Beispiele für Gefahrenabwehrmaßnahmen gegen den Grundwasserwiederanstieg (GWWA)

Bund und Länder stellen gemäß des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg zur Verfügung. Die LMBV führt in diesem Rahmen als Projektträger im Auftrag des Bundes und der Länder u.a. Sicherungsmaßnahmen zum Schutz von Gebäuden vor bergbaulich bedingt wiederansteigendem Grundwasser durch. Diese können entweder als komplexe Flächenlösung (z.B. Pumplösungen wie Horizontal- oder Vertikalbrunnen zur Grundwasserabsenkung, Ausbau von Gräben/Vorflutern, Dränagelösungen) oder durch baulich konstruktive Einzellösungen an den Gebäuden/Einzelobjekten (z.B. Kellerabdichtungen, Kellerverfüllungen, Hausanhebungen) erfolgen.

Im laufenden Verwaltungsabkommen VI in den Jahren 2018 bis 2022 konzentriert sich die Leistungserbringung auf Schwerpunkte mit besonderem Gefahrenpotenzial. Im Land Brandenburg stehen im Nordraum die Sicherung der Kippenböschung am Hindenberger See, die Wiederherstellung der Vorflut im Bereich Luckau sowie Flächenlösungen im Bereich Vetschau-Märkischheide im Vordergrund.

Im Südraum Brandenburgs konnte mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme der letzten 2 von insgesamt 6 Horizontalfilterbrunnen im Bereich der Ortslage Brieske im Jahr 2018 der Schlusspunkt für die Komplexlösung zum Schutz vor Gefahren des aufsteigenden Grundwassers im Stadtgebiet Senftenberg gesetzt werden. Durch diese Sicherungsmaßnahme zum dauerhaften Absenken des Grundwasserspiegels werden insgesamt ca. 440 potenziell gefährdete bzw. betroffene Gebäude wirksam geschützt. Weitere Hauptleistungen im Südraum sind die Sicherung verschiedener Restlöcher im Bereich der Ortslage Hosena.

Im Projekt Grundwasserwiederanstieg Lauchhammer werden darüber hinaus zahlreiche Sicherungsmaßnahmen im Mittelpunkt der Bearbeitung stehen. Beispielhaft werden hier die Einzelhaussicherungen in Schwarzheide und Lauchhammer, die Sicherung der Altlastenstandorte Deponie Oberhammer, Deponie Kostebrauer Straße und das Tanklager Schacksdorf sowie die Errichtung der koordinierten Wasserableitung und -aufbereitung durch die GWRA Plessa genannt.

In Ostsachsen konzentrieren sich die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten auf den Betrieb der Grundwasserniederhaltung (Horizontalfilterbrunnenanlage) und die Ableitung über den Westrandgraben in der Stadt Hoyerswerda, die Kippenstabilisierung am Silbersee bei Lohsa mittels Rütteldruckverdichtung, die Sicherungsmaßnahmen am Knappensee sowie die Fortführung der Sicherungsmaßnahmen an gefährdeten Bausubstanzen in den Ortslagen Spreetal, Lohsa und Boxberg.

Die Schwerpunkte des mitteldeutschen Reviers fokussieren sich in Westsachsen auf den Abschluss der Sicherungsmaßnahmen an der Hochkippe Borna-West, die Sanierung des Speichers Borna und auf eine Vielzahl von Sicherungsmaßnahmen an Wohngebäuden in den Ortslagen von Markkleeberg, Delitzsch, Zwenkau, Böhlen, Borna und Regis-Breitingen.

In Sachsen-Anhalt werden die Sicherungen an Halden und Restlöchern, die Durchführung von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in den Ortslagen Zscherndorf, am Holzweißiger Graben und am Restloch Bauermeistervilla sowie Einzelhaussicherungen in den Ortslagen Golpa-Nord/Gröbern, Muldenstein, Brehna, Bruckdorf und Merseburg-Ost fortgesetzt.