LMBV: Pläne zum Errichten einer mobilen Wasserbehandlungsanlage in Burgneudorf weit vorangekommen

Antrag für modulares Anlagensystem im August 2015 beim sächsischen Oberbergamt in Freiberg eingereicht

Senftenberg/Burgneudorf. Die LMBV hat 2012 im Auftrag des Freistaates Sachsen, des Landes Brandenburgs und des Bundes und ein ganzes Maßnahme-Bündel zur Verbesserung der Gewässergüte der Spree entwickelt. (Siehe u.a. http://www.lmbv.de/index.php/nachricht/items/mwe-minister-christoffers-zehn-punkteprogramm-gegen-verockerung-erfolgreich-angelaufen.html)

Dazu gehörte auch die Absicht, vormalige Grubenwasserreinigungsanlagen des Braunkohlenbergbaus auf eine Wiederertüchtigung zum Absetzen von Eisenhydroxid hin zu prüfen. In den Anlagen bei Vetschau und Eichow ist dies bereits erfolgreich gelungen.

Zur Ertüchtigung der ehemaligen Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Burgneudorf hätten die drei vorhandenen Absetzbecken mit einem Schlammvolumen von insgesamt ca. 40.000 m³ beräumt werden müssen. Dazu wurde seit Mitte August 2014 durch die LMBV ein Großversuch mit einer geänderten Technologie zur Schlammentwässerung unter Einsatz von sogenannten Geotubes statt eines konventionellen Sedimentationserdbeckens durchgeführt. Diese Technologie hätte den Vorteil gehabt, die erforderliche Flächeninanspruchnahme für das Sedimentationsbecken von ca. 1,5 Hektar Baumbestandsfläche deutlich zu minimieren.

Im II. Quartal 2014 sind vorbereitende Maßnahmen wie Holzungsarbeiten, die Baufeldfreimachung, und Rückbauarbeiten von Altanlagen auf dem Betriebsgelände der ehemaligen GWRA Burgneudorf realisiert worden. Im Juli 2014 sind in Vorbereitung des Großversuches u. a. Schilfröhricht und Rhizome in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Bautzen aus den vorhandenen drei Absetzbecken der GWRA entfernt bzw. umgesetzt worden, um somit den Status einer technischen Anlage wieder zu erlangen (Biotopbeseitigung). In diesem Zusammenhang wurde nördlich der GWRA ein Ersatzbiotop für Amphibien geschaffen.

Die Auswertung des Großversuches zur Schlammentwässerung wurde im März 2015 übergeben. Daraus ergab sich, dass bei Anwendung der getesteten Entwässerungstechnologie mit geotextilen Kunststoffschläuchen  ( den sogenannten Geotubes) ein Zeitfenster von mindestens sieben Jahren (!) für die vollständige Entschlammung der drei vorhandenen Absetzbecken notwendig würde.

Im Ergebnis dieses Großversuches war das weitere Vorgehen der LMBV zur Ertüchtigung der GWRA Burgneudorf daher neu zu bewerten bzw. zu planen. Die Ertüchtigung der Altanlage wurde aufgrund der zeitlichen Umsetzbarkeit heraus 2015 verworfen. 

Es wurden daher Planungsleistungen zur Errichtung einer containergestützten, mobilen Wasserbehandlungsanlage (WBA) beauftragt. Die WBA ist ein modulares Anlagensystem, dass bei der Reinigung (d.h. Enteisenung) der im geplanten Abfangriegel gehobenen, stark eisenhaltigen Grundwässer durch den Einsatz von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln einen Wirkungsgrad der Eisenretention von bis zu 90 Prozent garantiert. Der abgetrennte Eisenhydroxidschlamm (EHS) wird maschinell entwässert und soll dann einer Verwertung statt einem Entsorgungsweg zugeführt werden.

Die Planungen zur WBA wurden soweit beschleunigt, dass der Antrag für ein bergrechtliches Genehmigungsverfahren im August 2015 beim sächsischen Oberbergamt (SächsOBA) in Freiberg eingereicht werden konnte. Die berg- und wasserrechtliche Zulassung wird voraussichtlich Ende 2015/Anfang 2016 vorliegen, sodass im Anschluss die Ausschreibungs- und Vergabeprozesse für die Realisierung der umfangreichen, komplexen Bauleistungen gestartet werden können. Nach der Vergabe der Bauleistungen und einer geplanten Bauzeit von ca. eineinhalb Jahren ist die Inbetriebnahme der WBA am Standort der ehemaligen GWRA Burgneudorf aus Sicht der LMBV im IV. Quartal 2017 vorgesehen.

Einen Gesamtüberblick zu den Anstrengungen der LMBV gegen die Verockerung können Sie hier erhalten: http://www.lmbv.de/index.php/nachricht/items/lmbv-sachstand-der-lmbv-projekte-gegen-den-bergbaubedingten-eiseneintrag-aus-dem-grundwasser-in-die-oberflaechengewaesser.html

 

Zurück