LMBV: Vorbereitungen zur und Ausblick auf die Errichtung des künftigen Harthkanals

Ehemaliger LMBV-Planungsleiter Tienz referiert im Weißen Haus Markkleeberg

Markkleeberg. Obgleich zurzeit keine Bauaktivität auf dem Kippengebiet zwischen Zwenkauer und Cospudener See zu beobachten ist, gibt es im Südraum Leipzig großes Interesse an der Entstehung der Gewässerverbindung. Bei einem Vortrag am 30. August 2017 im Parksalon des Weißen Hauses in Markkleeberg erläuterte Bernd-Stephan Tienz, ehemaliger LMBV-Leiter Planung Mitteldeutschland, die Abläufe von den ersten historischen Ideen über plan- und genehmigungsrechtliche Fragen bis hin zur Umsetzung der Baugrundvergütung zwischen 2014 und 2016 als Voraussetzung für den eigentlichen Kanalbau.

Seit Ende 2016 wird der Bereich des Schleusenbauwerks und des Hochwasserschutztors durch Auflastschüttungen zusätzlich verdichtet. Die Genehmigung des im Juni 2016 bei der Landesdirektion Sachsen eingereichten Plangenehmigungsantrags für das Bauvorhaben wird Ende 2017 erwartet. Der geplante Baubeginn für die Ingenieurbauwerke des Kanals liegt im Jahr 2018, das Ziel für die Inbetriebnahme ist 2022.

Dass nunmehr eine rund 800 Meter lange schiffbare Gewässerverbindung zwischen den Bergbaufolgeseen gebaut werden kann, sei keine Selbstverständlichkeit, führte Bernd-Stephan Tienz aus. Vielmehr gab es ursprünglich verschiedene Interessens- und Verpflichtungslagen. So verhinderte z. B. die damals prognostizierte Wasserbeschaffenheit des Zwenkauer Sees zunächst eine direkte Einleitung des Überschusswassers in den Cospudener See und es gab für die Bergbausanierer die Auflage, dass der Zwenkauer See eine Hochwasserrückhaltefunktion im Ausgleich für während des aktiven Bergbaus überbaggerte Auenflächen übernehmen muss.

Laut ursprünglicher bergrechtlicher Verpflichtung hätte die LMBV das Zwenkauer Überschusswasser über den rund 3 Kilometer langen Floßgraben östlich am Cospudener See vorbei in die Vorflut ableiten müssen. Zugleich wäre gemäß Braunkohlenplan 2006 eine touristische Gewässerbindung mit einer Schleuse an der heutigen Stelle entstanden. Nachdem in einem Pilotversuch an einem anderen Bergbaufolgesee das Prinzip der Initialneutralisation erfolgreich getestet worden war, bestand nun die Möglichkeit, die Wasserbeschaffenheit des Zwenkauer Sees auf ein besseres Niveau zu bringen. Insofern konnten ab 2011 die Funktionen der beiden wasserbaulichen Vorhaben auf Initiative des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen kombiniert und planerisch weiterverfolgt werden. Der künftige Harthkanal übernimmt damit sowohl die Vorflut- als auch die einst angedachte touristische Funktion.

Der Veranstaltungseinladung des Vereins Erdgeschichte im Südraum Leipzig e. V. waren zahlreiche Interessierte gefolgt. Der Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Arnold Müller verwies in seinen abschließenden Worten auf die nächste Veranstaltung mit dem Referenten Prof. Dr. habil. Andreas Berkner, der am 27. September am gleichen Ort über das Pleiße-Einzugsgebiet zwischen Sachsen und Thüringen referieren wird. Dieses bildet seit einem Jahrhundert einen hydrologischen und wasserwirtschaftlichen Brennpunkt.

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