LMBV-Bericht in Spremberg: Vielf├Ąltige Anstrengungen

Ma├čnahmepaket der LMBV zur Reduzierung der Eisenbelastung in der Spree vorgestellt

Senftenberg/Spremberg. ┬áDies ist die Zusammenfassung des LMBV-Vortrages vor der Stadtverordnetenversammlung Spremberg am 11.02.2015, gehalten durch Volkmar Zarach, Abteilungsleiter Umweltschutz/Rekultivierung und Leiter der Projektgruppe Gew├Ąsserg├╝te Flie├čgew├Ąsser Lausitz.

Nach einführenden Worten zur Ausgangsituation, hinsichtlich der Finanzierung der Bergbausanierung, der Mechanismen der Eisenbildung und der beeinflussten Bereiche, rekapitulierte V. Zarach die Untersuchungen der vergangenen Jahre (Eisenstudien). Der Vortrag ist als pdf-Datei auf den Internetseiten der Stadt Spremberg und der LMBV einsehbar: http://stadt.vps.spremberg.de/) 

Ma├čnahmen Spreegebiet S├╝draum

Ausf├╝hrlich wurde auf die Situation im S├╝draum Bezug genommen. Ausgehend von den Stoffquellen der Eisenbelastung in Flie├čgew├Ąssern im Spreegebiet S├╝draum folgte die Darstellung des Barrierekonzeptes Spree/Kleine Spree:

Hierbei┬áwurde der Bereich des Eiseneintrags in Ma├čnahmeabschnitte untergliedert, deren Bearbeitungsstand im nachfolgend detailliert dargestellt wurde:

Ma├čnahmebereich 1 (Spree Ruhlm├╝hle)

Hier l├Ąuft das Pilot- und Demovorhaben (PuD) ÔÇ×Mikrobielle Eisen- und Sulfatreduktion durch BakterienÔÇť bis 2016.

Weiterhin ist die Errichtung einer tempor├Ąren Wasserbehandlungsanlage am Altarm Ruhlm├╝hle ab Ende 2015/Anfang 2016 zur Wasserbehandlung in den n├Ąchsten 5-8 Jahren.

Ma├čnahmebereich 2 (Kleine Spree zwischen Schulze-Wehr und GWRA Burgneudorf)

In diesem und dem kommenden Jahr werden an diesem Hot-Spot zwei Testbrunnen errichtet und das Wasser in Richtung der ehemaligen Grubenwassereinigungsanlage (GWRA) Burgneudorf geleitet. Ab 2016 wird mit weiteren Brunnen ein Brunnenriegel in diesem Bereich geschaffen. Das von diesem Brunnenriegel gehobene eisenhaltige Wasser wird in einer tempor├Ąren Reinigungsanlage auf dem Gel├Ąnde der GWRA Burgneudorf aufbereitet. Die Reaktivierung der GWRA wurde gepr├╝ft und aus wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Gr├╝nden verworfen. In der Perspektive ist die ├ťberleitung des eisenhaltigen Wassers in ein Tagebaurestgew├Ąsser (TRG) (z.B. Speicherbecken Lohsa II) ab 2018 geplant.

Ma├čnahmebereich 3 (M├╝ndungsbereich Spree/Kleine Spree)

Im ersten Halbjahr 2015 erfolgt die Errichtung von zwei Testbrunnen mit Ableitungssystem und ├ťberleitung zur GWBA Schwarze Pumpe. Ab 2016 ist die Errichtung weiterer Brunnen vorgesehen. Das von diesem Brunnenriegel dann gehobene Wasser wird der, im Ma├čnahmebereich 2 bereits genannten tempor├Ąren Anlage in der GWRA Burgneudorf und sp├Ąter einem Tagebaurestgew├Ąsser zugef├╝hrt.

Ma├čnahmebereich 5 (Spree Neustadt)

Der hier im Rahmen der Abwehr von Gefahren infolge des Grundwasseranstieges errichtete Graben soll, ggf. erweitert um drei Brunnen, zum Abfangen des eisenbelasteten Wassers genutzt werden. Dieses wird ab 2016 in einer tempor├Ąren Wasserbehandlungsanlage gereinigt. Sp├Ąter soll auch dieses Wassers in ein TRG (z.B. Speicherbecken Lohsa II) eingeleitet werden.

Ma├čnahmebereich 8 (GWRA Burgneudorf)

Hier erfolgt der Bau einer technischen Anlage zur Reinigung des belasteten Grundwassers. Die tempor├Ąre Nutzung dieser. Anlage zur Reinigung des eisenhaltigen Grundwassers aus den Randriegeln der Ma├čnahmebereiche 2 und 3 ist f├╝r ca. 5 Jahre geplant.

