LMBV: Sanierungsfortschritt am Restloch Nachterstedt immer sichtbarer

Erdbautechnische Sicherung des Hauptrutschungskessels abgeschlossen

Leipzig | Seeland. Bei einer gemeinsamen Begehung am Südufer des Concordia Sees informierten LMBV-Abteilungsleiter Dietmar Onnasch und LMBV-Projektmanager Mathias Siebert die Bürgermeisterin Heidrun Meyer sowie die ansässigen Stadt- und Ortschaftsräte über den erfolgreichen Abschluss der erdbautechnischen Sicherungsarbeiten am 2009 entstandenen Hauptrutschungskessel. Ebenfalls anwesend waren der Landrat Markus Bauer und der Landtagsabgeordnete Detlef Gürth. Die Veranstaltung fand ausschließlich im Freien statt, die behördlichen Hygieneauflagen wurden eingehalten.

Nachdem im Jahr 2019 die Sanierungsmaßnahmen der LMBV im ehemaligen Tagebau Nachterstedt so weit vorangeschritten waren, dass der nördliche Teil des künftigen Concordia Sees wieder für eine beschränkte öffentliche Nutzung freigegeben wurde, konnte mit dem im Oktober 2020 erfolgten Fertigstellen der erdbautechnischen Sicherung des Hauptrutschungskessels von 2009 eine weitere bedeutende Etappe in der Sanierung des Tagebaus durch die Bergbausanierer abgeschlossen werden.

Der ehemalige Rutschungskessel im Bereich der zurückgebauten Siedlung am Ring präsentiert sich mit seinen flachen Böschungen, Zwischenebenen – der Bergmann spricht dabei von Bermen – und Rampen nun so, wie er später durch die Öffentlichkeit genutzt werden kann. Von der LMBV werden zudem noch befestigte Wirtschaftswege gebaut. Das Areal erfährt neben der bereits ausgeführten Begrünung eine lockere Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern.

Im Jahr 2021 werden die Sanierungsarbeiten im Auftrag der LMBV im Bereich der Halde 3, unterhalb des russischen Ehrenfriedhofes, fortgesetzt. Die von der Böschungsbewegung in Mitleidenschaft gezogenen Areale werden abgeflacht und bis in Höhe der späteren Uferlinie mit einer Steinschüttung gesichert. Die bei der Verflachung anfallenden Erdmassen werden zur Südwestböschung transportiert und dort zum Auffüllen des Rutschungskessels von 2016 eingesetzt. Der Abschluss der Erdarbeiten zur Sicherung aller durch die Rutschungsbewegungen von 2009 und 2016 in Mitleidenschaft gezogenen Böschungen wird nach jetzigem Planungsstand Anfang 2023 erreicht sein.

Aus Anlass der fertiggestellten erdbautechnischen Sicherung des Hauptrutschungskessels hat die LMBV die Geschehnisse nach dem Böschungsereignis von 2009 bis zum heutigen Sanierungsfortgang auch in einer Fachdokumentation zusammengefasst. Beginnend mit dem Böschungsbruch über die umfassende Ursachenforschung und die Erkundungsmaßnahmen bis hin zur Sicherung des Geländes sind die Planungsschritte und Beschreibungen von ausgesuchten Teilprojekten nachlesbar. Aber auch zur touristischen Nutzung und zum Weiterführen des Wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zum Herstellen des Concordia Sees wurden vielfältige Informationen zusammengetragen und für eine fachtechnisch interessierte Leserschaft aufgearbeitet.

Die etwa 200 Seiten starke Publikation „Die Sanierung des Tagebaus Nachterstedt nach der Böschungsbewegung von 2009“ kann über den folgenden Link heruntergeladen werden.

Fachdokumentation Nachterstedt 2020 (PDF)

Vergleichsfotos vom Hauptrutschungskessel vor und nach der LMBV-Sanierung (LMBV/Peter Radke 2009, LMBV/Christian Horn 2020)

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