LMBV-Geotechnik: Systematische Kippenflächen-Sanierung in Vorbereitung

Geotechnik-Chef vor dem Arbeitskreis Meuro/Restlochkette zum Umgang mit gesperrten Kippenflächen

Senftenberg. Der Abteilungsleiter Geotechnik der LMBV, Eckhard Scholz hat kürzlich in einem Arbeitsgremium des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg umfangreich Stellung zum Umgang mit gesperrten Lausitzer Kippenflächen genommen. Die Bergbausaniererin LMBV hatte in der brandenburgischen Lausitz ca. 21.300 Hektar aufgrund von möglichen Instabilitäten im Zusammenhang mit Starkniederschlägen, Grundhochwasser und Grundwasserwiederanstieg eine Vielzahl Kippen- und Wasserflächen in Abstimmung mit den Bergbehörden vorübergehend gesperrt. Weitere rund 13.100 Hektar gesperrte Flächen befinden sich in der sächsischen Lausitz.

Ursprünglich war vorgesehen, insgesamt etwa 1.900 Hektar eigener und fremder Kippenareale bis Ende 2013 wieder freigeben zu können. „In diesem Jahr wird es jedoch noch keine größeren Freigaben im Bereich des ehemaligen Tagebaus Meuro und der Restlochkette geben können“, sagte Dipl.-Ing. Scholz am 09.10.2013 vor dem Arbeitskreis Meuro des Braunkohleausschusses in Senftenberg. In anderen Bereichen werden 2013 bereits einige kleinere Rand- und Splitterflächen zur Freigabe vorbereitet. Von den mittelfristigen Sperrungen bis zum Jahr 2017 sind in der Lausitz rund 7.100 Hektar betroffen und über diesen Zeitraum hinaus noch etwa 11.000 Hektar. Die betroffenen Gebiete liegen unter anderem in den ehemaligen Tagebauregionen Seese/Schlabendorf, Greifenhain, Meuro, Sedlitz/Skado/Koschen, Lauchhammer, Spreetal und Lohsa.

Statt vorschneller größerer Flächenfreigaben konzentriere sich die LMBV mit externem Sachverstand auf die weitere Grundlagenarbeit zum Verständnis der gekippten Böden in der Lausitz. Es solle herausgefunden werden, was in den geschütteten Kippen unter welchen Bedingungen geschieht. Ziel sei es, auf der Basis aller vorhandenen und neuen Erkenntnisse eine Regeltechnologie und damit sichere Sanierungsverfahren zu erarbeiten bzw. weiterzuentwickeln, mit denen eine langzeitige Standsicherheit der Kippe nachgewiesen werden kann. Damit soll eine systematische Flächensanierung und -freigabe ab dem nächsten Jahr ermöglicht werden. Als ein Testfeld dafür werde laut Eckhard Scholz eine größere Fläche in Seese-Ost mit „schonenden“ Sprengverfahren bearbeitet.

Fachliche Unterstützung erhalte die LMBV von einem 2011 gegründeten „Geotechnischen Beirat“. In dessen acht Fachgruppen arbeiten hochqualifizierte Geotechniker, Ingenieure, Sachverständige und Wissenschaftler von Instituten und Universitäten mit. Über seine aktuellen Erkenntnisse informiere der Beirat kontinuierlich auch die Bergbehörden. Zusätzlich habe die LMBV selbst eine Grundsatzabteilung Geotechnik gebildet, die diese Prozesse begleitet. „Wir arbeiten an dauerhaften Lösungen“, versicherte der Leiter Geotechnik.

Ein geeignetes Mittel zum Abbau des Porenwasserdruckes in Kippen sei der Einbau von Kunststoffdrains. Damit werde jedoch nur ein bestimmtes Maß an Sicherheit für temporär zu schützende Objekte gegeben. Dazu laufen schon von Wissenschaftlern begleitete Feldversuche. Festgestellt wurde, dass bei großen Niederschlagsmengen die Gefahr von Grundbrüchen zunehme. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst werden nunmehr solche Niederschlagsdaten erfasst und bei Erreichen von bestimmten Grenzwerten jene noch mit Ausnahmegenehmigung zugängliche Kippen sofort gesperrt. Zusätzlich werde ein seismisches Ortungssystem mit fünf temporären Stationen aufgebaut. Parallel laufen großflächige Feldversuche mit tiefen und oberflächennahen Sprengungen sowie die Auswertung von Dokumenten über das Entstehen und den Aufbau von Kippengebieten.

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