Mit Ausnahme des Ma├čnahmeabschnittes 7, wo der Eiseneintrag vernachl├Ąssigbar ist, werden die anderen Bereiche weiter untersucht.

Ziel dieser Ma├čnahmen ist es, s├╝dlich von Spremberg eine erste Barriere gegen den Eiseneintrag in die Spree aufzubauen. Die zweite Barriere bildet die Talsperre Spremberg, bevor im dritten Bereich die Ma├čnahmen im Nordraum vor dem Spreewald greifen.

Eisenr├╝ckhalt vor der Talsperre Spremberg

Im letzten Teil seiner Ausf├╝hrungen ging V. Zarach auf die Ma├čnahmen zur Aufrechterhaltung des Eisenr├╝ckhaltes in der Talsperre Spremberg ein.

Im zweiten Halbjahr 2014 wurden als kurzfristige Ma├čnahmen die Errichtung und Betrieb der Bekalkungsanlage in Wilhelmsthal und der Dosierstation f├╝r Flockungshilfsmittel an der Vorsperre B├╝hlow realisiert.

Die urspr├╝nglich nur f├╝r den Zeitraum der Sanierung des Staudammes geplanten Projekte sollen in 2015ff fortgef├╝hrt werden. Die finanzielle Genehmigung liegt vor, die wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigung wird bis 30.6.2015 erwartet.

Im Auftrag der LMBV erfolgt ab M├Ąrz die Erstber├Ąumung der Randbereiche der Vorsperre B├╝hlow. Dabei werden ca. 30.000 m┬│ Schlamm ausgebaggert, vor Ort entw├Ąssert und abgefahren. Durch das LUGV ist die Sedimentber├Ąumung zu pr├╝fen, damit die gesamte Fl├Ąche von rund 11 ha wieder als Absetzraum wirksam werden kann.

Bewertung des Eisenr├╝ckhalts in der Spree vor Spremberg

Erg├Ąnzend stellte V. Zarach die Ergebnisse der Untersuchungen zum direkten R├╝ckhalt des Eisens in der Spree vor. Der Eisenr├╝ckhalt durch Sohlschwellen und Konditionierung (Bekalkung) der Spree zwischen Spreewitz und Spremberg ist nicht sinnvoll, da wegen der kurzen Verweilzeit und der nur sehr kleinen Sedimentationsr├Ąume der Gro├čteil der Ausf├Ąllungen sich wiederum in der Vorsperre ablagern w├╝rde und zus├Ątzlich eine permanente Schlammber├Ąumung in der Spree notwendig w├Ąre. Die Nutzung der Flutrinne Trattendorf musste ebenso verworfen werden, da die Effektivit├Ąt und Effizienz des Eisenr├╝ckhaltes sind im Verh├Ąltnis zu den erheblichen Aufwendungen nicht gegeben ist.

Umsetzung von Ma├čnahmen in der Stadt Spremberg

F├╝r folgende Ma├čnahmen, die in den kommenden Jahren durchgef├╝hrt werden ist die Finanzierung f├╝r 2015-17 gesichert:

  • Schlauchwehr Trattendorf ÔÇô Beseitigung von EHS-Ablagerungen und Reinigung Pegel zur Aufrechterhaltung der Funktionst├╝chtigkeit des Fischpasses
  • Entschlammung oberhalb M├╝hlenwehr ÔÇô Beseitigung von EHS-Ablagerungen zur Aufrechterhaltung der Funktionst├╝chtigkeit des Fischpasses
  • Reinigung Schleuse und Bootsanlegestege ÔÇô Erhalt der Funktionst├╝chtigkeit technischer Einbauten (Schleusentore) sowie an Bootssteganlagen zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit

Konzeptionelle L├Âsungsans├Ątze zur Eisenhydroxidverbringung

Abschlie├čend informierte V. Zarach ├╝ber die konzeptionellen L├Âsungsans├Ątze zur Eisenhydroxidverbringung. Er erl├Ąuterte die unterschiedlichen Zusammensetzungen und Entsorgungsm├Âglichkeiten der Schl├Ąmme aus Absetzanlagen und Gew├Ąsserber├Ąumung. Grunds├Ątzlich gibt es folgende Wege der Behandlung:

1. Fremddeponie

2. Monodeponie

3. Mitverkippung im Braunkohlenbergbau

4. Versp├╝len/Verklappen in Bergbaufolgeseen

5. Stoffliche Verwertung

W├Ąhrend der stofflichen Verwertung, wenn m├Âglich, der Vorzug geb├╝hrt, wird voraussichtlich die Verbringung in ein Tagebaurestgew├Ąsser im S├╝draum den Schwerpunkt bilden.

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