LMBV weist Vorwürfe des MDR als unzutreffend zurück

Senftenberg. In verschiedenen Formaten des MDR, so in der Sendung „ECHT“ und in „Sachsen-Anhalt heute“ vom 12.03.2013 sowie im MDR-Inforadio, wurden in der letzten Zeit Vorwürfe u. a. zur angeblichen Untätigkeit und zum anhaltenden Schweigen der LMBV in Bezug auf die Untersuchungen zum Böschungsunglück von Nachterstedt erhoben. Es wurde zudem behauptet, dass neue Rutschungen am Concordiasee drohen würden. Die LMBV weist die Vorwürfe und Behauptungen zurück.

Zunächst ist festzuhalten, dass die Aktivitäten der LMBV in Nachterstedt im Einvernehmen mit dem Landesamt für Geologie und Bergbau (LAGB) und seinen Gutachtern erfolgen. Zur Ursachenaufklärung hat die LMBV in 198 Bohrungen see- und landseitig mehr als 14.000 Bohrmeter niedergebracht, Bohrkerne gewonnen, zahlreiche Piezometer zur laufenden Messung der Liegenwasserdrücke installiert und Brunnengalerien errichtet. Auf dieser Grundlage konnte die LMBV im letzten Jahr nach Zustimmung des LAGB Betriebsversuche zur Modellierung der sehr komplexen hydrogeologischen Situation durchführen, die für eine belastbare Erkundung der Unglücksursache evident ist.

Die Auswertung der umfangreichen Daten sowie der 20.000 Altakten werden die LMBV in die Lage versetzen, das Abschlussgutachten wie angekündigt bis Mitte 2013 fertig zu stellen.  Außerdem konnten auf Grundlage dieser Ergebnisse die Rückbauarbeiten für die Siedlung „Am Ring“ in Nachterstedt nach Zulassung durch die zuständige Behörde auch in Böschungsnähe beginnen.

Im Juli 2012 hatte der Hauptgutachter der LMBV einen Zwischenbericht seiner Arbeit erstellt und der Bergbehörde und deren Gutachtern übergeben. Das Magdeburger Wirtschaftsministerium hat im Anschluß daraus wesentliche Erkenntnisse an die Öffentlichkeit und die Medien weitergegeben.

Der Vorwurf des Schweigens der LMBV ist nicht zutreffend. Die LMBV-Unternehmenskommunikation hat auf alle Drehanfragen und Interviewwünsche des MDR zeitnah reagiert und u. a. erst kürzlich Drehmöglichkeiten bei den laufenden Rückbauarbeiten in Nachterstedt organsiert. Zutreffend ist, dass drei vom MDR beauftragte freie Mitarbeiter sich unberechtigt in der amtlich festgelegten Sperrzone am Concordiasee am 04.03.2013 für Recherchen aufgehalten haben und von der Polizei dort gestellt worden sind. Dies ist auch mit dem Presserecht in Sachsen-Anhalt nicht vereinbar.

Darüber hinaus hat die LMBV in der zurückliegenden Zeit bereits drei umfassende Informationsveranstaltungen für die Betroffenen und Anwohner in Nachterstedt gemeinsam mit der Kommune organisiert, an denen auch Medienvertreter teilnahmen. Zu ihren weiteren Aktivitäten und den laufenden Untersuchungsvorgängen hat die LMBV regelmäßig Medieninformationen, auch an den MDR, versandt. Aussagen zur Ursache des Böschungsunglücks gegenüber der Öffentlichkeit wird die LMBV in nachvollziehbarer Weise erst nach Vorlage des von der LMBV beauftragten Gutachtens zur Ursachenerforschung im Sommer 2013 bei den zuständigen Stellen machen.

Der erhobene Vorwurf der Untätigkeit der LMBV ist ebenfalls unzutreffend. Die LMBV unterstreicht die auch dem MDR bekannte Tatsache, dass hochqualifizierte Fachleute der LMBV in einem interdisziplinären Team unter Leitung des Hauptgutachters Prof. Katzenbach (TU Darmstadt) engagiert an der Fertigstellung des umfangreichen Gutachtens zur Vorlage bis Mitte 2013 arbeiten. Die Zwischenergebnisse wurden und werden in periodischen Abständen der Bergbehörde und deren Gutachtern vorgestellt. Das detaillierte, wissenschaftlich fundierte Endgutachten soll dann zunächst dem zuständigen Wirtschaftsministerium und der Bergbehörde in Sachsen-Anhalt vorgelegt und anschließend den Medien und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die fotografierten Trübungserscheinungen vom November 2012 im Concordiasee sind der LMBV bekannt. Auch hierzu hat sich die LMBV auf Anfrage gegenüber MDR-Redakteuren geäußert. Immer wieder sind auf Luftbildaufnahmen des Concordiasees unterschiedliche Erscheinungen sichtbar: dies können u.a. Luftspiegelungen, Sonnenreflexionen, Wellenbewegungen, überstauter Bewuchs und Trübungen sein.

Auch die aktuell vorgelegten Luftbilder eines Landwirtes aus 2012 haben die Fachleute der LMBV, die Sachverständigen und Gutachter der LMBV studiert und kamen bzw. kommen zu dem Schluss, dass diese Bilder nicht auf akute Gefährdungen im Böschungssystem von Nachterstedt hinweisen. Auch die im umfangreichen Monitoring der LMBV laufend erhobenen Daten, u. a. zu dem Grundwasserständen und Grundwasserdrücken weisen keine Gefährdungen aus. Die LMBV hält an dem Ziel fest, einen sicheren und nachnutzbaren Concordiasee herzustellen.

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