LMBV: Studie zur vertiefenden Alternativprüfung im Umgang mit Eisenhydroxidschlamm auf Basis des EHS-Konzeptes der LMBV“ beauftragt

Studie zur vertiefenden Alternativprüfung im Umgang mit Eisenhydroxidschlämmen (EHS) auf Basis des EHS-Konzeptes der LMBV in Arbeit

Senftenberg. Im Spreegebiet Nordraum geht die LMBV davon aus, dass der EHS-Mengenanfall durch Vermeidung und Verwertung mittelfristig nicht beherrschbar ist. Deshalb wird eine strategische Lösung zur Verspülung und zur Deponierung gesucht, die der Problematik bei zukünftig abnehmenden Entsorgungskapazitäten jedoch gleichbleibend hohen EHS-Mengen sowie den gleichzeitig damit verbundenen, steigenden Entsorgungskosten gerecht wird.

Die LMBV hat zur Verspülung in ein Tagebaurestgewässer im Ergebnis einer vorliegenden Studie (hier: „Untersuchungen des Einflusses der Einlagerung von Eisenhydroxidschlämmen in Bergbaufolgeseen und deren Wasserbeschaffenheit“ – IWB Dresden/ BTU Cottbus-Senftenberg) frühzeitig (seit Anfang 2015) das Tagebaurestloch Greifenhain (der zukünftige Altdöberner See) als einen möglichen, zur EHS-Verspülung geeigneten Standort öffentlich gemacht. Dagegen haben sich auf politischer Ebene z.B. die Bundes- und Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, die Landtagsfraktionen der CDU und der AfD; das Amt und die Gemeinde Altdöbern sowie aus der Bürgerschaft heraus z.B. die BI „Altdöberner See“ und das Aktionsbündnis „Klare Spree“, Widerstände formiert.

Die LMBV hat daraufhin noch einmal, zur Verifizierung der vorliegenden Ergebnisse, eine „Studie zur vertiefenden Alternativprüfung im Umgang mit Eisenhydroxidschlämmen (EHS) auf Basis des EHS-Konzeptes der LMBV“ beauftragt. Hierbei werden insbesondere vertiefende Betrachtungen im Abgleich zwischen den Optionen der EHS-Verspülung in einen Bergbaufolgesee und der Errichtung einer EHS-Monodeponie durchgeführt. Die abschließenden Ergebnisse der Studie werden Mitte 2016 erwartet.

Ein Projektvorschlag der Firma P.U.S. Lauta wurde im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsvorhabens (PuD) zur Aufbereitung und Verwertung von Eisenhydroxidschlämmen aus der reaktivierten Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Vetschau an die LMBV gerichtet. Die reaktivierte und technisch aufgerüstete GWRA fungiert als Enteisenungsanlage für das Einzugsgebiet Vetschauer Mühlenfließ.

„Die LMBV hat verschiedene Gremien geschaffen, in denen unabhängige Wissenschaftler und Gutachter geplante Maßnahmen, insbesondere mit innovativem Pilotcharakter, auf ihre Erforderlichkeit, Geeignetheit und Verhältnismäßigkeit bewerten. Der eingereichte Projektvorschlag der P.U.S. wird derzeit im wissenschaftlich-technischen Beirat der LMBV evaluiert und geprüft“, so der LMBV-Bereichsleiter Technik Eckhard Scholz.

Die LMBV versuche auf verschiedenen Wegen, des Problems Herr zu werden. Zum Beispiel werde das EHS in Seen so behandelt, dass es auf den Boden sinke und dort bleiben kann. „Das ist nicht schädlich und hat keine bekannten nachteiligen ökologischen Auswirkungen.“  Zudem sei eine Verwertung des Schlammes, wie es die P.U.S macht, angedacht. „Wir wollen versuchen, Eisenhydroxidschlamm in Produktionsketten für Zuschlagstoffe in der Bauindustrie zu bringen.“ Zudem werde Eisenocker in Bergbaufolgeseen gespült. Seit 1998 werde zum Beispiel im Spreetaler Bereich Eisenhydroxid-Schlamm in Tieflagen verbracht. „Das wird permanent überwacht, das ist unproblematisch“, so Klaus Zschiedrich gegenüber Medienvertretern.

Aufgrund der sehr großen jährlichen Anfallmengen an Eisenhydroxidschlamm (EHS) in der Lausitz (prognostiziert ca. 200 Tm³/a) hat die LMBV ein spezielles Konzept zum Umgang mit EHS entwickelt. Demzufolge sind alle Maßnahmen zur Reduzierung der Eisenbelastung gemäß dem LMBV „EHS-Konzept“ dem allgemeinen Grundsatz von „Vermeidung vor Verwertung vor Verspülung und vor Deponierung“ zu unterstellen.

„Man kann zudem Eisenhydroxid-Schlamm auf einer oberirdischen Deponie nicht allein lagern, sondern nur als Zuschlagelement zum Beispiel bei Bauschutt. Diese öffentlichen Deponieräume sind sehr teuer und auch nur begrenzt aufnahmefähig. Die LMBV prüft unter anderem, ob sie eine eigene Deponie in der Lausitz errichtet, “ so der LMBV-Chef Klaus Zschiedrich.

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