Verockerung und braune Spree: Historische Hintergründe

Eisen ist ein weit verbreitetes natürliches Element in der Erdkruste. Auch in der Lausitz gab es früher große Eisenerzvorkommen, das so genannte Raseneisenerz, das oberflächennah anzutreffen war. Große Vorkommen lagerten speziell in der Region von Lauchhammer bis Peitz. Diesen Bodenschatz bauten die Menschen in den vergangenen 700 Jahren ab und errichteten für die Verarbeitung des Eisenerzes Hütten und Hammerwerke. Dadurch hatten Generationen von Bergleuten und deren Familien über die Jahrhunderte ihr Auskommen im Bergbau.

Bereits mit der Trockenlegung von Torfen, dem Abbau von Raseneisenerzen und durch die landwirtschaftliche Melioration haben die Menschen in das ursprüngliche geochemische Gleichgewicht eingegriffen. Dann kam vor rund 160 Jahren der Braunkohlebergbau dazu, in dessen Folge das Grundwasser großräumig abgesenkt wurde. Aber auch dort, wo der Grundwasserspiegel natürlicherweise schwankt, werden die Bodenhorizonte abwechselnd belüftet und wieder vernässt.

Durch den Kontakt mit Luftsauerstoff in Folge der Grundwasserabsenkung verwittern die vorhandenen Eisensulfide, das sind chemische Verbindungen von Eisen und Schwefel, die als Mineralien Pyrit und Markasit weitläufig in der Lausitz vorkommen, und es entsteht Eisenhydroxid und Sulfat. Verstärkt durch die starken Niederschläge in den letzten Jahren, werden Eisen und Sulfat durch den Grundwasseranstieg großflächig in die Flüsse und Seen der Lausitz eingetragen. Sichtbar wird dies in Form der Verockerung der Gewässer. Diese Verfärbung wird auch braune Spree genannt.