MDR-Dreh an der künftigen LMBV-Wasserbehandlungsanlage Burgneudorf

LMBV-Vorgehen im Südraum der Spree von Abteilungsleiter V. Zarach erläutert

Spreetal. Am 6. Oktober 2014 informierte sich für den MDR ein Kamerateam unter Leitung von Katarina Oeppert über das geplante Vorgehen der LMBV im sächsischen Bereich der Spree. Gegenwärtig laufen an der ehemaligen Grubenwassereinigungsanlage vorbereitende Arbeiten zur Entschlammung der Altbecken. Diese sollen künftig von der LMBV zu einer Wasserbehandlungsanlage geplant und umgebaut werden, worin insbesondere eisenhaltige Sümpfungswasser beruhigt werden, welche mittelfristig vor dem Eindringen in die Fließgewässer durch zu errichtende Brunnen gefasst werden soll. Der zuständige Abteilungsleiter Volkmar Zarach erläuterte vor Ort für „MDR um elf“ das Vorgehen der beauftragten Projektträgerin LMBV. Er verwies auf die notwendigen Liegenschaftsklärungen und den umfangreichen Genehmigungsplanungsprozess sowie die bereits im Vorfeld geführten Abstimmungen mit den sächsischen Behörden auf Landes und Kreisebene. Dabei wurde das kooperative und zielführende gemeinsame Vorgehen von Behörden wie SächsOBA, Landesdirektion Sachsen, LTV und den Kreis-Wasser- und Naturschutzbehörden auf der einen und dem Bergbausanierer auf der anderen Seite zur Problembewältigung im Freistaat Sachsen unterstrichen, was wiederum auch eine enge Abstimmung mit den Unterliegern an der Spree im Land Brandenburg einschließt. Mehrere mittelfristige Maßnahmen befinden sich in der Planungsphase. Belastbare Aussagen insbesondere über die Bau-, Investitions- und Betriebskosten der Anlagen lassen sich derzeitig noch nicht konkret treffen. Für die Planung und Durchführung des Großversuches zur Entschlammung der Absetzbecken in der GWRA Burgneudorf werden rund 100 T€ durch die Bergbausanierer aufgewendet.

In Burgneudorf war zunächst aufgrund komplizierter bodenmechanischer und hydrologischer Randbedingungen ein einfaches Ausbaggern bzw. Auspumpen der alten Schlammrückstände nicht möglich. Außerdem sind der Transport und die Verbringung der verflüssigten Sedimente unter wirtschaftlichen Aspekten nicht realisierbar. Deshalb wird zurzeit eine Entschlammungstechnologie mittels geotextiler Entwässerungsschläuche, sogenannte Geotubes®, getestet und als technischer Großversuch in der Anlage durchgeführt. Der Entschlammungsprozess erfolgt diskontinuierlich, d.h. es wird zunächst nur der notwendige Mindestabsetzraum geschaffen, um die Absetzbecken reaktivieren zu können. Das in den Geotubes gewonnene getrocknete Material wird stofflich weiter verwertet. Der Begriff „stoffliche Verwertung“ bezieht sich dabei auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz - KrWG). Ziel des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist es, Abfälle erheblich zu reduzieren, zumindest die zu deponierenden Abfälle. Daher ist bei der Entsorgung von Abfällen der stofflichen Verwertung zur Sekundärrohstoffgewinnung - sofern möglich - immer der Vorrang gegenüber einer Deponierung einzuräumen.

Hintergrund: Die ehemalige Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) wird nicht für die Reinigung der Spree aktiviert. Die vormalige Zulaufanlage der GWRA Burgneudorf aus der Kleinen Spree am Schulze-Wehr in Burgneudorf kann nicht im ursprünglichen Zustand reaktiviert werden. Das hängt mit den Eiseneinträgen aus dem Grundwasserleiter zusammen, die erst oberhalb der Zulaufanlage in die Kleine Spree exfiltrieren. Deshalb müssen über Grundwasserfassungsanlagen, z.B. Brunnen oder Abfanggräben die eisenbelasteten Zuflüsse aus dem Grundwasserleiter vor Eintritt in die Kleine Spree abgefangen werden. Anschließend wird das eisenhaltige Grundwasser über Rohrleitungen in die GWRA Burgneudorf gefördert. Dort soll eine temporäre Wasserbehandlungsanlage neu errichtet werden, die durch den Einsatz von Kalk und Flockungshilfsmitteln die Ausfällung von Eisenhydroxidschlamm (EHS) bewirkt. Der EHS soll sich in den drei reaktivierten Becken der GWRA absetzen. Das neutralisierte, gereinigte Wasser wird in die Kleine Spree abgeleitet.

Zielstellungen: Im Gesamtgedeck der Eisenbelastung für die Spree werden über die sogenannten „Hot-Spots“ der Kleinen Spree ca. 22 Prozent eingetragen. Diese diffusen Eintragsbereiche befinden sich an der Kleinen Spree im Zusammenfluss von Kleiner Spree und Spree sowie südlich der GWRA Burgneudorf. An beiden Standorten werden durch die LMBV zunächst jeweils zwei Testbrunnen errichtet die dann sukzessive auf eine Brunnengalerie von ca. 6 bis 8 Einzelbrunnen erweitert werden sollen. Für die Fertigstellung des Abfangriegels ist aus heutiger Sicht ein Zeitfenster bis 2017 vorgesehen. Durch den renommierten und wissenschaftlich begleitenden Fachgutachter Dr. Uhlmann vom IWB, wurde für den vollständig betriebenen Abfangriegel ein Wirkungsgrad des Eisenrückhaltes von 11 bis 15 Prozent prognostiziert. Die Bezugsgröße dazu sind die vorgenannten 22 Prozent im Gesamtgedeck der Eisenbelastung der Spree - gemessen am Pegel Spreewitz mit einer jahresdurchschnittlichen Eisenfracht ca. 6.800 kg Eisen pro Tag.

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