Antworten auf Nachfragen der Sächsischen Zeitung

Ein langer Weg bis zur Eisenreduzierung

Senftenberg. Auf Nachfragen der Sächsischen Zeitung hat die LMBV-Unternehmenskommunikation Anfang Oktober 2013 folgende Aussagen getroffen:

  • Vom Zehn-Punkte-Programm der LMBV – als Bergbausaniererin nur eine der Akteure zur Güteverbesserung - sind mehr als drei Viertel der Sofortmaßnahmen durch die LMBV bereits abgearbeitet oder stehen alsbald zur Erledigung an. Aufbauend auf den intensiven wissenschaftlichen Studien wurden im Frühjahr 2013 vielfältige Maßnahmen vom Bundesunternehmen LMBV konzeptioniert, die in unterschiedlichen Zeithorizonten (Sofort-, Mittel – und Langfristmaßnahmen) angelegt sind. Um in die Umsetzung zu kommen, sind sowohl die planerischen Vorarbeiten, die finanztechnischen Genehmigungen aber vor allem auch die genehmigungsrechtlichen Zustimmungen zu erwirken. Dies stellt sich im Einzelfall durchaus schwierig dar. So konnten beispielsweise angedachte Flächen zur Nutzung als temporäre Absetzbecken aus eigentumsrechtlichen Gründen und/oder auch aus Naturschutz-Einsprüchen nicht weiterverfolgt werden. Daher bemüht sich die LMBV, den Fokus auf langfristig wirksame und genehmigungsfähige Lösungen zu legen.
  • Die LMBV hatte stets und von Anfang an deutlich gemacht, dass ein langer Weg zu begehen ist, um eine nachhaltige Reduzierungen der bergbaulich induzierten Eisenbelastungen zu erreichen. Plakativ: „Wir sind erst bei Kilometer 2 des Marathonlaufes, den alle Beteiligten vor sich haben.“ Die LMBV überlegt, gemeinsam und zusammen mit den staatlichen Verantwortungsträgern nach dem Jahreswechsel 2013/14 eine erste Bilanz zum Sofortprogramm zu ziehen.
  • Entsprechend den vorliegenden Gutachten haben die in Rede stehenden Fließgewässer sehr unterschiedliche Charakteristiken, auch was ihre Belastungen im Herbst oder Winter angeht. Daher sind je nach Fließ Entwicklungen in alle Richtungen denkbar, je nach Niederschlag, Temperatur- und Durchflussmengen. Das hoheitliche Monitoring der Fließgewässer im Land Brandenburg obliegt grundsätzlich dem LUGV. Die LMBV betreibt darüber hinaus ein eignes, an Bergbau- und Grundwasserdaten orientiertes Messnetz, zu dem weitere Messstellen hinsichtlich Güte und Fließgeschwindigkeit hinzugekommen sind. Für das Vetschauer Mühlenfließ konnte so die Wirksamkeit der ertüchtigten Anlage in Vetschau im Sommerbetrieb nachgewiesen werden.
  • Die Wissenschaft unterscheidet zwischen den natürlichen (z. B aus Mooren und Feuchtgebieten herrührenden) und bergbaulich bedingten Eisenbelastungen. Die LMBV kümmert sich im Nordraum - in ihrem Verantwortungsbereich der Abschlussbetriebspläne - vorrangig um die Eintrittsgebiete z. B. im Schlabendorfer und Seeser Revier. Dort wurde bereits des Restloch F und wird gegenwärtig das RL 14/15 einer Inlake-Behandlung unterzogen. Damit wird u.a. auch der Eisenbelastung im Grundwasserabstrom und in den Abflüssen entgegengewirkt.
  • Die LMBV hat zu keiner Zeit von einem „Eisen-Sperrgürtel“, sondern von einer zu errichtenden, symbolischen „Barriere“ an den sieben südlichen Fließen zum Spreewald gesprochen, an denen sich die Sofortmaßnahmen schrittweise entfalten sollen. Es war den Akteuren aber auch bewusst, das beispielsweise mit der nachsorgenden und lange unterbliebenen Beräumung der Wudritz auch weitere zeitweilige Belastungen und damit Eisenfrachten entstehen, die nicht alle abgefangen werden können. Dennoch wurden die behördlich vorgegebenen Grenzwerte in der Wudritz an der Ragower Kahnfahrt mit 5 mg/l Fe gelöst und 10 mg/l Fe gesamt eingehalten. Auch die Quellestärken im Greifenhainer Fließ sollen mittelfristig reduziert werden. Dazu sind vielfältige Abwägungsprozesse und ggf. weitere Variantenuntersuchungen zum „Wie“ notwendig. Eine belastbare Aussage zum „Wann“ der Umsetzung am Greifenhainer Fließ kann daher frühestens in einem Jahr getroffen werden, so die LMBV-Planungsabteilung Lausitz.

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