LMBV: Brandenburger Landtagsabgeordnete der Linken informieren sich bei LMBV und P.U.S. über Umgang mit Lausitzer Eisenhydroxid

Ringen um den effizienten Umgang mit in der Lausitz anfallenden EH-Schlämmen

Senftenberg/Lauta. Drei Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Landtag Brandenburg informierten sich am 19.08.2015 bei der LMBV über die Aktivitäten des Bergbausanierers zur Güteverbesserung der Fließgewässer. Sie wurden von LMBV-Abteilungsleiter Volkmar Zarach, Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber und Planer Uwe Löhnert in Vetschau empfangen und über die Wirkungsweise der von der LMBV kurzfristig aktivierten Wasserbehandlungsanlage Vetschau informiert.

Am Beispiel von eingesetzten Geotubes bei Raddusch wurde das Vorgehen bei der Entschlammung vorgestellt. Am Restloch Spreetal konnten sich die Abgeordneten Anke Schwarzenberg, Matthias Loehr und Thomas Domres sowie der Fraktionsreferent für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wolfgang Mädlow, von einer funktionierenden EHS-Einspülung überzeugen.

In der Firma Produktions- und Umweltservice GmbH (P.U.S.) Lauta informierte Geschäftsführer Dr.-Ing. M. Leiker über die Verarbeitung von relativ reinen Eisenhydroxid-Ausgangsmaterialien. Derzeit kann die Firma P.U.S. jedoch noch nicht die bei der Fließ-Entschlammung oder bei Absatzbecken-Beräumungen durch die LMBV anfallenden EH-Schlämme, die auch organische Bestandteile haben, in den bestehenden Produktionsanlagen marktwirtschaftlich verarbeiten bzw. nachhaltig verwerten.

Mit rund 65 Mitarbeitern werden rund 60.000 Kubikmeter Ausgangsmaterial aus GWRA oder Wasserwerken, dies entspricht etwa 5.000 Tonnen Eisenanteil jährlich, in Folgeprodukte für Biogasanlagen-Filtermaterial und andere Erzeugnisse umgewandelt. Allein bei den zur Bindung von Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen eingesetzten Filtergranulaten können inzwischen mehr als 15.000 Tonnen jährlich abgesetzt werden, wobei hier das Marktvolumen p.a. zunahm.

Der Umsatz der Fa. P.U.S. bewegt sich nach eigenen Angaben aufsteigend bei rund 10 Mio. Euro p.a. Nur 17 Jahre nach Firmengründung im Jahr 1998 expandiert das Unternehmen weiter. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb wuchs bis heute ein Unternehmen mit Kunden auf der ganzen Welt. Aus den angelieferten eisenhaltigem Materialien stellt das Unternehmen insgesamt rund 16.000 Tonnen an Umweltprodukten im Jahr her.

Gewonnen wird das reine Eisenhydroxid beispielsweise aus der sächsischen Grubenwasserreinigungsanlage in Tzschelln, wo die P.U.S. mittlerweile eigene Anlagentechniken aufgebaut hat, um das bergbauliche Nebenprodukt zu gewinnen und einer Verarbeitung in Lauta zuzuführen. Angeliefert wird das Eisenhydroxid am Lautaer Standort bereits in einem stichfesten Zustand, um dann weiter in Lauta behandelt zu werden. Dazu muss der Schlamm durch eine Trocknungsanlage laufen, bevor er gemischt, verarbeitet und verpackt wird.

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