Talsperre Spremberg: Ministerin Tack besuchte Baustelle an der Staumauer und LMBV-Anlage

Bekalkungsanlage an der Spree bei Spremberg-Wilhelmsthal im Aufbau

Bräsinchen/Bühlow. An der Talsperre Spremberg haben im August 2014 die zwingend notwendigen Reparaturen an der Staumauer begonnen. Die Schäden waren Ende 2013 im Rahmen der Generalsanierung der Talsperre bei Untersuchungen zur Betonqualität entdeckt worden. Umweltministerin Anita Tack besuchte am 18.08.2014 die Baustelle: „Die Schwachstellen müssen beseitigt werden, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Eine Sanierung der Staumauer ist unumgänglich, um auch künftig den Hochwasserschutz für die Stadt Cottbus und weitere Unterlieger zu gewährleisten.“

Die im Rahmen der Sanierungsarbeiten sichtbar gewordenen Hohlräume in den Flügelwänden an beiden Seiten des Staudammes waren beim Bau der Talsperre Anfang der 1960er Jahre vermutlich mit Sand verfüllt worden, der im Laufe der Jahre ausgespült wurde. Das wirkt sich auf die Standsicherheit des Dammes aus. Im Rahmen der wasserseitigen Sanierung der Staumauer werden diese Hohlräume nun mit Stahlbeton verfüllt, um schnellstmöglich wieder die volle Sicherheit des Dammes zu gewährleisten. Bestandteil der Sanierung ist außerdem die Erneuerung der obersten Betonschicht des Staubauwerks und des Wasserbaupflasters. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 993.000 Euro. Für die Arbeiten an der Wasserseite der Staumauer musste der Wasserspiegel der Talsperre Spremberg in den zurückliegenden Wochen auf 89,0 m über NN abgesenkt werden. Das geschah langsam, damit die Badestrände am Stausee möglichst lange genutzt werden konnten. Außerdem half dies, ein Muschelsterben zu vermeiden. Wandern doch die Muscheln der Wasserabsenkung quasi hinterher.

Damit der Absenkung des Wasserspiegels eine kürzere Verweildauer des Wassers in der Talsperre verbunden ist, wurden in Vorbereitung der Reparaturen an der Staumauer auch Maßnahmen zur Erhöhung des Eisenrückhalts in der Talsperre ergriffen. So soll verhindert werden, dass das Eisen aus den im Oberlauf der Spree liegenden Bergbaugebieten in die Talsperre gelangt und in Richtung Cottbus austritt.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) installierte dazu in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) und dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) zum einen an der Vorsperre eine Beflockungsanlage, die für das schnellere Absetzen des Eisenschlamms sorgen soll. Zum anderen fördert eine Bekalkungsanlage oberhalb der Vorsperre bei Spremberg-Wilhelmsthal das Ausfällen und Absetzen des Eisenockers durch Steigerung des pH-Wertes.

Die Beflockungsanlage wurde im Auftrag der LMBV von der Fa. GIP errichtet. Seit dem 08.08.2014 befindet sie sich im Einfahrbetrieb und soll zum 1. September in den Regelbetrieb überführt werden. Über die Anlage werden dosiert rund 125 Kilogramm eines behördlich zugelassenen Beflockungsmittels pro Tag entsprechend den Durchflussmengen der Spree bei Bühlow zugesetzt. Der Einfahrbetrieb der Bekalkungsanlage ist für den 25.08.2014 vorgesehen. Ab dann sollen bis 15.000 Kilogramm Weißfeinkalk täglich dosiert der Spree zugesetzt werden, um bessere Reaktionsbedingungen zum Eisenabsetzen vor der Vorsperre zu erreichen. Das Vorratssilo bei Spremberg-Wilhelmsthal fasst bis zu 48 Kubikmeter Kalk.

Quellen: Medieninformation des MUGV v. 18.08.2014 (angepasst) / LMBV-Daten

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