Ökologische Altlast im Tagbau Nachterstedt - Keine Gifte

Bei der ökologischen Altlast im Tagebau Nachterstedt handelt es sich nicht um Phenolablagerungen, sondern um Ablagerungen ehemaliger Schwelereirückstände aus den Jahren vor 1900. Die Altlast wurde und wird teilweise heute fälschlicherweise Phenolaltlast genannt.

Die Schadstoffe in diesem Altlastbereich bestehen vorrangig aus schwer wasserlöslichen polyzyklischen Aromaten (PAK). In Spuren wurden lösliche karbochemische Schwelereiinhaltsstoffe wie z. B. Benzol gefunden. Die löslichen Phenole sind bereits im Laufe der Zeit ausgewaschen worden.

Aus den vorgenannten Gründen handelt es sich bei den Schadstoffen nicht um Gifte.

Der Altlastbereich wurde erstmalig im Jahr 2007 entdeckt. Er war weder bei der LMBV noch bei den Landes- und kommunalen Behörden bekannt. Die LMBV hat unverzüglich die zuständigen Behörden informiert und eine Gefährdungsabschätzung sowie eine Sanierungsuntersuchung durchgeführt. Parallel dazu hat die LMBV als erste Maßnahme in 2008/2009 den Schadstoffbereich wasserseitig gesichert (versteckter Damm).

Die ausgearbeitete Sanierungskonzeption der LMBV wurde vor Kurzem dem Landesamt für Geologie und Bergwesen und den Vertretern aller für diese Altlast berührten Landesbehörden vorgestellt. Im Ergebnis wurde verabredet, dass die LMBV die behördliche Genehmigung auf dieser Grundlage beantragt.

Im Zuge der Böschungsbewegung vom 18.07.2009 haben sich im Umfeld der Altlast ebenso Böschungsveränderungen ergeben. Dabei wurde ein Teil des Außenbereiches der Altlast lokal verändert, d. h. wegbewegt. In diesem Bereich dürften eluierbare PAK-Konzentrationen im Bereich 0,2 - 1 µg/l liegen. Auch nach Ansicht unserer Gutachter war und ist eine akute Gefahr für Leib und Leben nicht gegeben. Auch eine Beeinträchtigung des Seewassers dürfte bisher nicht erfolgt sein.

Bisher waren nur Sichtkontrollen möglich. Die LMBV plant derzeit Maßnahmen zur Erfassung der Ist-Situation (u. a. Entnahme von Wasserproben) sowie zur Sicherung des Randbereiches. In Betracht kommt u. a. eine Abdeckung der Oberfläche im betroffenen Randbereich aus der Luft, um eventuelle Auswaschungen durch Niederschlagswasser künftig zu verhindern.

Auf der Grundlage dieser und weiterer Erkundungen und Maßnahmen wird dann über die Sanierungskonzeption dieser Altlast auch im Zusammenhang mit der Sanierung des gesamten Areals, wo sich die Böschungsbewegung ereignet hat, zeitnah befunden. (aktualisiert: 31.07.2009)

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