LMBV: Zwei Drittel des neuen Stützdamms zwischen den Heiderestlöchern V und VI fertig

Senftenberg/Hosena/Lauta. Mitglieder des Technischen Ausschusses der sächsischen Stadt Lauta mit Bürgermeister Helfried Ruhland an der Spitze erhielten am 20.10.2014 bei einer Befahrung mit Vertretern der LMBV einen Überblick über den Baufortschritt am neuen Stützdamm zwischen den Heiderestlöchern V und VI. Der von der LMBV und von ihr beauftragten Firmen zwischen den Heiderestlöchern V und VI aufgefahrene neue Stützdamm wächst täglich. Mit ihm soll ein Eintrag von konterminierten Wasser aus Heide V in Heide VI verhindert werden. Zwei Drittel des Dammes sind bisher fertiggestellt. Er soll künftig zusätzlich zum vorhandenen alten Trenndamm entstehen Dieser wird später noch extra gesichert. Um eine Bruchgefahr des alten Dammes zu minimieren, wurde der Wasserspiegel in Heide V abgesenkt auf 127,98 m NHN. In Heide VI gibt es derzeit einen Wasserspiegelstand von 126,70 m NHN. Der Pegelunterschied liegt also bei derzeit 1,28 Meter und soll gehalten werden. Eine Verfüllung der mehreren Hektar großen abgetrennten Wasserfläche zwischen den beiden Dämmen wird nicht vorgenommen.

Mit geotechnischen Bewertungen hat die LMBV untersucht und entschieden, den Damm-Zwischenbereich nicht zu verfüllen und als Wasserfläche zu belassen, so Jens Bäcker, zuständiger Projektmanager beim Bergbausanierer. Die teilweise in Privatwald geschlagene, etwa drei Kilometer lange Zufahrtsstraße zur Dammbaustelle liegt auf der Lautaer Gemarkung. So inspizieren die Mitglieder des Technischen Ausschusses zunächst einmal die Zufahrtsstraße, auf der täglich bis zu 50 Lastwagen rollen, um den neuen Stützdamm mit Erdmassen zu versorgen. Diese Zufahrtsstraße ist rückbaufähig. Um den derzeitigen Zustand der Straße gut zu erhalten, müssen ständig Nacharbeiten erfolgen, erklärte LMBV-Projektmanager Bäcker. Der am Ende etwa 320 Meter lange und 65 Meter breite Stützdamm ist seit einem ersten Besuch im Dezember 2013 weit vorangeschritten. Für den neuen Damm müssen rund 250.000 Kubikmeter Erdmassen bewegt werden. Diese werden nicht einfach in das Wasser der Heide VI geschüttet, sondern werden systematisch stabil aufgebaut und an den Ufern verankert.

Dafür werden nach Auskunft des stellvertretenden Bauleiters Frank Wenzel von der Firma SGL Spezialleistungen aus Lauchhammer mit einem Rütteldruckverdichter, dessen Lanze ungefähr in eine Tiefe von ungefähr 21 Metern eindringt, die Erdmassen stabil verdichtet. Durch sogenannte Big Bags, mit Sand gefüllte Geotextilsäcke, die am Seeboden am Dammfuss übereinandergestapelt werden, erhält der Damm seeseitig Stabilität. Bisher sind bereits 78 der 120 Rütteldruckreihen erledigt. Die Arbeiten, die nur bei Tageslicht stattfinden, erfolgen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die gesamte Heide VI und der Bereich zwischen den beiden Dämmen sind mit Porendruckmessgebern ausgestattet, die Signal geben, wenn die vorgeschriebenen Grenzwerte überschritten werden. Sind die Werte im Normbereich, steht eine Baustellenampel auf Grün und die Arbeiten laufen.

Projektmanager Jens Bäcker geht davon aus, dass der neue Stützdamm im Februar 2015 fertig ist. Der Kostenfaktor für dieses Großprojekt liegt derzeit zwischen dreieinhalb und vier Millionen Euro. Eine Folgemaßnahme wird die Sicherung der Uferböschungen sein. Die Ausschussmitglieder sowie Lautas Bürgermeister Hellfried Ruhland haben einen interessanten Eindruck in die Dammherstellung erhalten. „Das ist wirklich ein hoher ingenieurtechnischer Aufwand“, kommentierte Bürgermeister Ruhland gegenüber der Regionalen Medien.

Foto: Luftbild 2014/ LBGR: Der im Bau befindliche 320 Meter lange und auf der Dammkrone 65 Meter breite Stützdamm durchschneidet das Tagebaurestloch Heide VI. Bis 02/2015 wird die Rütteldruckverdichtung voraussichtlich noch andauern.

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