Region: Elsterstausee nördlich von Belantis soll künftig kein Gewässer mehr sein

Entwidmung des ehemaligen Stausees als Gewässer und Stauanlage durch Stadt Leipzig vorgesehen

Leipzig. Der ehemalige Elsterstausee im Süden von Leipzig wird keine Zukunft mehr als See haben. Dem Stadtrat Leipzig werde im 12. April 2017 der Vorschlag vorgelegt, ein Verfahren zur sogenannten Entwidmung des ehemaligen Stausees als Gewässer und Stauanlage einzuleiten. Das teilte die Leipziger Stadtverwaltung am 6. März 2017 mit.

Dann solle auch geklärt werden, was mit den Dämmen und den alten Pumpenanlagen geschieht. Entstanden ist der Elsterstausee in den 1930er Jahren als Reinigungsbecken für das Flüsschen Elster. Der Elsterstausee wurde einst als Fischereigewässer mitten in die zum Teil schon regulierte Aue gebaut. Dabei hat man nur wenig den Boden ausgehoben, sondern vor allem rundherum Dämme aufgeschüttet und damit den Stausee über das bestehende Grundwasserniveau obendrauf gesetzt. Die Wasserspeisung erhielt er über den Mühlgraben, der bei Zwenkau die Elster verlies. Südlich von Bösdorf zweigte ein Teil dann in einen Vorspeicher ab. Das Wasser wurde dann unter der tiefer liegenden Weißen Elster durch einen Düker geleitet.

Der Elsterstausee war also von Anfang an kein natürlicher See, sondern ein der Aue aufgesetztes Kunstprodukt. Schnell wurde der See ein beliebtes Naherholungsgebiet, komplett mit Bootsverleih, Strandbad und Segelverein. Wegen des Braunkohletagebaus musste der See in den 1970er Jahren um die Hälfte verkleinert werden, auch seinen Elster- Zufluss verlor er. Durch den Bergbau kamen diese Veränderungen auf den Stausee zu. Die südliche Hälfte verschwand im ehemaligen Tagebau Zwenkau mitsamt dem Graben, der das Wasser zuleitete. Die Weiße Elster selbst wurde über eine lange Strecke in einer Betonrinne um den Tagebau herum kanalisiert und aus Hochwasserschutzgründen auch gleich noch tiefer gelegt.

Die Wasserzufuhr für den Stausee erfolgte über Pumpen, die das Elsterwasser mehrere Meter hoch heben mussten. Endgültig das Grundwasser abgegraben wurde dem Gebiet mit dem Aufschluss des Tagebaus Cospuden. Der Wasserspiegel des heutigen Cospudener Sees, der maßgeblich die Grundwasserhöhe der Umgebung mit bestimmt, liegt auch unter dem ursprünglichen Grundwasserspiegel der Aue und entwässert damit diese ursprünglichen Auengebiete mit. Das Wasser musste fortan ständig nachgepumpt werden, zumal es durch ein Loch wieder versickerte. Seit dem nun der Elsterstausee in den letzten Jahren zunehmend Wasser verlor und die Stromkosten für das Betreiben der Pumpen der Stadt Leipzig zu teuer wurden, wurden diese 2007 stillgelegt.

Der ehemalige Stausee und seine Umgebung sollen jetzt zu einem land- und forstwirtschaftlich geprägten Naturraum entwickelt werden. Dabei wird ein Teil der Fläche der natürlichen Entwicklung überlassen.

Quellen: PM der Stadt Leipzig und NABU Leipzig zum Elsterstausee

 

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