SächsOBA: Erste Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung

Etwa eine Mio. Kubikmeter ausgeflossen - Keine Freigabe des Altbergbaugewässers in 2022 zu erwarten

Freiberg/Lohsa. Nach ersten Experteneinschätzungen zur Knappensee-Böschungsbewegung vor Ort kommt das SächsOBA, die LTV gemeinsam mit Sachverständigen für Geotechnik sowie LMBV-Verantwortlichen zu folgenden ersten Einschätzungen: Am 11. März 2021 kam es im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen zu einem Setzungsfließen im Bereich G-Nord/Hochkippe am Ostufer des Knappensees. Die ausgeflossenen Massen umfassen ca. 1 Mio. Kubikmeter, ermittelt aus dem erfolgten Wasserspiegelanstieg und markscheiderischen Daten.

Der Wasserstand erhöhte sich aufgrund der ausfließenden Massen um 36 Zentimeter am Ereignistag, am Folgetag sank dieser auf 29 cm. Die Schwallwelle betrug nach Augenzeugenaussagen ca. 1,50 Meter und traf schräg zur Uferlinie im Bereich Südböschung/Groß Särchen auf. Es wurden mehrere eingeschossige Gebäude beschädigt sowie ein Grundstück. Personen kamen nicht zu Schaden.

Es handelt sich um ein singuläres Ereignis, das sich im Rahmen der Risikobetrachtung bewegt. Zum Initial des Setzungsfließens kann man zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen treffen, es können mehrere Faktoren (in Kombination) ursächlich sein.

Befliegungen des Rutschungsbereichs zur Erfassung der Kubatur und Lotungen zur Erfassung der Unterwassersituation werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine Gefährdung von gesperrten Innenkippen liegt im Lausitzer Revier generell vor. Die besondere Situation der Sanierungsarbeiten am Knappensee mit einer Hochkippe im unsanierten Böschungsbereich kann nicht verallgemeinert werden.

Es wurde Baustopp für die Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgesprochen, in den kommenden Tagen wird die Situation neu bewertet.

Der Knappensee kann nach jetzigem Kenntnisstand 2022 nicht freigegeben werden, so dass SächsOBA in seiner heutigen Einschätzung.

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