Wasserüberleitung zwischen Restlöchern Heide V und VI verringert Risiko eines Dammbruchs

SMUL: Gefahr von Rotschlamm-Altlast erheblich vermindert

Dresden. Die Anfang September begonnene Wasserüberleitung aus dem Restloch Heide V in das Restloch Heide VI in Lauta (Landkreis Bautzen) ist erfolgreich. „Bisher wurden 200 000 Kubikmeter Wasser übergeleitet“, sagt Umweltminister Frank Kupfer. „Dadurch hat sich der Wasserstand im Restloch Heide V bereits um 50 Zentimeter gesenkt. Die Gefahren, die von dem instabilen Trenndamm zwischen beiden Restlöchern ausgehen, sind durch die Absenkung des Wasserspiegels in Heide V geringer geworden. Das engmaschige Gewässermonitoring zeigt, dass die Gewässerqualität im Restloch Heide VI dadurch nicht beeinträchtigt wird.“ Der überwiegende Teil des Restloches Heide V liegt im Freistaat Sachsen, während der Trenndamm zwischen beiden Restlöchern selbst und das Restloch Heide VI sich überwiegend in Brandenburg befinden. Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hatte sich mit dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg auf die Maßnahme geeinigt.

Für das Erreichen des angestrebten Wasserstands muss das Wasser in Heide V noch einmal um mindestens 30 Zentimeter sinken. „Ich denke, dass es im Februar 2014 soweit ist“, so der Minister. „Damit haben wir dann den hydraulischen Druck auf den Trenndamm reduziert. Durch die weitgehend ausgeglichenen Wasserstände ist die Ausbildung einer Schwallwelle bei einem Bruch des Damms eher unwahrscheinlich und die Gefahr einer damit einhergehenden Umweltbelastung minimiert.“ Bei einem Versagen des Trenndammes könnten Wasser und Rotschlämme aus dem Restloch V ins Restloch VI strömen, das dortige Wasser verunreinigen sowie insbesondere bei stark unterschiedlichen Wasserständen gegebenenfalls über die Ufer schwappen und Uferbereiche verschmutzen. In den vergangenen Jahren war der Wasserstand im Restloch Heide V immer weiter angestiegen und hatte die Wasserüberleitung notwendig gemacht. Quelle: PM des SMUL v. 16.12.2013

Hintergrund:

Das Restloch Heide V ist Bestandteil des Ökologischen Großprojektes Lautawerk, in dem seit 1994 umfangreiche Maßnahmen zur Altlastensanierung vorgenommen werden. Die großindustrielle Produktion im einstmals größten Aluminiumwerk Europas hatte die Region seit dem 1. Weltkrieg geprägt. Teerteiche mit 40 000 Kubikmeter Teerrückständen und etwa 120 000 Kubikmeter belasteter Bauschutt und Boden mussten beseitigt werden. Das sich an das ehemalige Werksgelände anschließende Feuchtgebiet mit oberflächennahem Grundwasser, die so genannte „Blaue Donau“, war durch teerölhaltige Schadstoffe verunreinigt und wurde durch eine Drainage gefasst sowie das Grundwasser kontinuierlich in einer Wasserbehandlungsanlage gereinigt. Als letzte große Altlast im Ökologischen Großprojekt ist nunmehr das Restloch Heide V abschließend und nachhaltig zu sanieren.

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