MLUL: Niederschläge brachten kaum Entspannung in der Lausitz: Trockenheit hält an

Am 9.9.2019 G tagte zum 6. Mal die länderübergreifende AG „Extremsituation“ im Landesamt für Umwelt Brandenburg

Potsdam/Cottbus. Am 9. September 2019 G tagte zum 6. Mal die länderübergreifende Arbeitsgruppe „Extremsituation“ im Landesamt für Umwelt Brandenburg, an der auch die LMBV beteiligt ist.

„Die Arbeitsgruppe beriet über weiterhin notwendige Maßnahmen der Wasserbewirtschaftung zur Begrenzung der Auswirkungen der extremen Trockenheit in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster. Alle sind sich einig, dass mit den gegenwärtigen Niederschlägen keine Entspannung in den Flussgebieten eintreten wird.“

Das MLUL informierte am 10.092019 in einer Medieninformation, dass „die Stützungsabgaben aus den Sächsischen Talsperren und Speichern sowie der Talsperre Spremberg in Brandenburg in der Spree am Unterpegel Leibsch zuletzt einen Abfluss von etwa 2,5 Kubikmeter pro Sekunde“ bewirkte. Normal seien als Mittelwert im September 14,9 Kubikmeter pro Sekunde.

„Von den vertraglich vereinbarten 20 Millionen Kubikmeter, welche jährlich zur Niedrigwasseraufhöhung für Brandenburg und Berlin bereitstehen, sind bereits 18,5 Millionen Kubikmeter abgegeben worden. Die restlichen 1,5 Millionen Kubikmeter werden etwa in zwei Wochen aufgebraucht sein. Mit den noch vorhandenen Wasser-Reserven in den Bergbauspeichern und der Talsperre Spremberg kann jedoch bei weiterhin anhaltender Trockenheit eine Stützung der Spree auf abgesenktem Niveau gesichert werden.“

Laut dem MLUL wirke sich die Trockenheit noch viel stärker in der Schwarzen Elster aus. „Vom Pegel Neuwiese bis oberhalb des Wehres Senftenberg liegt der Fluss weiterhin vollkommen trocken. Nur durch Stützung aus dem Speicherbecken Niemtsch und der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza konnte der Abfluss am Pegel Biehlen 1 bisher mit etwa 0,4 Kubikmeter pro Sekunde auf einem unteren Level stabilisiert werden. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt normalerweise im September bei 2,25 Kubikmeter pro Sekunde. Im Speicherbecken Niemtsch bei Senftenberg beträgt die Wasser-Reserve nur noch 0,32 Millionen Kubikmeter. Voraussichtlich in etwa 8 Tagen muss die Abgabe aus dem Speicher eingestellt werden, um die touristische Nutzung nicht zu gefährden. Dann wird im Speicher ein Wasserstand von 98,40 Meter über Normalhöhennull (NHN) erreicht sein.“

Zu diesem Zeitpunkt erfolge dann die Stützung der Schwarzen Elster ausschließlich aus dem Bergbaufolgesee der LMBV, dem Sedlitzer See, über die Wasserbehandlungsanlage Rainitza. Allerdings sei ab September die Behandlungsanlage wegen dringender Wartungsarbeiten in ihrer Kapazität eingeschränkt. So könnten die bisherigen „Mindestwasserabgaben in Richtung Altdöbern“ dann nicht mehr „oder nur in geringem Umfang gewährleistet werden.“

Wasserspiegelentwicklungen und Flutungsergebnisse aus Sicht der LMBV

Hier seien noch einige grundsätzliche Aussagen zu den Wasserspiegelentwicklungen und Flutungsergebnissen für ausgewählte Bergbaufolgeseen in den Flussgebieten von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße aus Sicht der LMBV ergänzt:

Laut den Auswertungen der Flutungszentrale Lausitz wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2019 bisher 69 Mio. Kubikmeter in die Bergbaufolgeseen der LMBV abgeschlagen. Die Flutungsentnahmen aus den Flussgebieten verteilten sich bisher auf die Spree mit 52,0 Mio. Kubikmeter, die Schwarze Elster mit 16,7 Mio. Kubikmeter und die Lausitzer Neiße mit 0,3 Mio. Kubikmeter.

Im Einzelnen: Gegenüber dem Dez. 2018 hat sich der Wasserstand im Berzdorfer See mit Zuführungen aus der Neiße um 18 Zentimeter auf 186,13 m NHN entwickelt. Im Bärwalder See sind derzeit 123,53 m NHN zu verzeichnen – da sind 35 Zentimeter mehr als im Vergleichsmonat Dez. 2018.

In den Restlöchern Dreiweibern, Burghammer, Scheibe bzw. im Gräbendorfer See, im Bergheider See, im Drehnaer See, im Lichtenauer See, im Bischdorfer See bewegen sich die Pegel derzeit fast alle weiter auf Dezemberniveau bzw. schwankten angesichts der Dürrezeiten nur im Zentimeter-Bereich. Der Altdöberner See legte um rund 51 Zentimeter auf 75,53 m NHN zu - durch natürlichen Zustrom. Im Speicher Lohsa II wurden ca. 45 Zentimeter angestaut – dort wurden bisher rund 14,8 Mio. Kubikmeter Spreewasser eingeleitet.

Um den Geierswalder See und den Partwitzer See möglichst lange stabil bei ca. 100,03 m NHN zu halten (das waren 13 Zentimeter mehr als im Dez. 2018) wurden durch die LMBV rund 11,1 bzw. 1,4 Mio. Kubikmeter zugeführt. Hier sind wir mittlerweile bei einem etwas fallenden Pegel von 99,97 m NHN angelangt; also knapp <100,0 m NHN (Stand 10.9.).

Das Restloch Sedlitz wurde bisher auf einem geotechnisch stabilen Niveau von derzeit 93,80 m NHN gehalten, um die vielfältigen Sanierungsarbeiten an den Ufern und an den Böschungen nicht zu gefährden. Gegenüber dem Dez. 18 sind das daher nur 53 Zentimeter mehr. Gespeist wurde das RL Sedlitz unter anderem mit rund 12 Mio. Kubikmeter über den Oberen Landgraben. Davon wurde durch die Pumpstation Bahnsdorf ein Großteil zur nachgelagerten LMBV-Wasserbehandlungsanlage Rainitza weitergegeben. In der Wasserbehandlungs-Anlage Rainitza wurden 2019 bisher bis zu 23,2 Mio. Kubikmeter aufbereitet und zur Stützung u.a. des Großräschener Sees, aber auch zur Wasseraufhöhung der Schwarzen Elster genutzt (aktuell fließen 0,5 m³/s von der LMBV über die Rainitza-Leitung in die Schwarzen Elster).

Der Großräschener See bewegt sich derzeit bei einem Seewasserpegel von 99,70 m NHN – das ist rund ein Meter höher als im Dez 18 (98,79 m NHN). In Summe wurden bisher 14,7 Mio. Kubikmeter dem RL Meuro seit Jahresanfang zugeführt, um den Wasserstand möglichst stabil zu halten und der Verdunstung im Sommer 2019 entgegen zu wirken. Der Großräschener See sank im trockenen Sommer von 100,07 m NHN im Juni 2019 auf die derzeit 99,70 m NHN, da seit Mitte Juli keine Stützungswassermenge mehr zur Verfügung stand.

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