LMBV: Ragower Kahnfahrt entschlammt – Ragower Anlegestelle wieder gut nutzbar

Spitzenjahr bei Eisenminderungs-Anstrengungen der Bergbausanierer an Fließ bei Ragow

Senftenberg/Ragow. Im Lübbenauer Ortsteil Ragow informierte sich am 9. Oktober 2018 RBB-Reporter Phillip Manske über den derzeitigen Zustand der Wudritz und der sich anschließenden Ragower Kahnfahrt.

Die LMBV hatte in diesem von Eisenausfällung seit 2013 besonders betroffenen Abschnitt am Rande des südlichen Spreewaldes um eine Minderung der Eisenlasten bemüht. Dazu war der Fließabschnitt in 2014 erstmals beräumt worden. Dazu zählt ein erneutes Beräumen eines rund 500 Meter langen Abschnittes der Ragower Kahnfahrt/Wudritz im Jahr 2018. Die rund 1.500 Kubikmeter angefallenen eisenhydroxidhaltigen Schlämme wurden in zwei Geotubes unmittelbar an einer angemieteten Fläche am Flusslaufes aufgefangen und zum Abtrocken bzw. späteren Abtransport dort zwischengelagert. Die dann nur noch rund 35 bis 30 Prozent Feststoffanteil des ausgehobenen Schlammens in einer Größenordnung von mehreren Tonnen werden noch zur weiteren baustofflichen Verwertung an den Entsorgungsmarkt gebracht.

Auch aus Nutzersicht konnte der Erfolg der umgesetzten Eisen-Minderungsmaßnahmen bestätigt werden: Jens und Christian Rosenberger vom Naturhafen Ragow an der Berliner Straße in Lübbenau OT Ragow betonen: „Kahnfahren ab hier macht wieder Spaß: Das Wasser im Fließ ist wieder klar, die nötige Wassertiefe unterm Kiel wieder gegeben und das Rudel gut zu staken. Zudem sind zahlreiche Fische im Wasser zu beobachten. Auch der Eisvogel hat sich dieses Jahr wieder an der Kahnfahrt gezeigt. Unser Dank als Kahntourenanbieter geht daher an die LMBV und die beauftragten Firmen, die zudem den Anlegesteg mit aufgearbeitet haben.“ Noch ist die Kahnfahrsaison nicht vorbei – Gäste können sich selbst auch im Herbst noch einen Eindruck von der veränderten Situation vor Ort machen. Die Einstiegsstelle ist nun zudem barrierefrei erreichbar.

Wie der Ockerbeauftragte der LMBV Sven Radigk in diesem Zusammenhang betonte, profitierte der Fließ neben der Entschlammung zudem zusätzlich von der zurückliegenden Sommer-Trockenheit und der geringen Grundwasser-Neubildungsrate, die sich auch auf die Menge der in den Fluß gelangenden Minerale ausgewirkt habe. Aus Sicht der Eisenminderungsbemühungen war das Jahr 2018 daher ein „Spitzenjahrgang“, konnte die LMBV mit ihren Maßnahmen fast 90 Prozent der anfallenden Eisenmengen aus dem Fluss zurückhalten. Für den gesamten Spree-Nordraum haben die verschiedenen Barriere-Maßnahmen zu einer durchschnittlichen Fe-Minderung von fast 80 Prozent geführt, die nicht in den Südumfluter gelangt sind.

Mehr Infos: http://www.spreewaldtourismus.de/kahnfahrten/naturhafen/

Seit 1996 gibt es in Ragow einen kleinen Naturhafen. Mehrere erfahrene Kahnfährleute unterhalten Gäste in ihren Kähnen mit interessanten Informationen über Land und Leute. Im Kahn geht es durch einen Teil des etwa 70 km langen und bis 12 km breiten Flusslabyrinths etwas abseits von den vielbefahrenen Kahnfährrouten. Dabei kann der Besucher die Schönheit des Spreewaldes genießen und bei etwas Glück auch den Eisvogel, den Biber oder den Fischotter beobachten. Schleusenfahrten gehören auch zu den Touren. Der Enkel Christian führt das Angebot von ehemals Werner Rosenberger in die Zukunft.

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