Forschung zu Seen

In der Lausitz wurden im wissenschaftlich-technischen Projekt „Gewässergüte Tagebauseen Lausitz“ seit 1995 umfassende und systematische Arbeiten zur Hydrologie, Hydrochemie und Limnologie von Bergbaufolgeseen in engem interdisziplinärem Zusammenwirken durchgeführt. Inzwischen liegt eine Vielzahl von Gutachten, Stellungnahmen, Fortschrittsberichten und Ähnliches zu den einzelnen Bergbaufolgeseen der Lausitz vor. Gleichzeitig entwickelt sich das „Lausitzer Seenland“ gewissermaßen auch zu einem Markenzeichen eines erfolgreichen Sanierungsbergbaus und es bestehen große Erwartungs­haltungen bezüglich der nachhaltigen Sanierung und Folgenutzung der bergbaulichen Hinterlassenschaften. Die Sanierung hat sich immer mehr von den Aufgaben der klassischen Massenbewegung und Rekultivierung der Flächen hin zur wasserwirtschaftlichen Sanierung verlagert. Das Ziel ist dabei die Wiederherstellung sich wieder weitgehend selbst regulierender wasser- und stoffhaushaltlicher Kreisläufe, dessen Realisierung sich ohne Zweifel noch über weitere Jahrzehnte erstrecken wird.

Der vorliegende Abschlussbericht der Projektphase 2008 bis 2012 stellt exemplarisch den erreichten Stand der Entwicklung der Wasserbeschaffenheit in den Tagebauseen der Lausitz dar. Schwerpunkte sind dabei vor allem die in dieser Projektphase bearbeiteten Seen. Herausgestellt werden deren Gemeinsamkeiten und Besonderheiten in den verschiedenen Teileinzugsgebieten der Spree und der Schwarzen Elster sowie die Erfordernisse und Möglichkeiten zur Bewirtschaftung und Steuerung der Wasserbeschaffenheit.

Leitfaden zur Erstellung von Projektskizzen für Pilot- und Demonstrations-Vorhaben bei der LMBV

Hinweise zum Ablauf der Bewerbung um ein „Pilot- und Demovorhaben“ – Bewertungskriterien und Anforderungen an Struktur von Projektskizzen (2017)

Die LMBV hat einen Leitfaden zur Erstellung von Projektskizzen für Pilot- und Demonstrations-Vorhaben bei der LMBV erarbeitet. Für die Verbesserung und Stabilisierung der Wasserbeschaffenheit sollen innovative Verfahren durch Pilot- und Demonstrationsvorhaben, in der Folge als P+D-Vorhaben abgekürzt, erprobt werden. Um das Ziel der wasserwirtschaftlichen Sanierung in der Bergbaufolgelandschaft nachhaltig und kostengünstig zu erreichen, gilt es, neben den Verfahren, die dem Stand der Technik entsprechen, auch erfolgsträchtige Ergebnisse von Arbeiten aus Wissenschaft und Forschung in die Sanierungspraxis zu überführen und ihr Wirkpotential zu testen. Im Vordergrund stehen neuartige Verfahren zur Behandlung von bergbauinduzierten eisen- bzw. sulfathaltigen Wässern in den Bergbaufolgeseen, im Grundwasser und in den bergbaubeeinflussten Fließgewässern. Ebenso sind auch Verfahren zur wirtschaftlichen Verwertung und sicheren Verbringung anfallender Nebenprodukte des Sanierungsprozesses zu testen.

Im Labormaßstab entwickelte Verfahren aus Forschung und Entwicklung, die wissenschaftlich hinreichend dokumentiert und nachweisbar erfolgversprechende Ergebnisse zeigen, sollen auf ihre Anwendbarkeit in der Sanierung getestet werden. Dabei gilt es, die Funktionsfähigkeit dieser Verfahren gerade unter Vor-Ort-Bedingungen und im Großmaßstab nachzuweisen. Dazu ist es notwendig, die Maßstabsebene vom Labor über das Technikum bis zum Großversuch im Gelände zu verändern. Demonstriert werden sollen mit einem Pilot- und Demovorhaben die technische Durchführbarkeit innovativer Techniken, Verfahren und Technologien unter praxisrelevanten Bedingungen. Darüber hinaus werden Aussagen erwartet hinsichtlich ihrer Kosteneffizienz gegenüber dem Stand der Technik und dem Risikoniveau in der Anwendung.

Die Braunkohlesanierung stellt Finanzmittel zur Verfügung, um neuartige Verfahrensansätze aus dem wissenschaftlichen Umfeld in die Sanierungspraxis überführen zu können. Eine Grundlagenforschung ist in diesem Rahmen nicht möglich. Die LMBV muss über die erzielten Ergebnisse der von ihr finanzierten Arbeiten in den P+D-Vorhaben vollständig und eigenverantwortlich verfügen können. In der Sanierung sind die Ergebnisse im Rahmen nachfolgender Ausschreibungen allen Anbietern gleichermaßen zur Verfügung zu stellen, um die Sanierung noch wirtschaftlicher betreiben zu können. Stehen der Anwendung in der Sanierung Schutzrechte oder Schutzrechtsanmeldungen entgegen, sind Vereinbarungen über eine in der Regel kostenfreie, nicht ausschließliche Nutzung im Rahmen der Braunkohlesanierung zu schließen.