachwissen diskutiert. Der Vorsitz des Arbeitskreises ging im Juni 2015 zunächst kommissarisch an den Sanierungsbergmann Reinhard Herrmann übergeben, bevor er später zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Vom Gremium wurden in den zurückliegenden 17 Jahren die verschiedensten Fragen behandelt, vom Flutungskonzept für den Bergheider See bis hin zu Kranichschlafplätzen, von der Absiedlung der Anwohner der Grubenteichstraße bis hin zur Sicherung der L 60, von der Entwicklung von Flächen für den Naturschutz bis hin zum Erhalt der Geigerschen Alpen, vom Aufbau des SeeCampus bis hin zum Gestalten des Besucherbergwerkes F 60.

Im Rahmen der Fest-Sitzung ging M. Matthes in seinem LMBV-Beitrag auf die Frage ein: „Was wurde im Sanierungsgebiet erreicht – ein historischer Abriss“. Dr. Röhrscheid von der NABU-Stiftung sprach zur „Entwicklung vom Tagebau zum Naturparadies Grünhaus“ während Dr. Haubold-Rosar vom FIB e.V. das Thema „Wasser - Lebensgrundlage für Landschaften“ erläuterte.  Fotos: R. Herrmann

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