LMBV: Brandenburger Umweltministerium setzt Wirtschaftserlass Sulfat für die Spree in Kraft

Sulfatlaststeuerung in der Spree auch Aufgabe der LMBV-Flutungszentrale

Hauptspree bei Spreewitz

Potsdam. Als ein Baustein des Strategischen Gesamtplans zur Senkung der bergbaulichen Stoffeinträge in die Spree hat das Brandenburger Umweltministerium mit dem Wirtschaftsministerium den „Bewirtschaftungserlass Sulfat“ in Kraft gesetzt.

Mit dem gemeinsamen Bewirtschaftungserlass Sulfat der beiden Ministerien wird erstmals ein Immissionsrichtwert von 280 Milligramm je Liter Sulfat für die Messstelle Neubrück in der Spree verbindlich festgelegt.

Hintergrund ist der durch den Braunkohlenbergbau in der Lausitz verursachte Eintrag von Sulfat in die Spree. Das Spreewasser wird mit Grundwasser zur Trinkwassergewinnung vom Wasserwerk Briesen der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA) sowie von den Berliner Wasserbetrieben am Wasserwerk Friedrichshagen benutzt. Für das Trinkwasser ist nach der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 250 Milligramm je Liter einzuhalten.

Mit der Festlegung eines Immissionsrichtwerts von 280 Milligramm je Liter für die Messstelle Neubrück, der an 90 Prozent der Tage im Jahr einzuhalten ist, wird sichergestellt, dass der Grenzwert im Trinkwasser von 250 Milligramm je Liter nicht überschritten wird. Der Bewirtschaftungserlass richtet sich an Behörden und ist im Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen. Quelle: PM des MLUL v. 22.05.2019

Die LMBV-Grundsatz-Abteilung im Bereich Technik hat gemeinsam mit der Flutungszentrale Lausitz folgende Stellungnahme zu dem Brandenburger Sulfaterlass aus 2019 erarbeitet:

  • Dieser Erlass ist in erster Linie für die Genehmigungsbehörden des Landes Brandenburg verbindlich und wird bei der zur Festlegung von Beschaffenheitsvorgaben in Genehmigungsverfahren für Nutzer im Flussgebiet zu berücksichtigen sein.
  • Der im Erlass festgelegte Immissionsrichtwert von 280 mg/L am Pegel Neubrück steht bereits seit Jahren in den länderübergreifenden Bewirtschaftungsgrundsätzen der Arbeitsgruppe Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster, Lausitzer Neiße (AG FGB).
  • Die Flutungszentrale steuert nach diesen Bewirtschaftungsgrundsätzen und berücksichtigt bei Flutungsentnahmen und Ausleitungen aus den Bergbaufolgeseen die Mindestabflüsse in den Flussgebieten und die Einhaltung des Immissionsrichtwertes von 450 mg/L für Sulfat am Pegel Spremberg/Wilhelmsthal. Mit der in Niedrigwassersituationen vorgenommenen Stützung der Spree aus den sächsischen Talsperren und den Bergbauspeichern wird somit  auch die Sulfatkonzentration im Unterlauf der Spree beeinflusst. 
  • In dem extremen Trockenjahr 2018 wurde mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen und den durch die AG FGB getroffenen Sondermaßnahmen bei der Bewirtschaftung des Flussgebietes Spree die Trinkwasserentnahme aus Uferfiltraten der Spree nicht gefährdet.
  • Entsprechend dem Stand der Technik ist ein komplexes Wassermanagement zur Verdünnung der Sulfatkonzentration unter Berücksichtigung zu schützender Objekte, (wie die Trinkwasserfassungen) die einzige Möglichkeit der Sulfatsteuerung in den Flussgebieten. (Stand 23.05.2019)

MLUL/MWE: Sulfaterlass BB 2019

Bewirtschaftungserlass Sulfat MLUL MWE 2019.pdf (PDF 793,7 kB)

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