Region: LEAG hat Flutung des Cottbuser Ostsees am Restloch Cottbus-Nord begonnen

Deutschlands größter Bergbaufolgesee soll bis Mitte der 2020er Jahre gefüllt sein

Cottbus. Am Abend des 12. April 2019 haben Vertreter der LEAG gemeinsam mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, dem Oberbürgermeister der Stadt Cottbus Holger Kelch und dem Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger die Flutung des Cottbuser Ostsees begonnen.

Mit 19 Quadratkilometern Fläche wird er Deutschlands größter Bergbaufolgesee und Brandenburgs größter See. Bis Mitte der 2020er Jahre sollen jährlich rund 45 Millionen Kubikmeter Spreewasser in den See geleitet werden. Damit füllt sich der See zu 80 Prozent aus Spreewasser und zu 20 Prozent aus aufsteigendem Grundwasser. Dies begünstigt in Kombination mit einer schnellen Flutung eine sehr gute Wasserqualität.

„Am Cottbuser Ostsee zeigt sich, dass die LEAG ihr Geschäft des Bergbaus einschließlich der dazugehörigen Rekultivierung beherrscht“, unterstreicht der LEAG-Vorstandsvorsitzende Dr. Helmar Rendez. „Diesen Tagebau konnten wir planmäßig zu Ende führen. Wir haben alle für den See notwendigen Vorbereitungen im vorgegebenen Zeitrahmen und mit dem veranschlagten Budget umgesetzt und am Ende der Flutung werden wir mit einem See belohnt, der zwischen Spreewald und Lausitzer Seenland ein neues Ausflugsziel auf der Lausitzer Landkarte sein wird“, so Rendez. Zugleich mahnte er die Bundesregierung, der LEAG die notwendige Zeit von 20 Jahren für den eingeleiteten Transformationsprozess bis zum Ende der Kohleverstromung zu gewähren. Es dürfe kein früherer Kohleausstieg durch die Hintertür geben, sagte er mit dem Blick auf das vorgelegte Klimaschutzgesetz.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte zum Start der Flutung: "Heute erreichen wir ein weiteres Etappenziel für die Region und die Stadt Cottbus. Die Flutung zeigt, dass diese Region Zukunft hat! Das neue Naherholungsgebiet wird der Lausitz guttun. Aus Mitteln des Sofortprogramms - das insgesamt 25 Projekte umfasst - können Radwege am entstehenden Ostsee gebaut werden. Diese Investitionen sind wichtige Bausteine, um das eigentliche Ziel zu erreichen - wirtschaftliche Stärke, gute Arbeitsplätze und attraktive Lebensorte für die Lausitz. Der Ostsee wird Cottbus mit Uferzone, Seevorstadt, Seerundweg und Boots-Hafen wichtige Impulse geben, sich weiter zu entwickeln - Cottbus wird so zur Stadt am See!"

Nach dem Ende des Tagebaubetriebs wurden in nur 36 Monaten rund 20 Millionen Kubikmeter Erdreich zur Formung des Seebeckens und der Ufer bewegt. Rund 46 Millionen Kubikmeter lockerer Sandboden mussten mittels Rütteldruck- und Fallgewichtsverdichtung verfestigt werden, um die mit Tagebautechnik aufgeschütteten späteren Uferareale zu sichern und zu stabilisieren. Die Flutungsinfrastruktur mit Einlaufbauwerk und Flutungsgerinne wurde bereits im Jahr 2018 fertiggestellt. Dort erwartet die Gäste zudem eine begehbare Aussichtsplattform direkt über dem Zuleiter. Knapp ein Drittel der Arbeiten bis zur Fertigstellung des Sees liegen noch vor der LEAG. Dazu gehören die Errichtung des Auslaufbauwerkes, die teilweise Aufweitung des Schwarzen Grabens als künftiger Ableiter zur Spree, die zweite Etappe der Ufergestaltung sowie das schrittweise Abschalten der Entwässerungsbrunnen und ein Wassermonitoring bis in die 2030er Jahre.

„Rund 300 Millionen Euro haben wir für die Umgestaltung vom Tagebau zum Ostsee eingeplant. Zu über zwei Dritteln haben wir unsere Arbeiten abgeschlossen und liegen exakt im Budget“, betonte der LEAG-Bergbauvorstand Uwe Grosser. „Wir freuen uns über das Interesse der Bürger an diesem See und bitten zugleich eindringlich, die Sicherheitshinweise einzuhalten. Ein Betreten der Uferbereiche während der Flutung ist lebensgefährlich!“, appellierte Grosser an Besucher.  Erst wenn der Endwasserstand erreicht sei, hätten sich die Kippensande im Zentrum des Sees so umgelagert, dass die Gefahr von meterhohen Schwallwellen, die bis auf die abgeflachten Uferbereiche auflaufen könnten, gebannt sei.

Die Wasserentnahme aus der Spree erfolgt über ein regionales Wassermanagement nur in Zeiträumen, in denen der Fluss ausreichend Wasser führt. Der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie die Nutzungsinteressen der Spreeanrainer haben dabei Vorrang. Nutzer wie die Wasserbetriebe in Berlin und Frankfurt (Oder) werden weiterhin Wasser in gewohnter Menge und Qualität aus der Spree entnehmen können. Dabei wird die Sulfatfracht mit Flutungsbeginn deutlich reduziert werden und auch nach der Flutung niedrigere Werte aufweisen als während des aktiven Tagebaubetriebs. Quelle: LEAG PM v.12.04.2019 // Pressefotos v. Andreas Franke für LEAG und Uwe Steinhuber / LMBV

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