LMBV-Großversuch in Sachsen zur Entschlammung der Reinigungsanlage Burgneudorf gestartet

Test-Einsatz von Geotubes als weiteren Baustein gegen Braune Spree

Senftenberg/Spreetal. Im Rahmen Ihrer Projektverantwortung zur Minderung der zunehmenden Eisenbelastung in der Spree und der Kleinen Spree, werden durch die LMBV derzeitig Maßnahmen initiiert, die den Zustrom von eisenhaltigem Grundwasser in die Fließgewässer eindämmen sollen. Zur Reinigung des dabei anfallenden eisenhaltigen Grundwassers soll die ehemalige Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf (Gemeinde Spreetal OT Burgneudorf) teilweise reaktiviert und nachfolgend temporär genutzt werden.

Eine Grundvoraussetzung dafür ist die Entnahme der seit Jahren in den drei vorhandenen Absetzbecken sedimentierten Schlammablagerungen mit einem Gesamtvolumen von ca. 45.000 m³.

Aufgrund komplizierter bodenmechanischer und hydrologischer Randbedingungen ist ein einfaches Ausbaggern bzw. Auspumpen der Schlammrückstände nicht möglich. Außerdem wären der Transport und die Verbringung der verflüssigten Sedimente unter wirtschaftlichen Aspekten nicht realisierbar. Deshalb wird zurzeit eine Entschlammungstechnologie mittels geotextiler Entwässerungsschläuche (sogenannter Geotubes®) getestet und als technischer Großversuch in der Anlage durchgeführt.

Mit einem amphibischen Saugspülbagger werden dabei zwei Entwässerungsschläuche (Volumen: ca. 100 m³ je Schlauch), die am Rand eines Beckens platziert sind, mit dem abgelagerten eisenhydroxidhaltigen Schlamm (EHS: Trockensubstanzgehalt ca. 5 %) gefüllt. Durch das Eigengewicht des Schlammes und die Filterwirkung der geotextilen Entwässerungsschläuche läuft das Klarwasser in das Absetzbecken zurück, die Schlammbestandteile verbleiben mit einer transportfähigen Trockensubstanz von ca. 45 % in den Geotubes®. Nach einer Entwässerungszeit von 20 bis 30 Tagen werden die Entwässerungsschläuche geöffnet und der verbliebene Sedimentrückstand kann als stichfestes Material abtransportiert werden. Statt der Entsorgung auf einer Deponie wird im Rahmen des Großversuches die stoffliche Verwertung des Materials bei der P.U.S. GmbH in Lauta geprüft.

Foto: Geotextile Schläuche zur Beräumung der Absetzbecken der vormaligen Grubenwasserreinigungsanlage Burgneudorf

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