Nachterstedt: LMBV-Chef missverständlich interpretiert - Überschrift der MZ vom 26.9.09 „Beben hat den Erdrutsch ausgelöst“ ist inhaltlich nicht zutreffend

Senftenberg/Nachterstedt. Die Überschrift der Mitteldeutschen Zeitung vom 26.09.2009 „Beben hat den Erdrutsch ausgelöst“ ist inhaltlich nicht zutreffend. In einem Interview mit der MZ am 24.09.2009 hat sich der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Dr. Mahmut Kuyumcu wie folgt geäußert:

  • Kuyumcu: „…Die Rutschung hat offenbar einen sehr komplexen Hintergrund, ja eine komplexe Ursachenkette. Zu deren Beginn stand nach bisherigem Kenntnisstand ein seismisches Ereignis."
  • MZ: Dieses Beben soll doch aber der Erdrutsch selbst gewesen sein...
  • Kuyumcu: "Nein, das seismische Ereignis wurde um 4.42 Uhr in mehreren Stationen registriert und stand offenbar am Anfang der Rutschung. Genau lokalisieren lässt sich der Herd des Bebens noch nicht, er lag aber offensichtlich außerhalb des Tagebaus. Und man muss das Ereignis mit den geohydrologischen Besonderheiten und dem Altbergbau in und außerhalb des Tagebaus im Umkreis von zwei bis drei Kilometer in Verbindung bringen. Aber soweit sind wir noch nicht, wir streben an, am Ende des Jahres Anhaltspunkte für die Ursachenkette zu bekommen...“

Nachfolgende Medieninterpretationen zu einem „Beben“ haben zu Missverständnissen geführt, die die LMBV hiermit klarstellen möchte: Der LMBV-Chef vertritt nicht die Position, dass das seismische Ereignis die Ursache für die Rutschung war.

Darüber hinaus wurde in der Mitteldeutschen Zeitung vom 28.09.2009 eine Information Dritter wiedergegeben, dass bereits am 17.03.2009 „...bis zu 200 m Böschung östlich des Katastrophengebietes …“ abgebrochen seien. Dies ist nicht zutreffend.

Es handelt sich hierbei nicht um einen plötzlichen Böschungsabbruch sondern um eine lokal begrenzte Böschungsverformung, die ab Anfang 2009 zusammen mit einem Sachverständigen für Böschungen von der LMBV beobachtet und untersucht wurde. Erforderliche Maßnahmen wurden geplant und eingeleitet. Selbstverständlich wird dieser Sachverhalt im Rahmen der Ursachenermittlungen mitbeurteilt und mitbewertet. Analoge Böschungsverformungen treten auch an anderen Tagebauböschungen auf.

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