Maßnahmen und Studien

Innerhalb des seit 2007 laufenden Pilotprojektes „Untersuchung der Auswirkungen des Grundwasserwiederanstiegs und der daraus folgenden Exfiltration der eisenbelasteten Grundwässer aus den Kippen des ehemaligen Tagebaus Witznitz in die Fließgewässer Pleiße und Wyhra“ wurden in 3 Phasen zahlreiche Studien erstellt und auch bereits Maßnahmen zur Minderung der bergbaubedingten Eisenfrachten ergriffen.

Zu nennen sind hier:

Fließgewässermonitoring Pleiße (seit 2007)
Diese Maßnahme ist Grundlage für das Ableiten gezielter Maßnahmen (bspw. Sedimentberäumung im Rückstaubereich von Wehranlagen) und die Beurteilung der Effektivität realisierter Maßnahmen.

Grundwassermonitoring (seit 2007)
Analog zum Fließgewässermonitoring ist das Grundwassermonitoring zur Erhöhung der Datensicherheit und im Sinne der Nachweis- und Dokumentationspflicht erforderlich.

Integrale Gesamtbetrachtung
Eine kontinuierliche, zusammenfassende Betrachtung des Fließ- und Grundwassermonitorings vor, während sowie nach der Umsetzung von Maßnahmen ist dringend erforderlich. Diese Betrachtung bietet die Möglichkeit, die verschiedenen Monitorings aktiv zu koordinieren, um eine Beweissicherung und Bewertung untersuchter sowie umgesetzter Maßnahmen zu ermöglichen.

Reduzierung des Sickerwasserstromes durch Bewirtschaftung von Kippenflächen
Ein wichtiger Teil der Eisenockerbelastung stammt aus der landwirtschaftlich genutzten Kippe Witznitz. Im Rahmen des „Großversuches Kippe Witznitz“ erfolgten durch die LMBV Abstimmungen mit dem Landwirtschaftsbetrieb zur Anpflanzung von Luzerne mit entsprechendem Fruchtfolgenwechsel für einen Zeitraum von 21 Jahren. Folge ist eine deutlich reduzierte Grundwasserneubildung und damit Reduzierung des Eiseneintrages aus der Kippe über das Grundwasser in die Pleiße.

Ableitung von Sanierungsstandorten in Abhängigkeit der Flächennutzung im Einzugsgebiet
Im Einzugsgebiet der Pleiße muss damit gerechnet werden, dass weitere Kippenflächen (vor allem Hochkippen) künftig einen erheblichen Einfluss auf die Eisenockerbelastung der Pleiße haben werden. Auf den Kippenflächen soll die derzeitige land- und forstwirtschaftliche Nutzung recherchiert werden, um die Möglichkeit einer Nutzungsänderung im Sinne einer Sickerwasser- und damit Eisenaustragsminimierung zu prüfen.

Planerische Untersuchung zur Errichtung eines Sickerschlitzes zur Fassung eisenbelasteter Grundwässer einschließlich Aufbereitung und Entsorgung
Hierbei wurde geprüft, inwieweit der Pleiße zuströmende belastete Grundwässer vor Übertritt in einem Sickerschlitz gefasst und behandelt werden können.

Untersuchungen zur Nutzung des Stausees Rötha als Sedimentationsbecken für Eisenschlämme aus dem südlichen Einzugsgebiet der Pleiße
Die Eignung des Stausees Rötha als Sedimentationsbecken wurde in mehreren Etappen untersucht und bewertet. Hierbei erfolgte u. a. eine numerische Simulation des Strömungs- und Sedimentationsverhaltens im Stausee, wobei die Untauglichkeit des Gewässers aufgrund seiner sehr geringen Tiefe nachgewiesen wurde.

Untersuchung von Sedimentationsräumen im Fließgewässer bzw. im Nebenschluss einschließlich Untersuchungen zur Verwertung der Eisenhydroxidschlämme
Nachdem die Eignung des Stausees Rötha für die Sedimentation von Eisenhydroxidschlämmen ausgeschlossen wurde, erfolgte die Identifikation möglicher weiterer Sedimentationsräume für deren effizienten Rückhalt. Es wurden potenzielle Sedimentationsräume sowohl im Fließgewässer selbst (Rückstaubereiche des Trachenauer Wehres und des Agra-Wehres bzw. des Connewitzer Wehres) als auch im Nebenschluss auf deren Machbarkeiten hin überprüft. Darüber hinaus wurden die Möglichkeiten der Verbringung und Verwertung aufgezeigt. Auch auf Basis der Erkenntnisse der Untersuchungen zum Stausee Rötha wurde der Kahnsdorfer See als grundsätzlich geeignet für eine Sedimentation von Eisenhydroxidschlämmen eingestuft.

Untersuchungen zur Umverlegung der Pleiße durch den Kahnsdorfer See zur Sedimentation von Eisenhydroxidschlämmen (EHS)
Ziel der zu untersuchenden Lösungsmöglichkeit ist die Durchleitung der Pleiße durch den Kahnsdorfer See und die EHS-Sedimentation im See. Dabei soll die Eisen-konzentration des den See verlassenen Wassers unter die Sichtbarkeitsschwelle (ca. 1,5 mg/l) gesenkt werden. Dieser Ansatz weist das Potenzial einer dauerhaften und nachhaltigen Lösung auf.