LMBV: Akteure für Eisenminderung stellten sich der Diskussion in Spremberg

Bergbausanierer informierte über Erreichtes und Geplantes

Die Spree nach Spremberg - Symbolbild
Die Spree nach Spremberg - Symbolbild

Senftenberg/Spremberg. Mit zwei Jahren Abstand lud die Stadtverwaltung Spremberg am 01.11.2018 erneut zu einem Bürgerforum „Bergbaufolgeschäden“ in den Spremberger Ortsteil Cantdorf ein. Schwerpunkt der öffentlichen Veranstaltung waren die drei Themen „Braune Spree“, Grundwasser-Wiederanstieg und Hochwasserschutz. Die behördlichen und bergbaulichen Akteure für die Eisenminderung stellten sich der Diskussion in Cantdorf.

Die LMBV, vertreten durch den Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz Sven Radigk, informierte über durchgeführte und geplante Maßnahmen sowie über die erreichten Ergebnisse der zurückliegenden zwei Jahre insbesondere im Bereich des südlichen Spreeabschnittes auf sächsischem Territorium, über das Spremberger Stadtgebiet hinaus, bis hin zur Talsperre Spremberg. Neben den Ausführungen der LMBV wurden zum Thema „Braune Spree“ auch Beiträge durch das Aktionsbündnis Klare Spree (ABKS e.V.), das Brandenburgischen Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg (LBGR) sowie durch das Sächsische Oberbergamt (SächsOBA) geleistet.

Sven Radigk erläuterte den Stand der Planung und Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung durch die LMBV. Er ging insbesondere darauf ein, dass die LMBV ihr Gesamtkonzept zur Reduzierung der Eisenbelastung im Spreegebiet Südraum konsequent umsetze. Die in 11/2014 dazu definierten mittelfristigen Abfangmaßnahmen an den Hotspots des Eiseneintrages aus dem pleistozänen Grundwasserleiter „Spreewitzer Rinne“ in die Kleine und Große Spree sind teilweise realisiert, befinden sich in der Umsetzung bzw. werden bis 2020 abgeschlossen sein. Damit habe die LMBV ihr selbst gestecktes ambitioniertes Ziel, diese mittelfristigen Maßnahmen in einem Zeitfenster von 5 bis 8 Jahren (2015-2022) umzusetzen, bereits nach sechs Jahren erreicht.

Die Bürgermeisterin der Stadt Spremberg Christine Herntier, die auch den Abend moderierte, zeigte sich dankbar für die bisher geleistete Arbeit der LMBV, wie auch für die finanzielle Absicherung der Maßnahmen über das aktuelle VA VI BKS von 2018 bis 2022. Gleichzeitig wies Sie darauf hin, dass die Stadt Spremberg weiterhin die Forderungen für Ersatz und Ausgleich bezüglich der Eisenbelastung der Spree aufrecht erhalte und in diesem Zusammenhang ihren Forderungskatalog fortschreiben werde.

Auch die Vertreter des ABKS, Winfried Böhmer und Isabell Hiekel, gaben zu Protokoll, dass die ernsthaften Bemühungen und die bisher erzielten Ergebnisse der LMBV in Bezug auf die Maßnahmen zur Eisenminderung in der Spree anerkannt werden. Gleichzeitig wiesen sie jedoch darauf hin, dass die bis 2020 konzipierten und dann umgesetzten Maßnahmen nicht ausreichen, den guten ökologischen Zustand gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) zu erreichen sowie die Sichtbarkeitsschwelle (Fe < 2 mg/l) für Eisen in der Spremberger Spree zu unterschreiten. Das ABKS fordert daher weiterführende intensive Anstrengungen zur Einhaltung der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) mit einem Zielwert der Eisen-gesamt-Konzentration von 1,8 mg/l in der Spree.

Die Vertreter der beiden Bergämter unterstützen die Forderungen des ABKS. Das LBGR führte aus, dass im Land Brandenburg derzeitig über die Erarbeitung von Bewirtschaftungserlassen des MLUL sowie einem strategischen Gesamtplan des MWE, verbindliche Zielwerte für Eisen und Sulfat in den Oberflächengewässern festgeschrieben werden sollen.

Das Sächsische Oberbergamt, so Abteilungsleiter Christof Voigt, habe der LMBV die Aufgabenstellung erteilt, alle erforderlichen Maßnahmen darzustellen, um einen Zielwert von jahresdurchschnittlich 1,8 mg/l der Eisen-gesamt-Konzentration an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg in der Spree (Pegel Zerre) zu etablieren.

Zur Umsetzung dieser Forderung habe die LMBV ein „Konzept zur Ableitung der erforderlichen Maßnahmen zur Wasserbehandlung der Spree im Südraum“ erarbeitet. Dieses Konzept diene nun als Fahrplan zum Erarbeiten und Einreichen der notwendigen Genehmigungsverfahren bezüglich der Umsetzung von langfristig erforderlichen Maßnahmen und befinde sich derzeitig im bilateralen Abstimmungsprozess mit dem Sächsischen Oberbergamt.

LMBV-Infos in Cantdorf

2018-11-01_LMBV_SPB_Ergebnisse_Eisenminderungsvorhaben.pdf (PDF 5,0 MB)

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