Neutralisation der Bergbaufolgeseen Hainer See, Störmthaler See und Zwenkauer See: Fragen und Antworten

Seit 2019 werden die drei Bergbaufolgeseen Hainer See, Störmthaler See und Zwenkauer See behandelt, um der vorhandenen Rückversauerung der Seen entgegenzuwirken. Die wichtigsten Fragen zur aktuellen Maßnahme werden hier beantwortet.

Warum versauern die Seen?

Nach Beendigung des Bergbaus und dem darauf folgenden Grundwasser­wiederanstieg treten die durch die Belüftung des Untergrundes und Pyritverwitterung entstandenen Stoffe, wie z.B. Eisen, Sulfat und Säure, in das Grundwasser über. Das den Bergbaufolgeseen zuströmende Grundwasser führt zur Versauerung der Seen, d. h. zu niedrigen pH-Werten im Seewasser. Es ist daher eine langfristige Nachsorge der Gewässer­güte erforderlich.

Wie läuft die Neutralisation ab?

Es wird ein Gewässerbehandlungsschiff eingesetzt, bei dem ein Stoffgemisch aus Seewasser mit max. 3 % Kalkanteil auf dem Schiff hergestellt und anschließend unter der Seeoberfläche eingebracht wird. Das Schiff fährt dazu großflächig die gesamte Seefläche bis auf die ausgewiesenen Verbotsgebiete ab. Das Kalksteinmehl wird auf dem Schiff gelagert. Das Schiff wird an einer Beladestelle am See beladen, die im nicht öffentlichen Bereich liegt.

Die Bergbaufolgeseen werden nacheinander behandelt. Der Zeitpunkt und die Dauer der Schiffseinsätze sind abhängig von der jeweiligen pH-Wert-Situation in den Seen. Ein Einsatz dauert 4 bis 6 Wochen. In Abhängigkeit der pH-Wert-Entwicklung sind ggf. auch mehreren Einsätze im Jahr pro See möglich. Die Fahrspuren, Kalkmenge und deren Auswirkungen auf die Seewasserbeschaffenheit werden parallel überwacht und dokumentiert.

Wie viel Kalk wird in die Seen eingebracht?

Der jährliche Eintrag von bis zu 6.650 Tonnen Kalksteinmehl ist wasserrechtlich genehmigt. Davon sind nach derzeitigem Stand bis zu 2.250 Tonnen Kalksteinmehl jährlich für den Störmthaler See, weitere 3.000 Tonnen für den Zwenkauer See und 1.400 Tonnen für den Hainer See vorgesehen.

Schadet es der Umwelt oder dem Menschen?

Das eingesetzte Kalksteinmehl ist sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt unbedenklich. Es ist nicht hautreizend, nicht augenreizend und nicht giftig. In gelöstem Zustand ist es ein natürlicher und unentbehrlicher Bestandteil der natürlichen Gewässer.

Darf ich während der Bekalkung im See baden und Boot fahren?

Ja, die Nutzung der Seen ist weiterhin uneingeschränkt möglich. Dennoch sollten Sie nicht die Kalkfahne durchschwimmen, um Ablagerungen auf Haut und Badebekleidung zu vermeiden. Bootsbesitzer und Schwimmer sollten einen angemessenen Abstand zum Gewässerbehandlungsschiff halten, um eine gegenseitige Gefährdung auszuschließen.

Sind auch andere Seen betroffen?

Die meisten mitteldeutschen Bergbaufolgeseen haben bereits eine gute Wasserqualität und pH-Werte im neutralen Bereich. Neben den genannten Bergbaufolgeseen neigen noch der Kahnsdorfer See und Bockwitzer See aufgrund ihrer geologischen Randbedingungen zur Rückversauerung. Dort ist nach derzeitigem Stand kein Einsatz geplant.

Welchen pH-Wert will man erreichen?

Der Zielwert für die Bergbaufolgeseen liegt bei einem pH-Wert von 6 – 8.