LMBV: Ab Januar 2016 beginnen am südwestlichen Ufer des Knappensees weitere Sicherungsmaßnahmen

Ab dem 1. Januar 2016 wird daher der Sperrbereich des SächsOBA im Südwesten des Knappensees erweitert

Freiberg/Lohsa. Um eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit auszuschließen, sind geotechnische Sicherungsmaßnahmen an den Uferböschungen des Knappensees und im Hinterland erforderlich. Das Sächsische Oberbergamt hat deshalb die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit der Planung und Durchführung von Gefahrenabwehrmaßnahmen beauftragt. Es handelt sich dabei um die seeseitige bzw. landseitige Herstellung eines Stützkörpers mittels Rütteldruckverdichtung und den Aushub von verflüssigungsgefährdetem Kippenmaterial sowie um Erdbauarbeiten zur Geländeprofilierung. Die Sicherungsarbeiten werden abschnittsweise durchgeführt. Die gesamten Maßnahmen werden ca. acht Jahre Bauzeit in Anspruch nehmen.

Der erste Sanierungsabschnitt am Ostufer des Knappensees begann im Herbst 2013 mit vorbereitenden Maßnahmen. Die LMBV mbH hatte diese Arbeiten gemäß § 5 SächsHohlrVO beim Sächsischen Oberbergamt angezeigt. Das Sächsische Oberbergamt hat dieser Anzeige unter Maßgaben zugestimmt. Die eigentlichen geotechnischen Sicherungsarbeiten begannen im Mai 2014 am Ostufer des Knappensees und dauern gegenwärtig an. Aus diesem Grunde wurde beginnend ab dem 1. Mai 2014 auf der Grundlage der Allgemeinverfügung vom 23. April 2014 ein Sperrbereich am Knappensee eingerichtet der zunächst bis zum 30. August 2015 befristet war. Mit Bezug auf den Befristungsvorbehalt unter Pkt. A.4 der Allgemeinverfügung gilt dieser Sperrbereich nunmehr weiterhin bis zum Abschluss der gesamten Gefahrenabwehrmaßnahme.

Ab dem Januar 2016 beginnen am südwestlichen Ufer des Knappensees weitere Sicherungsmaßnahmen. Es handelt sich dabei um bauvorbereitende Maßnahmen (Herstellung einer Baustraße) sowie die landseitige Herstellung des Stützkörpers und Geländeauffüllungsarbeiten (Erdbau). Diese Arbeiten sind mit einem Gefährdungspotential verbunden, so dass eine Erweiterung des bestehenden Sperrbereiches erforderlich ist.

Für die Durchführung dieser Sicherungsarbeiten ist durch die vom Sächsischen Oberbergamt anerkannten Sachverständigen für Geotechnik auf der Grundlage von geotechnischen Untersuchungen ein Sperrbereich festgelegt worden, um mögliche Gefährdungen Dritter während der Bauausführung auszuschließen.

Der Sperrbereich beinhaltet den gesamten Uferbereich des Knappensees sowie Hinterlandbereiche und die gesamte Wasserfläche. Der ermittelte Gefahrenbereich wird im Gelände sichtbar durch Warnschilder gekennzeichnet und durch einen Sperrzaun gesichert. Die Nutzung der Wasserfläche des Knappensees sowie der Ufer- und Hinterlandbereiche innerhalb des Sperrbereiches durch die Öffentlichkeit ist damit während der gesamten Zeitdauer der Sicherungsmaßnahme nicht möglich. Es ist vorgesehen, den Sperrbereich vor Beginn der nachfolgenden Sanierungsphasen in räumlicher und zeitlicher Hinsicht auf der Grundlage der geotechnischen Beurteilung anzupassen.

Hintergrund: Als Folge der unplanmäßigen Beendigung der Tagebautätigkeit im Zuge von Hochwasserereignissen sind seit 1945 in den Uferbereichen des heutigen Knappensees ungesicherte Böschungen und Kippenflächen verblieben. Untersuchungen, die im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes durchgeführt wurden, haben ergeben, dass für alle gekippten Bereiche am Ufer von einer bestehenden Setzungsfließgefahr ausgegangen werden muss. Unter dem Begriff Setzungsfließen versteht man, dass sich ein verkipptes Lockergestein mit einer enggestuften Korngrößenverteilung, abgerundeter Kornform und geringer Lagerungsdichte bei Wassersättigung und unter Einwirkung von zeitlich veränderlichen Kräften (Initialen), aus denen ein Porenwasserüberdruck resultiert, verflüssigt und bei ausreichender horizontaler Ausbreitungsfreiheit großräumig verformt. Besteht keine horizontale Ausbreitungsmöglichkeit, so wie dies in den Hinterlandbereichen von Restlöchern der Fall ist, können großräumige Grundbrüche auftreten, die unter dem Begriff Verflüssigungsgrundbruch definiert sind. Auch hier kommt es nach der Verflüssigung zu einer Verformung der Oberfläche.

 

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